Bild Information: Sophia Zeeb studiert das Birdiebook (Foto: DGV)

Birdiebook und Taktik

Golf Team Germany
 

An Tag zwei der European Nations Championship in Sotogrande bekommt das Birdiebook eine besondere Bedeutung.

Sotogrande/Spanien - Bergfest bei den inoffiziellen Zählspiel-Teameuropameisterschaften. Der Wind zeigte sich zwar etwas gnädiger, aber dafür hatte die Spielleitung Fahnenpositionen ausgesucht, die mitunter das Höchstmaß an Anforderungen an die Athleten stellten.
An diesem Tag war es von enormer Bedeutung, die Bahnen taktisch klug einzuteilen, um ein brauchbares Anspiel der schneller und härter gewordenen Grüns zu ermöglichen. Dass schon kleinste Fehleinschätzungen der Bedingungen oder eine einzelne Windböe mitunter richtig teuer wurden, ist daher fester Bestandteil dieses Turnier auf höchstem Niveau.

Deutsche Damen zeitweise vorneweg

Erneut waren es die Damen, die vor den Herren auf den traditionsreichen Platz des Real Club de Golf Sotogrande gingen.
Das deutsche Team um Bundestrainer Stephan Morales fiel am Ende um zwei Plätze zurück und geht von Rang fünf in die dritte von vier Wettkampfrunden.
Zwischenzeitlich zeigte das Livescoring aber sowohl in der Teamwertung, wie auch in der Einzelwertung ganz vorne den Bundesadler auf Schwarz-Rot-Gold.
Beste Deutsche an diesem harten Tag war erneut Sophia Zeeb. Die Schwäbin, die beim Stuttgarter GC Solitde ihre sportliche Heimat hat, begann solide und brachte nach zunächst sechs Pars zwei Birdies in Folge unter. Auf den letzten zehn Bahnen sammelten sich dann aber doch noch vier Bogeys und ein Doppelbogey, so dass Zeeb eine 76 (+4) unterschrieb. In der Einzelwertung ging es zwar einen Rang nach hinten, aber auf Rang vier liegend sind es für die deutsche Nationalspielerin nur zwei Zähler Rückstand auf die in Führung liegende Französin Mathilde Claisse.
Sarina Schmidt reichte ihre zweite 78 (+6) in Folge ein. An diesem Tag blieb die Athletin des GC München Valley ohne Birdie und musste sich berappeln, nachdem sie nach fünf gespielten Bahnen schon vier über Par lag. Auf der Backnine lief es besser und Schmidt kassierte nur noch zwei Bogeys. Mit gesamt +12 rangiert die Bayerin auf Platz 13.
Miriam Emmert zeigte an diesem zweiten Tag, wozu sie in der Lage ist, auch wenn sie sich gegenüber der ersten Runde am Ende um nur drei Schläge verbessern konnte. Die Falkensteinerin spielte eine kuriose Runde mit zwei komplett unterschiedlichen Hälften. Auf der Frontnine lief es richtig gut und die weiße Weste wurde mit einem Birdie garniert. Da sah es noch so aus, als wenn das Nordlicht sehr viele Plätze in der Einzelwertung würde gutmachen können.
Die Backnine begann mit einem Bogey und es folgten noch zwei Doppelbogeys sowie ein „Triple“. Nachdem Emmert frisch ihr Abitur abgelegt hat, merkt man ihr die noch fehlende Spielpraxis zwar an, sieht aber auch überaus positive Ansätze. Mit 79 (+7) Schlägen bleibt die Spielerin des Hamburger GC im Einzelklassement nach zwei Runden auf Platz 25.

Morales sieht viel Gutes

Damen-Bundestrainer Stephan Morales war angesichts des Zustandekommens der Ergebnisse mit seinen Schützlingen nicht unzufrieden: „Ich kann niemandem einen Vorwurf machen. Wir sind auf einem richtig guten Weg, machen aber halt manchmal noch Fehler bei der Einschätzung des Winds oder des Spinnverhaltens der Bälle auf solchen Grüns. Auf diesem Platz muss man 18 Bahnen voll konzentriert bleiben und darf den emotionalen Level nie sinken lassen. Es fehlen uns nur Kleinigkeiten, damit wir ganz vorne stehen, aber es ist in beiden Wertung noch alles für uns drin!“

Perfekter Start von de Bruyn

Bei den Herren legte Jannik de Bruyn einen perfekten Start hin. Nach sieben Bahnen war die Scorekarte blütenweiß und das Birdie auf Bahn 2 verhalf dem Spieler des GC Hösel zum zwischenzeitlichen Sprung auf Rang zwei in der Einzelwertung. Auf der Backnine kam dann kein weiteres Birdie dazu. Stattdessen notierte der Sportsoldat an drei Bahnen einen Score über Par und kam am Ende erneut mit einer 75 (+3) ins Clubhaus. In der Einzelwertung schafft Jannik de Bruyn es damit in die Top Ten.
„Der Score spiegelt leider nicht meine eigentliche Leistung wider. Ich bin heute etwas enttäuscht, denn das Ergebnis hätte um drei oder sogar vier Schläge besser ausfallen müssen. Für die beiden letzten Runden nehme ich mir vor, meine Chancen zu nutzen“, legte Jannik de Bruyn den Schalter nach der Runde  gleich wieder auf Angriff um.

Bunte Frontnine

Die Frontnine wurde bei Michael Hirmer richtig bunt. Der Bayer, der für den Stuttgarter GC spielt, brachte auf Bahn 6 ein Birdie unter, musste aber auch zwei Bogeys, einen Doppelbogey und auf Bahn 9 sogar einen Triplebogey hinnehmen. Stark, wie der erfahrene Spieler danach seine Nerven in den Griff bekam und eine saubere Backnine hinlegte, wo er den vielen Pars auch ein Birdie auf Bahn 14 untermischte. Zwei Bogeys auf den beiden abschließenden Bahnen brachten Hirmer auf 79 (+7) Schläge.

Timo Vahlenkamp legte auf Bahn 3 ein Birdie vor, kassierte aber postwendend ein Doppelbogey. Nach vier weiteren Bogeys unterschrieb der Sportsoldat eine 77 (+5) und tritt in der Einzelwertung auf der Stelle.

Alexander Herrmann vom Stuttgarter GC sammelte auf der Frontnine vier Bogeys, spielte anschließend sehr sicher und musste erst auf der 18 erneut einen Bogey hinnehmen.

Wertvoll

Bundestrainer Ulli Eckhardt konstatierte am Abend: „Das war heute wirklich schwer. Um hier zu scoren, musste man das allerbeste Golf spielen. Das haben wir teilweise gut, teilweise auch nicht so gut gemacht. Die Jungs haben wieder viel gelernt. Ich finde es daher nicht dramatisch, dass wir ein paar Plätze verloren haben. Mir geht es hier darum, dass die Athleten sehen, was man braucht, um vorne mitzuspielen. Hier bekommst Du genau das jeden Tag auf den Teller gelegt, was man können muss. Deshalb ist es so wertvoll, hier zu spielen und ich freue mich auf die beiden kommenden Tage.“


Startzeiten Runde 3

Miriam Emmert 8.50h
Sarina Schmidt 9.20h
Sophia Zeeb 10.00h

Alexander Herrmann 11.40h
Timo Vahlenkamp 12.20h
Michael Hirmer 13.00h
Jannik de Bruyn 13.30h

 

Livescoring Vor dem Start So lief Tag 1

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