Bild Information: Die Sieger von Cascais: Thailand holt den Titel (Foto: DGV/stebl)

Thailand gewinnt GolfSixes

GolfSixes 2019
 

Thonchai Jaidee und Pachara Khongwhatmai aus Thailand gewinnen die dritte Auflage der GolfSixes. Der Finaltag verläuft ganz nach dem Geschmack der Zuschauer, denn das Finale ist ungemein spannend und wird erst im zweiten Stechen entschieden.

Cascais/Portugal - Das Duell Thailand gegen England war als Finalpartie nicht unbedingt erwartet, denn Spanien war mit Jorge Campillo und Nacho Elvira durchaus prominent besetzt und galt als einer der großen Favoriten. Im Halbfinale ließ sich Routinier Jaidee mit seinem jungen Partner aber durch die Iberer nicht den Schneid abkaufen. Das ungleiche Duo aus Asien gewann das enge Duell mit 1:0.
Auf der dritten Bahn legte Jaidee seinen Abschlag so gut an den Stock, dass sein junger Partner nur noch zum Birdie verwandeln muss. Da alle übrigen Bahnen in Par geteilt wurden, musste sich Spanien damit begnügen, um Platz drei zu kämpfen.
England wurde seiner Favoritenrolle gegen Italien gerecht und gewann die Vorschlussrunde glatt mit 3:0. Angesichts des mitunter heftigen und böigen Windes an der Atlantikküste war es auch kein Wunder, dass ein britisches Team eine gewichtige Rolle spielen wird.


Italien war auch im Kleinen Finale klar unterlegen. Edoardo Molinari und Lorenzo Gagli bekamen keinen Stich. Mit 3:0 war schon nach vier Bahnen das Match zu Gunsten der Spanier entschieden.

Hochspannung im Finale

Im Finale machte Thailand schnell klar, dass der Finaleinzug alles andere als ein Zufall war. Schon auf Bahn 1 gingen Jaidee und Khongwhatmai mit einem Birdie in Führung und hätten beinahe auf dem zweiten Grün erhöht. Der Ball überlegte es sich aber doch anders und fiel nicht ins Loch.
Auf Bahn drei gelang den Briten der Ausgleich, als Paul Waring seinen Abschlag fast zum Hole in one verwandelte. Es fehlten nur Zentimeter und natürlich war der Putt geschenkt. Jaidee und Khongwahtmai lagen am Grünrand und schauten sich ihre Puttlinie sehr genau an. Der Birdieputt tänzelte auch auf der Lochkante, blieb dann aber doch direkt neben dem Loch liegen.
Danach wurden alle Bahnen geteilt. Auch im Stechen, das auf der Showbühne am Hotel ausgetragen wurde, gab es im ersten Durchgang keinen Sieger.


Der Showdown um den Sieg, die Trophäe und das Preisgeld wurde somit im Shoutout „Nearest-to-the-pin“ ausgetragen. Direkt der erste Schlag war ein Volltreffer und brachte die Entscheidung. Pachara Khongwhatmai berechnete den immer stärker werdenden Wind am besten in seinen Schlag ein und ließ die Kugel so präzise auf dem Grün landen, dass sie langsam, aber zielstrebig auf den Stock zulief. Den anderen Profis war damit klar, dass schon ein echter Kunstschuss nötig sein würde, um diesen famosen Schlag noch zu überbieten.

Siegerbad

Unmittelbar nach diesem so spannenden Ausgang fand auf dem sechsten Tee, also auf der Party-Terrasse des Hotels die Siegerehrung statt, die ebenso kurz und knackig war wie der Spielmodus dieses innovativen Turniers.
Thonchai Jaidee hatte vor der Finalrunde angekündigt, im Falle eines Sieges im Pool vor dem sechsten Tee ein Siegerbad zu nehmen. Gesagt getan. Die Thailänder genossen den Spaß sichtlich und präsentierten den Golffans im Pool die Trophäe.

Gute Platzwahl, gelungene Organisation

Der Platz von Oitavos Dunes Links zeigte sich als guter Austragungsort für ein Turnier, bei dem neben dem sportlichen Wettkampf vor allem der Spaß im Mittelpunkt stehen sollte. Die Organisatoren, darunter auch die U.COM aus Düsseldorf, hatten alles getan, um Spielern und Zuschauern einige sehr unterhaltsame Tage zu bereiten. Ziel erreicht, kann man angesichts der strahlenden Gesichter auf allen Seiten nach dem Finaltag konstatieren.
Auch der Auftritt von Esther Henseleit und Laura Fünfstück wird in bester Erinnerung bleiben. Die Spielerinnen des National Team Germany, das gerade die Ladies European Tour kräftig aufmischt, lieferten tolle Matches und verpassten den Einzug ins Viertelfinale auch erst nach einem zweimaligen Stechen gegen die starken Australier.
Scott Hend und Wade Ormsby kamen im Viertelfinale gegen Spanien schlecht aus den Startlöchern und konnten die beiden Lochverluste vom Auftakt nicht mehr kompensieren. Mit 2:1 hatten sich die Spanier am Ende durchgesetzt. Es wäre sicher ein sehr spannendes Duell gewesen, wenn statt Australien das deutsche Team dieses Match hätte bestreiten dürfen.
Vielleicht klappt genau das in einem Jahr, bei den 4. GolfSixes.

Dieses Turnier und dieser Modus haben Potenzial! Schnell, spannend, locker, aber eben doch sportlich als harter Wettkampf. So kann man neue Fans für den Golfsport gewinnen und die Langeweile überwinden, die mitunter bei vier langen Zählspielrunden ermüdend auf das Publikum wirkt.

Vor dem Start Ergebnisse

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