Bild Information: Was für ein Ausblick (Bild: P. Himmel)

Ein Klassiker setzt auf Nachhaltigkeit

Golf&Natur
 

"Die Spielqualität zu heben ist unser erstes Ziel." Das Programm, das Rainer Schuster, beim Golf-Club Schloss Klingenburg Platzbeauftragter und zuständig für das Programm Golf&Natur, im Hinblick auf diese Zielsetzung  demonstriert, ist beeindruckend.

„Die Spielqualität zu heben ist unser erstes Ziel.“ Das Programm, das Rainer Schuster, beim Golf-Club Schloss Klingenburg Platzbeauftragter und zuständig für das Programm Golf&Natur, im Hinblick auf diese Zielsetzung  demonstriert, ist beeindruckend. Die Golfanlage, die zu den „Klassikern“ im bayerischen Raum zählt, hat sich seit dem Jahr 2012 in vielerlei Bereichen einer Qualitätsanhebung verschrieben, die nun zu der Überreichung des Silber-Zertifikates bei Golf&Natur führte.

Dabei ist die deutliche Verbesserung und Vergrößerung der Driving Range, die sich gerade im Bau befindet, für die Mitglieder die markanteste Maßnahme. Sie wird doppelstöckig gestaltet, um mehr Abschlagplätze zu schaffen, die damit in Zukunft zum Teil auch überdacht sind. Die Genehmigung des verbesserten Übungsareals, bei Golfclubs oftmals ein heikler Punkt, erreichte der Club auch deshalb relativ leicht, weil im Rahmen von Golf&Natur seit dem Jahr 2012 ein deutlich verbesserter Kontakt mit den örtlichen und regionalen Naturschutzbehörden gesucht wurde. Mit ihnen will man im Rahmen von Golf&Natur in Zukunft verstärkt kooperieren. „Derartige Gespräche spielen sich zwar im Hintergrund ab, sind wesentlich, weil sie einem Golfclub auf Dauer eine deutlich verbesserte Stellung in einem Landkreis ermöglichen“, erläuterte Dr. Gunther Hardt, DGV-Umweltberater.

Ein Aspekt, den der BGV-Präsident Norbert Löhlein unterstützte: „Wenn wir in diesem Bereich die Kommunikation verstärken und auch die Mitglieder mehr über solche Aktivitäten unterrichten, zeigt das Programm Golf&Natur erst seine volle Wirkung.“ Tatsächlich nämlich, so stellte auch Monique Löhlein, Mitglied des Executive Committees der European Golf Association, in Schloss Klingenburg fest, besteht die Herausforderung auf Dauer darin, einen Golfclub auch auf die wachsenden EU-Anforderungen hinsichtlich der Naturschutzvorgaben vorzubereiten.

Im GC Schloss Klingenburg hat man sich gerade mit den beiden heiklen Themen „Spritzmittel“ und „Wasserschutz“ in den vergangenen zwei Jahren verstärkt beschäftigt. Die Bewässerung der Grüns wurde optimiert, in einem nächsten Schritt werden die Grüns auf mögliche Pflanzenschutzmittelreste untersucht, ebenso wie die genaue Zusammensetzung des Drainagewasserabflusses. Sowohl der Einbau einer energieeffizienteren Steuerung der Pumpen für die Beregnungsanlage als auch die Installation von Solarzellen auf dem Dach des Caddyhauses führten außerdem zu deutlichen Einsparungen beim Stromverbrauch.

Daneben aber hat sich auch bei diesem Golf&Natur-Projekt gezeigt, dass ein wesentlicher Aspekt des Zertifizierungsprogrammes, an dem inzwischen über 150 deutsche Clubs teilnehmen, die verstärkte Sorge um die Rechtssicherheit der Anlage ist. „Wir haben alle Genehmigungsverfahren genau unter die Lupe genommen und alle Versicherungsverträge noch einmal überprüft und optimiert“, erklärt Schuster. Nachdem der Club am 4. August erhebliche Sturmschäden erlitt, konnten dadurch sofort ehebliche Kosten bei der Schadensbehebung vermieden werden.

Aktiv wurden die Club-Verantwortlichen aber auch im klassischen Bereich des Umwelt- und Naturschutzes: Zusammen mit Vertretern des Bundes Natur und Vogelschutz in Bayern hängte man 35 Nistkästen für heimische Vogelarten auf. Bei einer Belegungskontrolle im November stellte man fest, dass bereits mehr als zwei Drittel der Kästen belegt sind. Gleiches gilt für das Insektenhotel am Abschlag der Spielbahn 16.


Das Insekten Hotel am Abschlag 16 (Bild: GC Schloss Klingenburg)

Positiv für den Golfer dürften sich auch zwei weitere Maßnahmen auswirken: Das Rough neben den Spielbahnen 6 und 16 hat man nun einem Landwirt zur Nutzung überlassen, der hier zweimal pro Jahr mäht und das Mähgut dann entsorgt. Dadurch werden die Roughflächen deutlich magerer im Bestand, so dass der Spieler seine Bälle erheblich besser findet. „Eines der positivsten Merkmale von Golf&Natur besteht darin, dass wir auf der einen Seite durch solche Maßnahmen die Spielqualität für den Golfer verbessern, andererseits den Platz aber auch optisch aufwerten, weil hier verstärkt Wildkräuter und Blumen wachsen“, erläuterte Hardt. „Vor allem aber profitiert auch noch die Natur davon.“

Dieser Aspekt kommt auch an der Spielbahn 17 zum Tragen, wo sich der Club intensiver als bisher um eine alte Streuobstwiese kümmert. 37 neue Obstbäume, alles standortübliche Sorten, wurden bereits gepflanzt. Die Mitglieder wurden in die Aktion ebenso aktiv eingebunden wie die Stiftung Bienenwald. Für das Jahr 2014 hat sich der Vorstand nun weitere neun Flächen vorgenommen, die auf ähnliche Weise nachhaltig entwickelt werden sollen.


Die Mitglieder legten selbst Hand an (Bild: GC Schloss Klingenburg)

Nachdem außerdem der Bereich Arbeitssicherheit verstärkt angegangen wird, in dem zum Beispiel ein Gefahrenstoffkataster erstellt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellt werden, deckt der Club inzwischen alle Projektbereiche von Golf&Natur gut ab. Gerade die Vielfalt dieses Zertifizierungsprogrammes, das zusammen mit dem Zertifizierer DQS durchgeführt wird, so Gunther Hardt, stelle schließlich die Stärke des Programmes dar: „Bei uns geht es nicht nur um Umweltbildung und die Förderung der Biodiversität, sondern eben auch um einen flüssigen Spielbetrieb, gute Spielbedingungen und erstklassige Rasenflächen auf der Golfanlage.“
- P. Himmel -

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