Bild Information: Jannik de Bruyn vom GC Hösel: Siegchance bis zum allerletzten Putt (Foto: DGV)

Hochspannung bis Grün 18

Golf Team Germany
 

Der Finaltag der European Nations Championship verlief für die Athleten des National Team Germany nicht optimal. Bei den Herren wäre der Einzelsieg drin gewesen.

Sotogrande/Spanien - Vor dem Finaltag hatten die deutschen Teams bei den inoffiziellen Zählspiel-Teameuropameisterschaften noch in allen Wertungen Aussichten auf Podestplätze oder gar den Gesamtsieg.
Bei den Herren reichte es in der Teamwertung am Ende für Rang fünf, wobei Jannik de Bruyn bis zum 18. Grün der Finalrunde kräftig um den Einzelsieg mitgespielt hat.
Der Gladbacher blieb an diesem denkwürdigen Tag zwar ohne Birdie, hatte es auf der letzten Bahn aber dennoch selbst in der Hand, zumindest ein Stechen zu erzwingen. Sogar der direkte Sieg war noch realistisch möglich.
Tom Sloman aus Englnd hatte einen sehr schwierigen Putt aus rund sechs Metern zum Par, während der Spieler des GC Hösel nur noch einen Meterputt zum Birdie hatte. Fortuna war an diesem Tag aber ganz sicher eine Engländerin. Der Brite lochte diesen langen und überaus anspruchsvollen Putt als Rechts-Links-Kombination. Der Bundesadler verpasste es dagegen, zum Birdie zu versenken. Die 75 (+3) des Sportsoldaten reichte nicht, um Tom Sloman von der Spitze zu verdrängen und so stand am Ende der Deutsche auf dem geteilten zweiten Platz.
Der Rheinländer war im ersten Moment enttäuscht, analysierte aber schnell auch, dass er Großes geleistet hatte: „In der Finalrunde kein Birdie zu machen, ist einfach zu wenig. An der 18 das Stechen so knapp zu verpassen, tut doppelt weh. Trotzdem kann ich auf eine gute Woche zurückschauen.“

Bundestrainer rang nach Worten

Bundestrainer Ulli Eckhardt war nach dem Showdown auf dem 18. Grün mit dem besseren Ende für den Engländer sichtlich bedient: „So ist Golf. Das tut extrem weg! Wenn man denkt, es könnte gerade gut gehen, kriegt man so einen Dämpfer. Ich bin natürlich mit unserem Abschneiden insgesamt zufrieden. Die Plätze zwei und elf in der Einzelwertung sind für dieses Turnier richtig gut. Die Jungs haben bis zum letzten Loch gekämpft, keiner hat auch nur irgendwo aufgegeben. Jetzt gilt es, herauszustellen, was wir diese Woche gut gemacht haben. Und da gab es vieles, was gut war. Das war ein extrem schwieriges Turnier, die Bedingungen waren von Anfang bis Ende richtig knackig. Den Athleten wurde alles abverlangt, zumal man auf diesem Platz immer wieder Nackenschläge kassiert. Ich kann niemandem einen Vorwurf machen. Alle haben vorbildlich gekämpft.“

Hirmer mit starker Leistung

Michael Hirmer kam bestens in die Finalrunde und lag nach nur sechs Bahnen schon bei drei unter Par. Ein Ansturm auf die vorderen Plätze schien da in greifbarer Nähe. Am Ende der Frontnine musste der Spieler, der bereits seine vierte ENC spielte, dann aber doch ein Bogey notieren. Unbeeindruckt zog Hirmer sein Spiel weiter durch und ging mit zwei weiteren Birdies auf vier unter für den Tag. Den Sprung in die Top Ten verpasste der Spieler des Stuttgarter GC dann aber doch, weil ihm am Ende noch zunächst ein Bogey auf Bahn 16, zu allem Überfluss dann auch noch ein „Double“ auf der finalen Bahn unterlief. Die 71 war immerhin der zweitbeste Score des Finaltages.

Bunte Karten

Für Alexander Herrmann ging es auch am Finaltag nicht weiter nach vorne. Der Bayer, der für den Stuttgarter GC in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi antritt, hatte mit drei Bogeys und einem Triplebogey vom Start weg nicht sein Momentum gefunden. Nach weiteren vier Bogeys kam auf Bahn 12 endlich ein Birdie auf die Scorekarte. Am Ende unterschrieb Herrmann eine 83 und belegte im Endklassement Rang 58.
Timo Vahlenkamp legte eine solide Frontnine vor, auf der ihm zwar früh zwei Bogeys auf die Karte rutschten, er danach aber mit sicheren Pars wieder ins Spiel fand. Auf Bahn 10 unterlief dem Spieler des Berliner GC Stolper Heide ein Triplebogey. Mit einem Birdie auf Bahn 12 fing sich der Sportsoldat wieder und glich sein Bogey von Bahn 15 mit seinem zweiten Birdies des Tages auf Bahn 17 wieder aus. Die 76 (+4) reichte, um am Ende auf Platz 29 zu landen.


Auch Damen ohne Fortune

Am Abend des Finaltages mussten sich auch die Damen um Bundestrainer Stephan Morales mit Rang fünf begnügen und Sophia Zeeb war mit einer 78 (+6) in der Einzelwertung auf Rang sechs zurückgefallen. Die Stuttgarterin brachte in der vierten Wettspielrunde zwar ein Birdie unter, musste auf dem extrem selektiven Course des RCG Sotogrande aber sieben Bogeys notieren.
„Heute lief es nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe eigentlich ganz solide gespielt und auch die Grüns getroffen, aber die Putts liefen nicht. Auch kurze Putts konnte ich nicht lochen. Das macht am Ende dann den Unterschied. Ich bin trotzdem zufrieden, denn es war eine gute Woche, auch wenn noch einiges mehr hätte fallen können. Wir haben alle bis zum Ende gekämpft“, war die Schwäbin mit sich und dem Spiel ihres Teams am Abend vor der Siegerehrung im Reinen.
Im Endklassement rangiert Sophia Zeeb als beste Deutsche vier Zähler hinter den drei Top-Platzierten Athletinnen.

Auch Schmidt in Top Ten

Ebenfalls einen Platz in der Top Ten sicherte sich Sarina Schmidt. Die Bayerin kassierte auf Front- und Backnine jeweils vier Bogeys, mischte auf den Bahnen 11 und 12 aber zwei saubere Birdies mit in den Score. Am Ende wurde es so eine 78 (+6). Dies reichte, um Rang neun zu verteidigen.
„Mein langes Spiel war okay, aber leider lief es auf den Grüns nicht. Ich habe mich zwischendurch noch gut zurückgekämpft und alles gegeben. Es ist echt schade, dass es am letzten Tag nicht so gut gelaufen ist“, war die Spielerin des GC München Valley direkt nach dem letzten Putt einwenig enttäuscht.
Miriam Emmert, die das deutsche Team komplettierte, brachte auch am Finaltag einen Score über 80 Schlägen in den altehrwürdige Clubhaus. Der Start war mit einem Birdie auf Bahn 2 noch sehr gut verlaufen, aber ab Bahn 6 kamen dann doch wieder fünf Bogeys, ein Doppel- sowie ein Triplebogey auf die Karte der Falkensteinerin.
„Auch wenn meine Ergebnisse nicht so gut waren, war das eine tolle Woche. Es hat richtig viel Spaß gemacht, bei diesen Bedingungen zu spielen. Dadurch konnte ich viel Spielpraxis sammeln und in den Turniermodus reinkommen. Jetzt weiß ich, was ich zu Hause noch trainieren muss, damit die Saison so richtig losgehen kann“, war das Nordlicht dankbar, in Sotogrande so viel lernen zu dürfen.

 

ENDSTAND DAMEN

RANG NAME     ENDSTAND
1 Niederlande NETHERLANDS   +24
5 National Team Germany GERMANY +36
         
  EINZELWERTUNG      
1 Marta Garcia SPAIN   +13
T6 Sophia Zeeb GERMANY +17
T9 Sarina Schmidt GERMANY +19
31 Miriam Emmert GERMANY +36

 

ENDSTAND HERREN

RANG NAME     ENDSTAND
1 England ENGLAND   +14
5 National Team Germany GERMANY +31
         
  EINZELWERTUNG      
1 Tom Sloman ENGLAND   +6
T2 Jannik de Bruyn GERMANY +7
T11 Michael Hirmer GERMANY +10
T29 Timo Vahlenkamp GERMANY +16
58 Alexander Herrmann GERMANY +31

 

Endstand So lief Tag 2 So lief Tag 3

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