Bild Information: Nach ihrem starken Auftritt sehr gefragt: Laura Fünfstück und Esther Henseleit (Foto: DGV/stebl)

Am Ende fehlten zehn Zentimeter  

GolfSixes 2019
 

Ein großer Auftritt! Ein dramatischer Abschluss! Esther Henseleit und Laura Fünfstück geben bei den GolfSixes in Portugal eine hervorragende Visitenkarte ab und verpassen erst im zweiten Stechen den Einzug ins Viertelfinale um ganze zehn Zentimeter.

Cascais/Portugal - Ein spannender und sehr lebhafter Turniertag bei den 3. GolfSixes ist beendet. Die 32 Athleten der 16 Teams aus 15 Nationen -England ist mit einem Herren- und einem Damen-Team vertreten- haben in knackigen Matches um jeden Lochgewinn gekämpft und hatten dabei ganz offensichtlich mindestens soviel Spaß wie die Zuschauer.
Aus deutscher Sicht ist die Gruppenphase teilweise sehr erfolgreich verlaufen.
Zum Auftakt ging es gegen Frankreich. Romain Wattel und Victor Perez vertraten die Grande Nation und hatten keinen leichten Stand. Nach drei Bahnen lagen die Deutschen schon 2:0 in Führung, ehe den Franzosen auf Bahn 4 unter dem Druck der Shotclock der erste Lochgewinn gelang. Auf dem fünften Grün hätte das Duo des National Team Germany den Sack schon zumachen können, aber der Matchball, ein Putt aus vier Metern guckte nur ins Loch, fiel aber nicht. So ging es mit der 2:1-Führung für Schwarz-Rot-Gold auf das sechste Loch. Partytime war dort für Wattel und Perez angesagt, denn ihr Abschlag landete einen knappen Meter näher am Loch. Esther Henseleit puttete aus rund sieben Meter solide, konnte das Birdie aber nicht erzwingen. Victor Perez sah nun die Chance, den Ausgleich zu erzielen und schob seinen Putt tatsächlich in die Dose. 2:2 lautete der Endstand, der beiden Teams in der Gruppenphase einen Punkt einbrachte.

Klarer Sieg gegen Australien

Nach einer kurzen Pause gingen Laura Fünfstück und Esther Henseleit bei stärker werdendem Wind zum zweiten Match gegen die Australier Scott Hend und Wade Ormsby raus. Die beiden Spielerinnen aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales ließen den Herren aus Downunder keinen Stich. Auf Bahn zwei ging Deutschland in Führung, nachdem die Gegner beim Anspiel das Grün knapp verpasst hatten.


Auch am fünften Grün nutzten Henseleit und Fünfstück konsequent eine kleine Schwäche der Australier aus, als diese wieder das Grün knapp verpasst hatten, während der Schlag von Laura Fünfstück ins Grün eine sehr gute Birdiechance eröffnete. Mit 2:0 stand der Sieg in diesem Match schon fest und auch auf der abschließenden Partybahn, bei der von der Hotelterrasse über den Pool abgeschlagen wurde, ließ das deutsche Duo den Australiern keine Chance. Ohne Lochverlust holte sich Deutschland mit 2:0 souverän den Sieg und erarbeitete sich damit beste Aussichten, den Aufstieg ins Viertelfinale zu schaffen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Never change @donaldsonjamie ???? #GolfSixes

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Wales mit Zauberschuss

Als letztes Match der Gruppenphase war das Duell mit Wales angesetzt. Jamie Donaldson und Stuart Manley erwiesen sich als überaus faire Kontrahenten und zollten den deutschen Spielerinnen immer wieder viel Respekt für deren famose Schläge. Jamie Donaldson hat an diesem Tag in Cascais Golfgeschichte geschrieben. Erst war er der erste Profi, der bei einem Turnier der European Tour in Shorts antrat. Und auf der ersten Bahn im Match gegen Deutschland sorgte Donaldson dann noch für den Schlag des Tages, als er aus knapp 100 Metern seinen Ball perfekt schlug und mit einem lauten „be good“ quasi ins Loch dirigierte. Ein blitzsauberer Eagle war mal eine Ansage.

Der Drive der Deutschen war rund 20 Meter länger gewesen als der der Waliser und so hatte Esther Henseleit noch die Chance, das Loch zumindest zu teilen - verrückter Gedanke, nach so einem Zauberschuss der Waliser. Doch es kam ein echter „Esther-Moment“, wie Laura Fünfstück später den Journalisten ins Mikrophon diktierte: Die Falkensteinerin nahm Maß und setzte ihren Schlag exakt in Richtung Fahne. Am Ende fehlten zwanzig Zentimeter, um mit Eagle gegen Eagle das Loch zu teilen. So aber ging Wales mit 1:0 in Führung. Kopfschüttelnd konstatierte Stuart Manley voller Anerkennung: „Wie ist es möglich, mit einem solch´ tollen Schlag ein Loch nicht zu gewinnen!“
Das Momentum war mit dem Lochgewinn sofort bei Wales und so lösten sich die beiden Briten auch aus einer schwierigen Lage nach dem Drive auf Bahn 2, als der eine Ball viel kürzer war als die Drives der deutschen Ladies, der andere Ball aber links neben der Bahn auf sandigem Boden lag und zudem noch ein Baum den direkten Weg zur Fahne etwas versperrte. Wieder bekamen die Zuschauer einen echten Zauberschlag zu sehen und so landete der Ball der Waliser aussichtsreich am Stock. So aussichtsreich, dass das deutsche Duo wieder das Nachsehen hatte, obwohl Esther Henseleit ihren Schlag ins Grün noch dichter an die Fahne gesetzt hatte. Der Putt von Laura Fünfstück fiel nicht und so durfte Wales sich über die 2:0-Führung freuen.
Es blieb aber auch weiterhin ein Duell auf absoluter Augenhöhe, denn die vier Profis zeigten etliche grandiose Schläge, wobei die restlichen Bahnen allesamt geteilt wurden.
Als das deutsche Duo vom sechsten Tee auf dem Weg zum Grün war, schallte es über den Platz, dass der Aufstieg ins Viertelfinale schon sicher sei, nachdem  das Duell Frankreich gegen Australien 1:1 ausgegangen war.
Hätte der direkte Vergleich gezählt, wären Esther Henseleit und Laura Fünfstück dank des klaren Sieges über Australien auch wirklich ins Viertelfinale eingezogen.
Tatsächlich musste aber bei Gleichstand nach Punkten und gewonnenen Bahnen ein Shotout die Entscheidung bringen.

Shotout hoch zwei

Auf dem Partyloch, der Bahn 6 ging es zum Stechen. Im ersten Durchgang teilten die deutschen Ladies mit den Kontrahenten aus Downunder das Loch, so dass im zweiten Durchgang die Entscheidung zugunsten des Teams fallen würde, das seinen Abschlag am dichtesten an die Fahne brachte.
Unter dem Jubel der Zuschauer kamen beide Teams gut vom Tee und aus der Ferne war nicht auszumachen, welcher Schlag der Nearest-to-the-pin war.
Nachdem gemessen war, stand fest: ein Ball der Australier lag rund zehn Zentimeter näher an der Dose – trotz famoser Leistung blieb den Deutschen der Aufstieg ins Viertelfinale verwehrt.

Anerkennung

Auch wenn der Sprung in den Finaltag verpasst wurde, haben Esther Henseleit und Laura Fünfstück eine mehr als gute Visitenkarte bei diesem Turnier der European Tour abgegeben. Mit Klasse und Format zeigten die beiden jungen Athletinnen, warum Schwarz-Rot-Gold auf der Ladies European Tour gerade die heißeste Farbkombination ist.
Das zweite Damenteam hatte in seiner Gruppe nur einen Achtungserfolg erzielt. Florentyna Parker und Meghan MacLaren (England) trotzten Thailand immerhin ein 1:1 ab, konnte aber keinen Sieg verbuchen und landete in der Gruppentabelle damit auf dem vierten Platz.

Neugier

Das deutsche Duo stand an diesem Tag sehr im Mittelpunkt und war bei Interviews gefragt – sogar während der Runden, mitten auf dem Fairway. Mit dem offenen, überaus freundlichen und immer positiven Auftreten haben Esther Henseleit und Laura Fünfstück viele Sympathien auf einer sehr großen Bühne gewonnen und die Damen im Wettkampf mit den Herren hervorragend vertreten. Das hat viel Spaß gemacht und ruft danach, wiederholt zu werden.

„Das hat hier ein so hohes Niveau und ich würde am liebsten jede Woche auf diesem Niveau spielen“, war Laura Fünfstück am Abend genau in diesem Modus unterwegs, öfter gegen Herren spielen zu wollen, als sie mit etwas Abstand zu den Erlebnissen des Tages ein Fazit zog.
„Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, wir haben uns gut geschlagen und es war gut, gegen Männer zu spielen. Die Herren haben sich uns gegenüber sehr positiv verhalten. Die waren alle von unserem Spiel begeistert und haben gesagt, dass wir einen guten Ball schlagen“, war auch Esther Henseleit trotz des Ausscheidens alles andere als unzufrieden.
Der ehemalige College-Coach von Laura Fünfstück kabelte aus den USA, dass der Australier Scott Hend wohl gesagt habe, dass bei weiteren sechs Löchern Australien wieder verloren hätte. „Das ist schon cool, wenn jemand, der bestimmt über zwanzig Jahre auf der Tour ist, sagt, dass wir so glatt spielen“, freute sich die Hessin über ein so ehrliches Lob vom Kontrahenten.

Viertelfinale ab 11.30 Uhr

Im Viertelfinale kommt es am Samstag ab 11.30 Uhr zu den Duellen England gegen Schweden, Frankreich gegen Italien, Thailand gegen Schottland und Spanien gegen Australien.

Bilder des Tages folgen in Kürze an dieser Stelle.

Vor dem Start

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