Bild Information: Abgeschiedenheit, Ruhe und Erholung, das strahlt die Anlage auf den ersten Blick aus. (Bild: P. Himmel)

Golf&Natur hat unser Profil geschärft

Golf&Natur
 

Das erste Bild vom Golfclub Konstanz erzählt seine komplette Geschichte: Wer hier am Bodensee nach einer kleinen Fahrt auf einer kurvigen Landstraße durch Obstplantagen und entlang von Pferdekoppeln auf dem Parkplatz vorfährt, blickt auf zwei alte Fachwerkhäuser und eine hübsch bepflanzte Terrasse zwischendrin: Es ist das Clubhaus des GC Konstanz mit seinen Nebengebäuden.

Abgeschiedenheit, Ruhe, ein Gefühl von Erholung strahlt die Anlage auf den ersten Blick aus. „Nein, wir sind kein Schickimicki-Club und wir wollten auch weg von dieser Marketing-Idee“, formuliert es Vorstandsmitglied Ingo Lenßen. „Wir haben ein Programm gesucht, mit dem wir unser Verständnis von einem Club mit Tradition, der sich Gedanken über Nachhaltigkeit macht“, weiterentwickeln können. „Mit Golf&Natur haben wir es gefunden.“ Am Freitag erhielt der Club die Auszeichnung in Gold durch Dr. Gunther Hardt, DGV-Umweltberater.

Tatsächlich hat man sich im GC Konstanz, kaum hatte man sich Anfang 2012 für das Zertifizierungsprogramm des Deutschen Golf Verbandes entschieden, im Rekordtempo an die Umsetzung gemacht. „Mehr als zwei Jahre darf das nicht dauern“, entschied Hartwig Karbe, der die Koordination im Club übernahm und sich an die Realisierung machte. Gut 18 Monate später war es geschafft. Mit der Auszeichnung in Gold hat der Club das komplette Zertifizierungsprogramm abgeschlossen. Für Karbe hat die schnelle Realisierung des Projektes deutliche Vorteile: „Unsere Clubmitgliedschaft hatte ständig das Gefühl, dass etwas vorangeht und konnte die Vorhaben gut nachvollziehen.“ Und: „Wir haben von Beginn an wie in einem Unternehmen gedacht und Golf& Natur in Prozessen organisiert. Auf diese Weise konnten wir uns schnell neu ausrichten und den Club in entscheidenden Bereichen nach vorne bringen.“ Auch der GC Konstanz nämlich steht im ständigen Wettbewerb um Mitglieder mit benachbarten Anlagen und kämpfte zeitweilig mit einer stark überalterten Mitgliedschaft.

Mit Hilfe von Golf&Natur konnte inzwischen in diversen Bereichen des Vereins eine deutliche Qualitätsanhebung erreicht werden, die sich bereits positiv im Bereich Image und Mitgliederwerbung bemerkbar macht. „Uns ist es gelungen, uns als Club zu positionieren, der auch Verantwortungsbewusstsein gegenüber nachfolgenden Generationen und Mitgliedern im Club zeigt“, stellt Lenßen zufrieden fest.


An zahlreichen Abschlägen wurden Tafeln aufgestellt, die auf Notfallpunkte hinweisen. (Bild: P. Himmel)

Nicht nur, dass man das heikle Thema der Wasserversorgung frühzeitig durch eine Anbindung an den Bodensee, aus dem Weg geräumt hat. Auch die Optimierung der Spielqualität durch die Entwicklung eines neuen Baumkonzeptes war den Verantwortlichen wichtig. „Unser Platz hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit zu starkem Schatten durch seine Lage im Wald“, erklärt Greenkeeper Markus Gollrad. Inzwischen hat man mit dem verantwortlichen Förster wesentliche Bereiche ausgelichtet, so dass der Parkcharakter des Platzes wieder stärker betont wird, der Pflegezustand diverser Abschläge und Grüns verbessert wurde und vor allem die Spielfreude beim Golfer gesteigert wurde. Durch den Umbau und die Verlängerung der Driving Range und den damit verbundenen Um- bzw. Neubau einiger Löcher, bei deren Genehmigung die Beteiligung bei Golf&Natur durchaus hilfreich war,  soll die Qualität der Anlage bis 2015 weiter deutlich gesteigert werden.

Auffallend sind an zahlreichen Abschlägen auch die neuen Tafeln, die auf Notfallpunkte hinweisen, welche der Club im Rahmen seines neuen Sicherheitskonzeptes entwickeln ließ. „Gemeinsam mit dem Roten Kreuz haben wir die Koordinaten diverser Rettungspunkte auf dem Platz vermessen lassen“, erklärt Karbe. Diese ermöglichen nun bei einem Notfall einen schnellen Rettungseinsatz. Die Anschaffung eines Defibrillators war da nur eine weitere logische Konsequenz.

„Wir haben festgestellt, dass der Bereich Landschaft eben nur ein Bereich des Programmes Golf& Natur ist“, resümiert Karbe, der sich in den vergangenen 18 Monaten verstärkt auch mit Themen wie Arbeitssicherheit, Mitgliederkommunikation oder Sammlung von behördlichen Auflagen oder Genehmigungen beschäftigt hat. Wobei er gerade im Umgang mit den Ämtern vor Ort inzwischen eine deutlich bessere Zusammenarbeit registriert, die er eben auch auf Golf&Natur zurückführt: „Offensichtlich hat man erkannt, dass wir von uns aus aktiv geworden sind und uns um bestimmte Punkte wie eben auch den Naturschutz kümmern.“

Mit der Übergabe der Goldmedaille ist für Karbe und den Vorstand im GC Konstanz das Thema damit auch bei weitem noch nicht abgeschlossen: Die Gestaltung von landschaftlich passenden Blumenwiesen ist nur ein Thema, das auf der Agenda steht. Am Ende, da sind sich die Verantwortlichen im GC Konstanz einig, schärfen all‘ diese Aktionen das Bild eines Clubs. Das gute Zusammenspiel von Golf als Sport, sozialen Kontakten und dem Landschaftserlebnis steht hier im Vordergrund.  Dank Golf&Natur ist dieses Profil ein gutes Stück schärfer geworden.
- Petra Himmel -

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