Bild Information: Leonie Harm (li.) zieht mit Unterstützung von Celina Sattelkau ins Halbfinale ein (Foto: DGV)

Harm steht im Halbfinale    

Golf Team Germany
 

Durchmarsch in England  

Leonie Harm steht im Halbfinale der Ladies' British Open Amateur Championship 2018! Die Athletin des GC St. Leon-Rot spielte in beiden Matches auf dem Links Course des Hillside GC in Southport unglaublich sicher und musste nur einen einzigen Bogey hinnehmen, wobei auch an diesem Loch der Par-Putt direkt auf der Lochkante tänzelte und ebenso gut hätte fallen können. Gegen eine Leonie Harm, die keine Fehler macht, haben es alle Kontrahentinnen sehr schwer.

Am Morgen trafen im innerschwäbischen Duell Aline Krauter und Leonie Harm aufeinander. Solitude versus SLR. Harm setzte Krauter durch eine bogeyfreie Runde, die gezählt bei zwei unter Par ausgekommen wäre, gehörig unter Druck und machte dadurch nie die Tür für die Spielerin des Stuttgarter GC auf. „Aline hatte ein paar schlechte Kicks, während ich eher das Glück auf meiner Seite hatte“, beschrieb Leonie Harm die Situationen, die dazu führten, dass ihre Gegnerin einige Male Bekanntschaft mit den tiefen Bunkern machte. Mit 6&5 fiel der Sieg der SLR-Athletin letztlich deutlich aus.

Viertelfinale

Im Viertelfinale hieß die Gegnerin Priscilla Schmid. Hilfe bekam Leonie Harm von Celina Sattelkau, die ihr erstes Match verloren hatte, aber alle Kräfte mobilisierte, um ihrer Clubkameradin zu helfen. Dankbar nahm Leonie Harm den Support an, zumal sie beim GC St. Leon-Rot im Vierer meist mit Celina Sattelkau unterwegs ist und die beiden sich auch auf den Grüns blind verstehen.

Priscilla Schmid konnte schon auf dem ersten Loch sehen, was der Nachmittag für sie bereithalten würde. Harm musste einen langen Putt lochen, um ihr Up-and-down zu halten. Die frisch gekürte Internationale Amateurmeisterin von Deutschland stopfte den Ball trotz eines schwer einzuschätzenden Breaks und hatte damit das Momentum sofort auf ihrer Seite. Nach fünf Bahnen lag die Schweizerin schon 3down und musste auf Bahn 10 ein Birdie machen, um endlich ihr erstes Loch zu gewinnen. Harm konterte aber sofort mit einem Birdie und erhöhte wieder auf 3auf. Auf dem 15. Grün war die Messe gelesen. Mit 4&3 war auch das zweite Match eine klar Sache für Leonie Harm.

„Beides waren schöne und faire Matches“, strahlte die 20-Jährige am Abend und freute sich auf den Finaltag. Im Halbfinale trifft Leonie Harm auf Lee Jaclyn aus Kanada. „Mit Lee habe ich zwei Zählspielrunden gespielt. Ich mag sie sehr und es ist eine gute Spielerin. Das wird eine Herausforderung, genau wie bisher alle Matches“, blickt die Deutsche respektvoll, aber auch sehr zuversichtlich auf den letzten Tag einer ganz großen Meisterschaft. Noch zwei Siege trennen Leonie Harm von Einladungen zu drei Major-Turnieren und der Ehre, Augusta National spielen zu dürfen.

Sattelkau mit heißem Duell

Celina Sattelkau durchlebte in ihrem Achtelfinal-Match gegen Emilie Overas alle Höhen und Tiefen, die das Format Matchplay so reizvoll machen. Schnell geriet die Deutsche in Rückstand und lag nach fünf Bahnen schon 2down, obwohl ihr auch schon ein Birdie geglückt war. Die Norwegerin hatte aber einen ganz starken Start erwischt. Zum Ende der Frontnine legte die Spielerin des Junior Team Germany einen Zwischenspurt ein und machte auf den Bahnen 8 und 9 jeweils ein Birdie, wobei die neunte Bahn sehr schwer zu spielen ist. Damit drehte die 16-Jährige das Match und lag nun selbst in Front.

Overas profitierte auf den Bahnen 11 und 12 von Fehlern der Deutschen und übernahm nun wieder die Führung. Doch wieder war es die Spielerin, die im GC Pfalz ihre ersten Schwünge gemacht hatte, die mit zwei Birdies erst ausglich und dann selbst wieder die Führung übernahm. Auf der 18 lag Celina Sattelkau im Semirough und bot so der Skandinavierin die Chance, wieder auszugleichen und das Stechen zu erzwingen. Auf dem zweiten Extraloch war ein Birdie der Kontrahentin zu stark, aber Celina Sattelkau nahm es gelassen: „Hätte ich etwas Dummes gemacht, hätte ich mich geärgert, aber so war es okay. Es war ein richtig gutes Match und ich habe echt glatt gespielt. Es ist nicht ganz so viel gefallen, das war etwas schade. Ich bin echt zufrieden, dass ich das Match zweimal drehen konnte. Ich gehe hier mit einem positiven Gefühl raus.“

Große Aufmerksamkeit an der Irischen See

Ganz besonders gut gefallen hat Celina Sattelkau, dass jeder Flight mit eigenem Scorer und eigenem Ruler unterwegs war. Zahlreiche Kamerateams waren auf dem Platz verteilt und viele Zuschauer begleiteten die Matches. „Das war richtig cool und sehr professionell. Ich habe mich gefühlt wie bei den richtig Großen und es war eine gute Erfahrung. Ich bin damit gut umgegangen und habe es für mich positiv genutzt. Das war großes Kino und ein Einblick in das Golf der richtig Großen, dem ich hoffentlich immer näher kommen werde“, strahlte die ehrgeizige Athletin am Abend.

Ava Bergner und Hollie Muse

Ava Bergner hatte im Achtelfinale eine ganz harte Nuss zu knacken. Hollie Muse spielte grandioses Golf, obwohl sie nach einem Sturz am Mittwoch noch Schmerzen hatte. Die Engländerin aus West Lancashire spielte praktisch fehlerfrei und da Ava Bergner selbst nicht ganz so solide wie am Vortag unterwegs war und auch auf den Grüns nicht vom Glück verwöhnt wurde, reichten am Ende die Löcher nicht mehr, um das Match noch zu drehen, nachdem Muse sich einmal eine Führung erkämpft hatte. „Es ist aber trotzdem ein gutes Turnierergebnis“, war Ava Bergner nach dem Aus nicht unzufrieden mit ihrem Platz in der Top Ten.

Drei Deutsche auf dem geteilten neunten Platz und mit Leonie Harm ein ganz heißes Eisen weiter im Feuer – da strahlten Michael Terwort und Nicole Gögele am Abend eines ereignisreichen Tages. Die beiden Co-Trainer vertreten Bundestrainer Stephan Morales, der sich zeitgleich um die Spielerinnen seines Kaders beim Major-Turnier der LPGA Tour kümmert.

Um 8.40 Uhr Ortszeit geht es am Samstag für Leonie Harm im Halbfinale weiter.

 

Tag 3 - 28. Juni 2018

Große Siege - Deutsche im Matchplay ganz stark

Michael Terwort strahlte mit der Sommersonne über England um die Wette. Am ersten Matchplay-Tag bei der 115. Ladies British Open Amateur Championship zeigten die Spielerinnen des National Team Germany teils phantastische Leistungen und machten den Co-Trainer von Bundestrainer Stephan Morales dadurch sehr glücklich.

Ava Bergner sorgte an einem windigen Tag für zwei Paukenschläge. Zunächst warf sie die beste Spielerin des Zählspielqualifikation aus dem Rennen und setzte sich dann auch noch gegen eine namhafte Britin durch.

Gegen Elin Esborn legte Ava Bergner mit zwei Birdies los und ging so mit 2auf in Führung. Auf Bahn 6 erhöhte die Deutsche mit einem weiteren Birdie auf 3auf. Die Schwedin gab sich aber nicht geschlagen und verkürzte wieder, so dass nach 15 gespielten Löchern die Führung der Spielerin des GC Mannheim-Viernheim nur noch 1auf war. Die drei ganz schweren Abschlussbahnen warteten noch auf die Spielerinnen. 16 und 17 wurden geteilt. Auf Bahn 18 hätte es Ava Bergner gereicht, das Loch zu teilen, aber ein guter Putt aus mehr als fünf Metern fiel, so dass am Ende ein 2auf-Sieg für die Deutsche stand.

Nach einer sehr kurzen Pause ging es für Ava Bergner in der Runde der besten 32 gegen Annabell Fuller.

Hochklassig und umkämpft

Beide Kontrahentinnen lieferten sich zu Beginn einen wilden Wechsel. Birdie hüben wurde mit Birdie drüben beantworten und so wechselte die Führung ständig, ohne dass sich jemand absetzen konnte. Auf Bahn 10 machte die Deutsche ein sehr solides Up-and-down, während Fuller ein Bogey notieren musste. Ava Bergner spielte danach grundsolide weiter, die Britin fing dagegen an, zu struggeln. „Ich habe am Ende meine Sache fertig gemacht und Annabell mit 4&2 nach Hause geschickt. Ich war mit dem ganzen Tag sehr zufrieden. Vor allem Drives und Putts waren sehr gut, an den Eisen kann ich noch ein bisschen arbeiten und freue mich jetzt darauf, morgen weiterspielen zu dürfen“, strahlte die Siegerin am Abend. Am Bag hatte Bergner am Vormittag Alexandra Försterling als tatkräftige Hilfe, während am Nachmittag Polly Mack als Caddiesse half. Die Spielerin des Berliner GC Stolper Heide selbst hatte zwar den Cut gemacht, im ersten Match aber mit 6&5 deutlich gegen Annabell Fulller verloren. Im Achtelfinale trifft Ava Bergner auf Hollie Muse, die ihre beiden Matches jeweils mit 3&2 gewann.

Sattelkau im Powermodus

Ebenfalls in der Runde der besten 16 steht Celina Sattelkau. Gegen Louisa Brunt vom benachbarten GC Royal Birkdale setzte sich die Spielerin des Junior Team Germany glatt mit 4&3 durch. Ständig lag die Deutsche in Führung und setzte sich zu Beginn der Backnine entscheidend ab. Es wäre gezählt eine Par-Runde geworden, was auf dem Platz des Hillside GC schon sehr gut ist. „Ich habe sehr solide gespielt, nur einen oder zwei Fehler gemacht. Da war echt noch viel drin“, freute sich Celina Sattelkau über ihre starke Leistung.

Ganz anders verlief das zweite Match. Gegen Lauren Hartlage lag der Bundesadler ständig in Rückstand und ging 1down auf die Backnine. Auf dem zehnten Grün hatte die US-Amerikanerin noch sechs Meter zum Par, während der Ball von Celina Sattelkau einiges näher an der Dose lag. Der Putt der Amerikanerin fiel, der der Deutschen nicht. 2down nach zehn Bahnen roch nach einer Vorentscheidung. Aber die Rechnung darf nie ohne den eisernen Willen der SLR-Nachwuchsspielerin gemacht werden. Auf Bahn 12 vergab Sattelkau einen Birdieputt, holte aber auf dem 13. Grün nach, mit einem Birdie zu verkürzen. Auf Bahn 14 lag die Deutsche zwar erst in einem der tiefen Topfbunker, rettete aber mit einem grandiosen Eisen ins Grün das Par.

Auf Bahn 16 ging das Match zurück auf all square. Das Momentum war nun bei Schwarz-Rot-Gold. Mit dem Lochgewinn auf der 17 sicherte sich Celina Sattelkau den Sieg und damit den Einzug ins Achtelfinale. Dieser Erfolg ist hoch zu bewerten, denn in ihrem ersten Match hatte Lauren Hartlage klar gegen die starke Österreicherin Emma Spitz gewonnen.

Im Achtelfinale trifft Celina Sattelkau auf die Norwegerin Emilie Overas.

Zweimal 18 Löcher

Leonie Harm hat sich für das Achtelfinale qualifiziert, musste dafür aber zweimal über die volle Distanz gehen. Im ersten Match gegen Teresa Diez aus Spanien hatte die SLR-Athletin etwas Mühe, weil sie selbst nicht optimal unterwegs war. Meist lag Harm knapp in Rückstand, weil die Spanierin kaum Fehler machte. Erst gegen Ende der Runde drehte die routinierte Spielerin das Blatt und nutzte die Chancen eiskalt aus, die ihr geboten wurden.

Es war klar, dass im zweiten Match gegen Frida Kinhult mehr kommen müsste, um gewinnen zu können. Und genau so kam es. Leonie Harm begann bärenstark und schob aus acht Metern zum Birdie ein. Die Schwedin ließ das aber kalt und versenkte selbst kurz darauf einen Putt aus sieben Metern. Das Niveau war beachtlich und der Bundesadler schaffte es immer, einen Rückstand zu vermeiden. Mit einem Birdie-Birdie-Finish sicherte sich letztlich Leonie Harm den Aufstieg ins Achtelfinale. Am Bag und beim Lesen der Pittlinie hatte Leonie Harm tatkräftige Unterstützung. Teils war Maike Schlender, teils Sarina Schmidt an der Seite der jüngst zum zweiten Mal als Siegerin der Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland gekürten Spielerin des GC St. Leon-Rot.

Süddeutsches Duell

Im Achtelfinale kommt es zu einem deutsch-deutschen Duell, denn Leonie Harm trifft auf Aline Krauter. Dieses Duell verspricht spannend zu werden, denn auch die Stuttgarterin zweigte sich enorm nervenstark und bezwang starke Kontrahentinnen jeweils auf dem 18. Grün. Zunächst musste eine der Titelaspirantinnen der Stärke von Aline Krauter weichen. Gegen die Französin Elodie Chapelet ging Krauter mit einer 1auf-Führung auf das 18. Tee und erhöhte mit einem Lochgewinn zum 2auf-Sieg.

Anschließend traf die Spielerin des Stuttgarter GC Solitude auf Lauren Hillier. Die Waliserin forderte dem Bundesadler alles ab, indem sie vier Birdies auf sechs Löchern vorlegte. Erst spät drehte sich das Blatt und mit 1auf war der Sieg von Aline Krauter ebenso verdient wie knapp.

Zeeb in zweiter Runde ausgeschieden

Die Clubkameradin von Aline Krauter hat den Aufstieg ins Achtelfinale verpasst. Im ersten Match ließ Sophia Zeeb nichts anbrennen und lieferte mit einer starken Leistung gegen die Spanierin Carolina Lopez einen sauberen 5&4-Sieg ab.

Anschließend lieferte sich die Schwäbin gegen Sarah Kouskova ein hochspannendes Duell auf Augenhöhe. Die Tschechin hatte mit etwas Glück das bessere Ende für sich und gewann mit 1auf gegen Sophia Zeeb.

Aus in der ersten Runde

Überraschend den Einzug in die zweite Matchplay-Runde verpasst hat Esther Henseleit. Die Co-Leaderin nach dem Zählspiel unterlag der Finnin Anna Backman auf dem 18. Grün mit 1down.

Auch für Sophie Hausmann war am Mittag das Turnier beendet. Gegen die erwartet starke Italienerin Alessia Nobilio konnte die Hubbelratherin das Match offen gestalten, führte anfangs sogar mit 2auf und musste sich erst auf dem ersten Extraloch geschlagen geben, als die Südeuropäerin aus zwölf Metern zum Birdie einlochte. „Die Italienerin hat konstant gute Eisen gehauen. Ich habe zwischendrin die Eisen nicht ganz glatt getroffen, so dass ich das eine oder andere Loch verloren habe, obwohl ich gute Up-and-downs gemacht habe. Das ist hier mal eine ganz andere „British“. In kurzer Hose und mit Shirt spielen sich die britischen Plätze doch etwas anders. Die Fairways werden von Tag zu Tag trockener und man muss echt aufpassen, wo man den Ball aufkommen lässt“, berichtet Sophie Hausmann von einem untypischen heißen Sommer an der Irischen See.

Einladungen auf die ganz große Bühne

Die Siegerin dieses Turniers wird in das Rampenlicht der ganz großen Golfwelt treten, denn 2018 wird es noch Einladungen für die Women's British Open, die Evian Championship und 2019 noch zur U.S. Women's Open der Augusta National Women's Amateur Championship geben.

 

Tag 2 - 27. Juni 2018

Acht Deutsche im Cut - Matchplay in England

Mit einer phantastischen Zwischenbilanz warten die deutschen Damen bei der 115. Ladies British Open Amateur Championship auf. Achtmal taucht Schwarz-Rot-Gold im Matchplay Draw auf. Dies bedeutet, dass acht Deutsche den Cut nach zwei Runden Zählspiel überstanden haben. Michael Terwort und Nicole Gögele, die beiden Co-Trainer des National Team Germany haben in Hillside bei sommerlichen Temperaturen weiterhin jede Menge Arbeit.

Auch wenn dies ab jetzt kaum noch von Bedeutung ist: Esther Henseleit geht vom Platz zwei in den Kampf Lady gegen Lady. Die Hamburgerin kam nach der 70 von gestern am zweiten Tag mit einer 73 (+1) von Southport Links. Mit 143 Schlägen teilt sich Henseleit die Führung mit der Schwedin Elin Esborn, die nach Kartenstechen aber im Matchplay Bracket auf Platz eins gesetzt wurde und somit auf Ava Bergner vom GC Mannheim-Viernheim trifft.

In der ersten Runde Matchplay geht es für Esther Henseleit gegen Anna Backman. Die Finnin hat im Zählspiel elf Schläge mehr gebraucht als die Deutsche, aber dies ist im konkreten Duell ohne jede Bedeutung.

Harm und Sattelkau solide

Leonie Harm hat sich mit einer 73 und einer 74 auf Rang 14 souverän durchgesetzt und trifft in Runde eins auf Teresa Diez aus Spanien.

Drittbeste Deutsche nach zwei Tagen Zählspiel ist Celina Sattelkau. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot kam nach zwei Bogeys und zwei Birdies Even Par von der Runde. „Ich habe heute relativ solide gespielt. Die Drives waren größtenteils auf der Bahn und ich habe auch viele Grüns getroffen. Vor allem die langen Eisen waren gut. Das Putten hat auch gepasst, wobei nur wenig gefallen ist. All in all bin ich zufrieden, mit dem Spiel und meiner Körpersprache“, so Sattelkau am Abend. Gegnerin in der Runde der besten 64 wird Louisa Brunt sein. Die Engländerin hat direkt nebenan, auf Royal Birkdale ihre sportliche Heimat und ist damit an Links-Golf an der Irischen See bestens gewöhnt. Vielleicht ist es für Celina Sattelkau eom Vorteil, dass der Wind sich aktuell dezent zurück hält.

Hohe Hürde

Vom Namen her die vielleicht höchste Hürde hat in der ersten Matchplay-Runde Sophie Hausmann. Die Hubbelratherin hatte mit Runden von 80 und 74 Schlägen den Cut gemacht und trifft nun auf Alessia Nobilio. Die Italienerin hatte zuletzt bei der Allianz German Boys & Girls Open in St. Leon-Rot voll überzeugt und Platz zwei in einem starken Feld belegt.

Zwei Spielerinnen duften sich am zweiten Tag dieser großen Meisterschaft über ein Hole-in-one freuen. Erst war es die Niederländerin Romy Meekers, die auf Bahn 10 einlochte. Später am Tag legte die Britin Hannah Screen auf Bahn 4 nach.

Tag 1 – 26. Juni 2018

Guter Start für deutsches Team, Links Golf vom Feinsten

Der Start in die 115. Ladies British Open Amateur Championship war aus deutscher Sicht gelungen. Auf Southport Links war Esther Henseleit vom Hamburger GC am ersten Tag die beste Spielerin mit dem Bundesadler auf dem Shirt. Die Spielerin des National Team Germany startete mit zwei Bogeys auf den ersten vier Bahnen eher zurückhaltend, zündete dann aber den Turbo und zauberte von Bahn 6 bis 11 nicht weniger als drei Birdies und ein Eagle auf den anspruchsvollen Platz. Nach einem Bogey auf Bahn 13 verbesserte sich das Nordlicht mit einem Birdie auf Bahn 16 wieder auf drei unter für den Tag. Hier hätte Esther Henseleit fast ein Hole-in-one erzielt, aber der Ball lieft über die Lochkante. Das Birdie war aber ganz sicher.

Das Bogey auf dem 18. Grün verhinderte, dass Henseleit alleinige Zweite ist. Ein Grünbunker hatte sich als besonders hartnäckig erwiesen.

Mit 70 (-2) Schlägen teilt sich die Falkensteinerin so den zweiten Rang mit drei weiteren Athletinnen. Der Rückstand auf die Führende Elodie Chapelet (Frankreich) beträgt nur zwei Schläge.

„Mit meiner Runde zum Einstieg bin ich zufrieden. Die Bedingungen hier könnten nicht besser sein, aber der Platz ist sehr anspruchsvoll. Wegen der vielen Topfbunker muss man sehr taktisch spielen. Das ist mir heute gelungen, auch wenn ich ein paar Abschläge ins tiefe Rough gespielt habe“, analysierte die Varelerin sachlich ihre Runde.

Zeeb mit gutem Putter

Sehr gut in diese große Meisterschaft gestartet ist auch Sophia Zeeb. Die Stuttgarterin hatte ebenfalls einen durchwachsenen Start und lag nach einem Bogey und einem „Double“ schon bei drei über Par, ehe sie zum Ende der Frontnine mit zwei Birdies das Bild freundlicher gestaltete.

Die zweiten Neun des Platzes, der in direkter Nachbarschaft zu Royal Birkdale liegt, steht in dem Ruf, die beste Backnine eines Links-Courses überhaupt zu sein. So wird jedenfalls Greg Norman zitiert.

Sophie Zeeb ging am Anfang mit zwei Bogeys wieder bis auf drei über Par, bleib aber sehr cool und glich im Endspurt mit drei Birdies ihren Score wieder aus. Die Solituderin geht mit Even Par von T8 in den zweiten Tag.

„Meine Runde lief gut. Die fünf Birdies haben geholfen und ich kann mich nicht beschweren. Ich habe sehr gut geputtet und bin sehr zufrieden. Für morgen hoffe ich auf eine zweite gute Runde“, freute sich Sophia Zeeb über einen gelungenen Auftakt.

Leonie Harm mit besonderem Schlag

Leonie Harm, die nach der Runde für die Doping-Kontrolle ausgelost wurde, begann mit zwei Bogeys, glich vor Bahn 9 ihren Score aber schon wieder aus.

Nach einem Ballverlust zum Ende der Frontnine rutschte ein Doppelbogey auf die Scorekarte der Spielerin des National Team Germany. Auf Bahn 11 senkte die aktuelle Siegerin der Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland ihren Score mit einem sauberen Birdie wieder auf eins über Par und spielte anschließend solide und sicher weiter.

Artistisch geriet der Bunkerschlag auf Bahn 18. Der Ball lag direkt an der hohen Bunkerkante und aus der Lage allen Ernstes an eine Chance zu glauben, dass anschließend eine Chance auf das Par besteht, schien nur im Reich der Phantasie möglich. „Ich wollte den Ball eigentlich nur irgendwie bewegen, habe ihn dann aber doch 20 Zentimeter neben die Fahne gehauen. Das war der glatteste Schlag meines Lebens. Ansonsten war die Runde kein golferisches Highlight. Ich habe einfach versucht, den Ball im Spiel zu halten und das ist mir weitgehend gut gelungen. Ich bin ganz gut drauf und hoffe, dies halten zu können, bis ich hoffentlich Ende August zur Weltmeisterschaft darf“, blickt die Schwäbin vom GC St. Leon-Rot schon auf den absoluten Saisonhöhepunkt.

Sommer in England

Bei 28 Grad und Sonne pur war der Wind an diesem Tag kein Thema, obwohl der Platz direkt an der Irischen See liegt. Eher schon die Trockenheit. Sogar für einen traditionellen Links-Course ist der Platz sehr hart und so ist es ein echtes Glücksspiel, wohin ein Ball springt. Kontrollieren kann man die Bounces kaum.

Tradition und Geschichte

15 deutsche Athletinnen sind bei der 115. Ladies British Open Amateur Championship in Hillside/England am Start. Wie immer bei diesem traditionsreichen Damenturnier, das 1893 zum ersten Mal ausgetragen wurde, ist das Teilnehmerfeld sehr stark besetzt. 144 der besten Golferinnen aus 24 Nationen bewerben sich mit ihrer Teilnahme nicht nur um den Sieg, sondern auch um einen Startplatz für die „große“ Women´s British Open, die Anfang August auf Royal Lytham & St Annes ausgetragen wird.

Der Platz ist ein wahrer Championship Links Course. Hillside ist einer der Plätze, die für das Final Qualifying zu „The Open“ genutzt werden. Auch „The Amateur Championship“ wurde dort schon ausgetragen.

Nach zwei Runden Zählspielqualifikation ziehen die besten 64 Spielerinnen in die Matchplays ein.

 

Livescoring

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Sophia Popov (Foto: Noah Montgomery@hitwiththetruth) schwimmt weiter auf der Erfolgswelle Sophia Popov (Foto: Noah Montgomery@hitwiththetruth) schwimmt weiter auf der Erfolgswelle

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Sieg Nummer drei für Popov

Sophia Popov holt sich auf der Cactus Tour in den USA den dritten Titel binne...

weiterlesen
Konzentriert zum dritten Sieg: Sophia Popov (Foto: Noah Montgomery@hitwiththetruth) Konzentriert zum dritten Sieg: Sophia Popov (Foto: Noah Montgomery@hitwiththetruth)

Golf Team Germany

Dritter Sieg für Popov in den USA

Sophia Popov nutzt die Turnierpause der großen Touren, um sich mit Topergebni...

weiterlesen
Abstand halten und im starken Team trainieren (Foto: Bornemeier) Abstand halten und im starken Team trainieren (Foto: Bornemeier)

Lehrgang GTG

Vorbereitung in Valley

Profis und Spitzenamateure treffen sich im GC München Valley zur Vorbereitung...

weiterlesen
Sophia Popov (Foto: @abeautifulhabit) startete in die Finalrunde im Leaderflight Sophia Popov (Foto: @abeautifulhabit) startete in die Finalrunde im Leaderflight

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Popov mit Ciganda im Leader-Flight

Sophia Popov traf auf der Cactus Tour in den USA in der Finalrunde auf die sp...

weiterlesen