Bild Information: Weiterhin auf Rang 3: Das National Team Germany (Foto: golfsupport.nl/Frank Vuylsteke)

Gute Position verteidigt

Golf Team Germany
 

Am zweiten Tag der inoffiziellen Zählspiel-Team-Europameisterschaft verteidigen die Herren im Wind von Sotogrande Rang drei, während die Damen des Junior Team Germany weiter die Rote Laterne halten, aber genau das machen, was das Ziel für die jungen Athletinnen ist: viel lernen.

Sotogrande/Spanien – Der frisch renovierte Platz des Real Club de Golf Sotogrande hat auch am zweiten Wettkampftag seine Zähne gezeigt und so liegen die Scores insgesamt eher hoch, obwohl viele sehr gute Spieler im Teilnehmerfeld auftauchen.

Bei den Damen gelang es keiner Spielerin, unter Par ins Clubhaus zu kommen. In der Einzelwertung liegt die sturmerprobte Schottin Chloe Goadby mit gesamt +2 an der Spitze des Feldes. Beste Deutsche sind schlaggleich auf Rang 22 Polly Mack (Berliner GC Stolper Heide) und Alexandra Försterling (GLC Berlin-Wannsee).

Einen Schlag mehr nach zwei Runden hat Sarina Schmidt, die im GC Schloss Egmating ihre ersten Golfschritte gemacht hat. Die Bayerin hat mit einer 80 (+8) heute die beste Runde der drei Mädchen aus dem Junior Team Germany rein gebracht. Ein besserer Score wurde durch viele nicht gelochte Putts aus kurzer Distanz verhindert. „Im langen Spiel hat fast alles gepasst“, war die 17-Jährige nicht unzufrieden. Auf Bahn 17 hatte Schmidt ihren Schlag auf das Grün gesetzt, aber der Backspin zog den Ball zurück an den Rand des Wassers. Mit Kämpferherz ging die Spielerin des GC München Valley an diese Herausforderung heran, krempelte die Hose auf, zog Schuhe und Socken aus und schaffte es tatsächlich so, mit einem spektakulären Rettungsschlag den Ball auf 20 Zentimeter an das Loch zu legen und das Par zu retten. Die Szene wurde von etlichen Zuschauern und anderen Athleten verfolgt und mit viel Beifall bedacht.

Polly Mack hat eine extrem bunte Scorekarte ins Clubhaus gebracht. Auf nur zwei Bahnen notierte die 18-Jährige ein Par. Ansonsten kamen fünf Birdies, sieben Bogeys und vier Doppelbogeys dazu. Macht in Summe 82 Schläge, die Polly Mack sachlich zusammenfasst: „Die Schläge vom Tee waren heute richtig gut. Nach dem guten Start hatte ich einen Einbruch und habe keine Grüns mehr getroffen. Ich habe mich dann aber wieder gefangen und nach guten Annäherungen zwei Birdies gespielt. Die Fahnenpositionen auf den schnellen Grüns haben das kurze Spiel sehr schwer gemacht. Hier macht Übung den Meister!“

Alexandra Försterling kam nicht richtig in Schwung und lag schon acht über Par, als sie auf die Backnine kam. Diese lief deutlich besser und so kamen nach einem Birdie, einem Bogey und einem Triplebogey nur drei weitere Zähler über Par hinzu. Die 83 (+11) kommt an diesem Tag nicht in die Teamwertung der sehr jungen Truppe, die von Michael Terwort betreut wird.

Der Coach war angesichts der äußeren Bedingungen nicht unzufrieden mit dem Tag: „Der Wind war heute wieder heftig. Die Situation, mit kräftigem Rückwind harte und schnelle Grüns anzuspielen, ist für die Mädels extrem ungewohnt. Jeder Schlag, der nicht mit voller Konzentration und hellwach gespielt wird, wird sofort mit Bogey oder Doppelbogey betraft. Wir haben auf jeden Fall wieder viel dazu gelernt!“

Herren mischen weiter vorne mit

Die Burschen um Bundestrainer Ulli Eckhardt schlagen sich auch am zweiten Tag der European Nations Championship mehr als achtbar. Auch bei den Herren waren tiefe Score sehr rar gesät. Nur drei Athleten schafften es, unter Par vom Platz zu kommen. Die beiden einzigen Spieler, die nach zwei Runden unter Par liegen, marschieren mit sattem Abstand vorneweg: Robin Dawson (Irland) und Jack Davidson (Wales) haben mit gesamt -4 schon sechs Zähler Vorsprung auf den Drittplatzierten David Boote (ebenfalls Wales).

Bester Deutscher in der Einzelwertung ist Timo Vahlenkamp. Der Youngster, der viele Jahre im GC Teutoburger Wald gefördert wurde und nun in der Talentschmiede von Gregor Tilch im Berliner GC Stolper Heide seine neue Heimat gefunden hat, rückt mit einer 74 (+2) auf Rang 14 vor. Die Frontnine war für den 19-Jährigen fast perfekt verlaufen. Vahlenkamp notierte zwei Birdies und hielt seine Scorekarte ansonsten blitzsauber. Auf der Backnine konnte der Deutsche diese Richtung nicht mehr ganz einhalten, denn obwohl er sein erstes Bogey sofort mit einem weiteren Birdie ausglich, rutschten zum Ende der Runde noch vier weitere Bogeys auf die Scorekarte. „Ich habe heute auf der Frontnine richtig gut gespielt und alle Chancen genutzt. Am Ende habe ich einige Schläge liegen lassen. Der Platz ist in einem Top-Zustand. Die Grüns sind richtig gut und schwer zu spielen“, kommentierte Timo Vahlenkamp sein gutes Ergebnis.

Ganz ähnlich verlief die zweite Runde von Max Schmitt. Auch der Andernacher kam mit 34 Schlägen über die Frontnine und notierte auf der Backnine 40 Schläge. Allerdings zauberte der Spieler des GC Rheinhessen alleine auf den ersten neun Bahnen vier Birdies auf den Platz. Auf den zweiten Neun wollte jedoch kein weiterer Birdieputt fallen und so rangiert Max Schmitt nach seiner 80 vom ersten Tag mit gesamt +10 auf Platz 33.

„Das war heute eine Achterbahnfahrt der Gefühle, weil ich viele Birdies gespielt habe, aber eben auch einige Bogeys eingestreut habe. Das Spiel war im Vergleich zu gestern echt gut. Ich habe sehr viele gute Schläge gemacht und kann mich daher auch nicht beschweren. Auf der Backnine war es noch windiger, was keine Entschuldigung für die „vier über“ sein soll, aber die Löcher wurden noch schwerer als sie ohnehin sind. Ich bin mit der 74 noch nicht zufrieden, aber es ist eine gute Steigerung gegenüber gestern. Wenn das so weitergeht, bin ich zufrieden. Der Platz ist mit seinen sehr schnellen Grüns richtig schwer, vor allem bei diesem Wind. Auch das Bermuda-Gras um die Grüns herum macht es nicht einfach, Spin auf den Ball zu bringen. Der Platz bietet eine richtige Herausforderung. Als Team können wir auf Platz drei echt stolz sein und wenn ich es noch in die Top 10 oder wenn es optimal läuft sogar noch in die Top 5 in der Einzelwertung schaffe, wäre das noch schöner“, ist Max Schmit gewohnt kämpferisch und setzt hohe Ansprüch an sich selber.

Platz 27 teilen sich Marc Hammer und Raphael Geißler. Hammer begann mit fünf soliden Pars, kassierte dann aber drei Bogeys in Folge. Auch für die Backnine benötigte der Spieler des GC Mannheim-Viernheim 39 Schläge und kam so mit einer 78 (+6) vom Platz.

Ein sehr ungewohntes Bild bietet die Scorekarte von Raphael Geißler. Der 19-Jährige, der im GC Bruchsal mit dem Golfvirus infiziert wurde, kämpfte sich mit sechs Bogeys und zwei Doppelbogeys über den beeindruckenden Platz des gastgebenden Real GC Sotogrande und hielt mit zwei Birdies den Score noch bei 81 (+9) Schlägen.

In der Teamwertung ist die Mannschaft, bei der Silke Lüdike als Mental-Coachin wieder wertvolle Hilfe leistet, an Norwegen vorbei gezogen, musste allerdings den starken Iren den Vortritt lassen. Das spanische Team ist mit dem Bundesadler gleichgezogen. Für Spannung ist somit an den beiden noch folgenden Tagen gesorgt.

 

Vorbericht zur ENC

Tag 1

 

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