Bild Information: Wahrlich keine Schande: T33 bei den British Boys für Luc Breuer (Foto: DGV)

Aus für Breuer auf dem ersten Extraloch  

Golf Team Germany
 

Mit Luc Breuer ist bei The Boys Championship in Nordirland auch der letzte Deutsche ausgeschieden.

Es war ein ganz heißes Duell, das sich Luc Breuer und der Engländer Harrison Arnold in der Runde der besten 64 bei krassen Wetterbedingungen lieferten. Viel Regen und heftiger Wind mit teils sehr kräftigen Böen sorgten für sehr wechselhafte Bedingungen.
Der Aachener begann stark und sicherte sich auf der Frontnine eine solide Führung. Lange lag der 16-Jährige 2auf und hatte sich mehrfach gut in Stellung gebracht, um auf 3auf davonzuziehen. Auf Bahn 9 hätte dafür ein Zweiputt gereicht, aber der Deutsche musste den Putter ein drittes Mal bemühen, so dass auch diese Bahn geteilt wurde.
Nach elf gespielten Löchern stand es noch immer 2auf, als der Brite plötzlich einen kleinen Lauf bekam und binnen drei Bahnen von Loch 12 bis Loch 14 das Match drehte.

Kämpferherz

Luc Breuer bewies aber ein großes Kämpferherz und glich auf der 15 wieder aus. Auf Bahn 16 spielte sich ein Drama besonderen Ausmaßes ab. Der Ball von Luc Breuer musste im tiefen Rough gesucht werden. Obwohl oder weil keiner die Zeit genommen hatte, kam es zu Unstimmigkeiten. Der Ball wurde gefunden, aber der Brite war der Ansicht, dass die Zeit bereits abgelaufen war, während der Bundesadler fest davon überzeugt war, dass der Ball noch innerhalb des erlaubten Zeitfenster gefunden worden war. Heikel und letztlich entscheidend: Luc Breuer hatte schon einen Schläger in die Hand genommen, um zum vorherigen Schlagpunkt zurück zu gehen. Dies deutete der Gegner als Anerkennung, dass die Zeit abgelaufen war. Auch die Referees sahen dies so.
Breuer machte sich also tatsächlich auf den Weg zurück, während Harrison Arnold im Glauben, er habe das Loch bereits gewonnen, seinen Ball aufnahm. Der Ball musste mit Strafschlag zurückgelegt werden, was am Lochgewinn für den Engländer aber nichts ändert.
Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann befand: „Es war eine sehr, sehr kniffelige Regelsituation, die sicherlich beiden Athleten für immer in Erinnerung bleiben wird.“
Trotz dieses Hin-und-Hers gab sich der Youngster aus dem Junior Team Germany nicht geschlagen und glich auf der 17 postwendend wieder aus. Auf der 18 spielte der mehrfache Deutsche Jugendmeister erneut ganz stark und hatte aus weniger als vier Metern einen Putt zum Sieg. Der Ball verfehlte das Loch hauchdünn. All square nach 18 Bahnen, es folgte das Stechen.
Direkt auf dem ersten Extraloch zauberte Harrison Arnold auf eine sehr heikle Fahnenpositionen aus dem Rough seinen Schlag ins Grün beeindruckend dicht an den Stock und ließ sich diese Chance nicht mehr nehmen.

Lernprozess im Fokus

Christoph Herrmann zog letztlich ein positives Fazit dieser großen Meisterschaft aus deutscher Sicht: „Es war ein sehr spannendes Spiel. Luc war dran, zu gewinnen, hat es im letzten Moment aber nicht bis zum Ende durchgezogen. Das passiert auch mal, aber in dem Match war ganz viel drin, was den Lernprozess des Spielers voran bringt. Trotz der traurigen Erkenntnis, dass jetzt kein Deutscher mehr dabei ist, erfreuen wir uns an solchen Situationen bei einem solchen Weltklasse-Turnier auf Weltklasse-Golfplätzen. Hier zu lernen, steht für uns eben auch besonders im Fokus!“

Trotz Ehrgeiz gefasst

Luc Breuer ist sehr ehrgeizig und muss eine Niederlage erst einmal etwas verdauen. Dennoch war der Aachener nach diesem sehr wechselvollen und intensiven Tag sehr gefasst: „Ich bin extrem gut in das Match reingekommen und habe direkt die Löcher 3 und 4 souverän gewonnen. Die Führung habe ich gut halten können, aber leider auf 9 und 11 Chancen verpasst, um das Ding hier klarzumachen. Als ich die Grüns auf den Löchern 13 und 14 verfehlt habe, hat mein Gegner das gut ausnutzen können. Auf der 16 hatten wir eine unklare Situation, aber die 17 haben ich stark gewonnen, um wieder auf all square zu gehen. Auf dem 18. Grün konnte ich das Break leider nicht klar sehen. Der Putt war eigentlich gut, ist aber vorbei gelaufen. Im Stechen hat der Engländer aus dem Rough einen absolut perfekten Schlag gemacht. Sowas gelingt nur einmal bei 50 Versuchen. Das war extrem gut. Ich wusste dann, dass ich nachlegen und voll auf die Fahne gehen musste. Das Risiko war relativ hoch. Der Schlag war nicht schlecht, nur etwa einen halben Meter zu weit links. Der Ball ist dann aber noch vom Grün gesprungen und das Up-and-down war unglaublich schwer. Im Endeffekt ist das Match nicht hintenrum verloren gegangen. Ich hätte in der Zwischenphase meinen Vorsprung ausbauen müssen. Ein Sieg wäre möglich gewesen, deshalb bin ich auch mehr als enttäuscht, aber nächstes Jahr heißt es, sich wieder in die Matchplays zu kämpfen und es dann besser zu machen.“

Scoring Zählspiel So war Tag 2 Livescoring Matchplay

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