Bild Information: Auch Todholz lebt (Bild: GC Schloss Maxlrain)

Qualitätsbewusstsein durch Golf&Natur

Golf&Natur
 

Golf Club Schloss Maxlrain erhält Auszeichnung in Gold:  Mehr Professionalität und Effizienz in allen Bereichen des Clubs.

"Unsere Vorstandsarbeit ist erheblich professioneller geworden" - Arno Malte Uhlig klingt ein wenig euphorisch, als er das sagt. Dabei ist der Jurist eigentlich schon von Berufs wegen Keiner, der sich leicht zu überschwänglichen Äußerungen mitreißen lässt. An diesem Dienstag tut er es: Nach gut drei Jahren Arbeit hat der Präsident des Golf Club Schloss Maxlrain, der im bayerischen Voralpenland in der Nähe von Bad Aibling liegt, zusammen mit seinen Vorstandskollegen die Auszeichnung in Gold im Rahmen des Programms Golf&Natur durch den DGV in Empfang genommen

Für die Vorstandschaft der Anlage Anlass genug, nach Jahren intensiver Zusammenarbeit mit dem DGV-Umweltberater Dr. Gunther Hardt ein positives Resümee zu ziehen. „Ein wesentliches Fazit dieses Projektes ist sicherlich, dass man für eine fundierte Umsetzung eine gute Begleitung braucht“, stellt Uhlig fest. „Das macht der Deutsche Golf Verband wirklich gut. Ohne die regelmäßigen Besuche und die zahlreichen Telefonate wäre die Umsetzung der Vorgaben nicht möglich gewesen.“

Wie ein Großteil aller deutschen Golfclubs, die am Programm Golf&Natur teilnehmen, sah man sich nämlich auch in Maxlrain mit einer Fülle von Themen konfrontiert, für die man sich bis dato nicht vorrangig interessiert hatte: Wie sieht es um Genehmigungsvorlagen und Auflagen durch die Behörden aus? Entspricht der Arbeitsschutz vor Ort den gesetzlichen Vorgaben? Wie werden Pflanzenschutz- und Düngemittel gelagert, und wie hoch genau ist die Ausbringung an Wasser an exakt welchen Flächen? „Das Programm hat aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass man sich als Verantwortlicher die Frage stellt „Was mache ich hier eigentlich“, stellt Uhlig fest. „Wie sehen meine Rechtsgrundlagen und  meine Ökonomie aus? Wie laufen meine Maschinen überhaupt?“

Aus dem normalen, durchaus erfolgreichen Betrieb einer qualitativ überdurchschnittlichen Golfanlage, wurde durch diese Fragestellungen in den vergangenen drei Jahren der professionelle Betrieb eines Unternehmens. Im Golf Club Schloss Maxlrain nahm man sich die Thematik des Arbeitsschutzes und der Mitarbeiterfortbildung vor und brachte beides auch mit Hilfe des deutschlandweit agierenden Zertifizierungsunternehmens DQS auf den neuesten Stand. Die Betriebstankstelle wurde modernisiert, die Lagerung der Pflanzenschutzmittel optimiert. Daneben installierte man auch eine regelmäßige TÜV-Prüfung für den Maschinenpark. „Man muss ja ehrlich sagen, dass man als Vorstand in einem deutschen Verein ansonsten immer mit einem Bein im Gefängnis steht, weil man einerseits in der Haftung ist, andererseits viele Aspekte aber erst einmal nicht genau genug beachtet“, resümiert Uhlig.  Das Thema Rechtssicherheit, da stimmt ihm auch Dr. Gunther Hardt zu, ist deshalb ein entscheidender Aspekt bei Golf&Natur.

Andere Themen erscheinen auf den ersten Blick viel offensichtlicher: Der Bereich Natur zum Beispiel, der sich im GC Schloss Maxlrain ohnehin aufdrängt, weil die Anlage völlig unverbaut in einer weitläufigen Waldlandschaft liegt, die insgesamt 150 Hektar umfasst. Gerade weil die Natur im Umfeld des 18-Löcher-Platzes auf den ersten Blick extrem ansprechend ist, fielen kleinere Verbesserungsmöglichkeiten in der Vergangenheit kaum auf.

„Die Frage, wie wir unsere Roughflächen gestalten, hat uns eigentlich nie beschäftigt“, gibt Uhlig zu.  Inzwischen hat man in einem aufwändigen Prozess den Oberboden abgetragen, mit speziellem Magerrasenboden aufgefüllt sowie mit passenden Grasmischungen eingesät. Das Resultat ist vor allem auch aus Sicht der Mitglieder extrem positiv: Durch den lichten Magerrasen lassen sich die Bälle deutlich leichter finden, was die Spielgeschwindigkeit ebenso erhöht wie den Spaßfaktor für den Spieler. Hinzu kommt die optische Aufwertung der Löcher, die durch die zahlreichen Blumenarten nun deutlich ansprechender wirken. Auch die Bienenvölker, die man inzwischen auf der Anlage in einem neuen Bienenhaus angesiedelt hat, profitieren von der Artenvielfalt. Der Golfer selbst kann inzwischen auch den auf der Anlage erzeugten Honig kaufen.


Das Bienenhaus wurde erst in diesem Jahr aufgestellt (Bild: GC Schloss Maxlrain)

Auf die Vertreter des Landesbundes für Vogelschutzes, zu dem der GC Schloss Maxlrain inzwischen Kontakt aufgenommen hat, hat die Kombination aus Wald- und Wiesengebieten auf jeden Fall einen positiven Eindruck gemacht. „Dank Golf&Natur haben wir sowohl bei den Naturschutzverbänden als auch bei den Behörden Vorurteile und Hemmschwellen abgebaut“, stellt Uhlig zufrieden fest.

Ihm selbst ist als Präsident des Golfclubs daneben aber vor allem auch der ökonomische Aspekt des Programms wichtig: „Gerade in Zeiten knapper Kassen haben uns hier einige Erkenntnisse enorm geholfen.“ So konnte durch die Erstellung einer elektronischen Flurkante erstmals eine genaue Kalkulation des benötigten Bunkersandes erfolgen, weil der Club nun über exakte Quadratmeterzahlen für die Bunker verfügt.

Neu ist auch der Wochenarbeitsplan, den das Greenkeeping-Team jetzt grundsätzlich erstellt, um zu einer effizienteren und schlüssigeren Arbeitsabfolge zu kommen. Auch das Sekretariat wurde umgebaut und optimiert, um einerseits einen besseren Empfangsbereich für den Golfer zu schaffen, andererseits aber die Arbeitsplätze zu verbessern.

Die Mitgliedschaft hat sich in den vergangenen drei Jahren auf vielfältige Weise mit dem Programm Golf&Natur auseinandergesetzt. Zum Beispiel, als es im Rahmen einer Schneeschaufelaktion auf den Grüns im Winter darum ging, die Spielqualität für das nächste Jahr zu erhöhen. Um die Kosten gering zu halten, griffen in Maxlrain die Mitglieder selbst zur Schneeschaufel. Immerhin 30 Personen beteiligten sich an der Aktion.

Als Uhlig während einer Sommerwoche freiwillige Traktorfahrer suchte, um den Pflegezustand der Fairways zu optimieren, trat erneut eine ähnlich große Gruppe an. „Wenn man solche Aktionen vernünftig begründet, machen die Mitglieder auch mit“, stellt er zufrieden fest. Alles in allem ist er nach drei Jahren mit dem Programm Golf&Natur von einem Punkt überzeugt: „Das Programm hat unserem Club zu einem gänzlich neuen Qualitätsbewusstsein verholfen.“
- P. Himmel -

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