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Klima und Bewässerung von Golfanlagen

Bewässerung
 

Witterungsextreme und klimatischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die Golfplatzpflege.

Die große Hitze und ausbleibender Regen – aber auch Starkregen – haben auf vielen Golf- und Rasensportanlagen in manchen Teilen Deutschlands große Auswirkungen gezeigt. Auf einigen Golfanlagen, die nicht über ausreichend Wasser verfügen oder keine Fairway-Beregnungsanlage haben, kam es vereinzelt zu Trockenschäden an den Gräserbeständen.

Eine gut funktionierende Bewässerungsanlage und eine ausreichende Beregnungswasserversorgung sind notwendig für eine erfolgreiche Gräserpflege. Für eine ausreichende Wasserversorgung sind die regionalen Wasservorkommen von großer Bedeutung.

Wasser kann nicht uneingeschränkt bereitgestellt werden, das Erteilen von Wasserentnahmerechten durch die zuständigen Behörden hängt immer von der regionalen Grundwasserneubildung ab. Für die Grundwasserneubildung aus Niederschlag ist nicht nur die Niederschlagsmenge, sondern auch der Zeitpunkt wichtig. So sind Niederschläge im Sommer auf Grund der höheren Verdunstung nicht so maßgebend zur Auffüllung des Bodenwasserspeichers und nachfolgend zur Grundwasserneubildung wie im Winter, wenn nur wenig verdunstet.

Die Infiltration von Niederschlag ist zudem vom Wassergehalt des Bodens abhängig. Ist der Boden trocken und der Wassergehalt gering, dann ist in der Folge auch eine geringe hydraulische Leitfähigkeit gegeben. Folglich fließt ein Teil des Wassers oberirdisch ab. Ist der Boden bei dem Niederschlagsereignis bereits feucht, kann mehr Wasser versickern, weil der Boden eine bessere hydraulische Leitfähigkeit aufweist. Die größte Infiltrationsfähigkeit hat ein Boden bei vollständiger Wassersättigung.

Die Witterung und die Natur lassen sich nicht planen, aber mit ihr zu arbeiten, heißt sich stets mit diesen Themen zu beschäftigen. Da es aber immer wieder zu regionalen Unterschieden kommt, kann keine einheitliche Schlussfolgerung getroffen werden. Allgemein haben die Niederschläge in den letzten Jahren in Europa sechs bis acht Prozent zugenommen. Regional zeigt sich dabei eine deutliche Zweiteilung. Die Zunahme findet sich hauptsächlich in Nordeuropa, während sie im Mittelmeerraum und in Teilen Südosteuropas um bis zu 20 Prozent abgenommen haben.

In Deutschland zeigt sich kein auffälliger Trend, in Südeuropa findet jedoch eine deutliche Abnahme der Niederschläge statt. Deutliche Niederschlagsabnahmen finden im Sommer in Mitteleuropa statt. Um die Golfplatzpflege professionell zu betreiben, müssen Anpassungen bei der Bewässerung und bei der Pflege erfolgen. Die Bodenfeuchtemessung zur Festlegung der Mengen der Beregnungsgabe wird bereits bei ca. 20% der Greenkeeper praktiziert, Tendenz steigend. Die klimatischen Veränderungen erfordern eine Anpassung der Pflegearbeit die regional sehr unterschiedlich ausfallen können.

Maßnahmen

Folgende Maßnahmen unterstützen eine optimale und wassersparenden Sportrasenbewässerung und führen zum ressourcenschonenden Rasenpflege:

  • Regelmäßige Kontrolle, Wartung und Einstellung der Beregnungstechnik
  • Einsatz von alternativen Wasserressourcen, Regen- und Brauchwasser
  • Ausbringung bedarfsgerechter Wassergaben durch täglich Festlegung der Ausbringungsmenge
  • Durchführung regelmäßiger bodenmechanischer Maßnahmen zur Verbesserung des Porenvolumens und damit des Wasser-Lufthaushalts in der Rasentragschicht
  • Bekämpfung des Rasenfilz durch regelmäßiges Striegeln der Fairways
  • Beregnungsverteilungsmessung und Bodenfeuchtemessung als Grundlage für weitere Entscheidungen der Wassergaben
  • Einsetzen von Netzmittel (Wetting Agent) zur Vermeidung von Hydrophobie (Wasserabstoßung) an der Bodenoberfläche

Es ist eine Summe vieler kleiner Veränderungen die sich durch ein aufmerksames Handeln und durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch in Fachkreisen auch positiv auf die Rasenpflege auswirken kann.

Bei Fragen oder Interesse an einer Überprüfung der Bewässerungsanlage können sich Betreiber von Golfanlagen an Andreas Klapproth (Leiter DGV-Arbeitskreis Golfplatzbewässerung und DEKRA-Sachverständiger für Vegetationsbewässerung) unter Tel. 06195 - 911811 oder klapproth@landschaft-kelkheim.de wenden.

von Andreas Klapproth

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