Hintergrund

Was ist wichtig beim Putter-Fitting?


20. April 2022 ,


Putter-Fitting: Die wichtigsten Faktoren erklärt...
Putter-Fitting: Die wichtigsten Faktoren erklärt... | © golfsupport.nl

Um auf den Grüns richtig durchzustarten, sollte der Putter bestmöglich zu den Schwungeigenschaften passen. Wir erklären, auf welche Details der Fitter achtet.

Vor dem Schlägerkauf steht häufig ein Fitting-Prozess. Die technologischen Fortschritte haben den Golfschwung messbar gemacht. Schwungcharakteristiken lassen sich stets auch mit Zahlen belegen. Aus den Daten der Schwünge kann der Fitter dann abschätzen, welche Modelle den individuellen Schwung unterstützen und dessen Fehler bestmöglich kompensieren. 

Auch bei der Wahl des Putters spielt Fitting eine immer größere Rolle. Längst ist die Technologie vorhanden, die auch die kleine Bewegung mit dem Putter bis ins kleinste Detail beleuchtet. Dutzende Parameter können bestimmt werden. Aber welche Details am Schläger spielen bei diesem Prozess die wichtigste Rolle?

Die Länge und der Lie-Winkel 

Keiner steht gleich am Ball. Manche stehen aufrecht, die anderen eher gekrümmt. MIt offen oder geschlossen ausgerichteten Füßen. Wichtig ist in allen Fällen, dass der Putterkopf flach auf dem Boden aufliegt und sich die Augen leicht innerhalb des Balles befinden. Dies kann je nach Setup-Position mit einer Anpassung des Lie-Winkels sowie der Schaftlänge beeinflusst werden. Dabei spielen auch die anatomischen Eigenschaften der Gefitteten eine wichtige Rolle. 

Die Hersteller bieten eine breite Auswahl an Schlägerköpfen
Die Hersteller bieten eine breite Auswahl an Schlägerköpfen | © Cleveland Golf

Die Kopfform und das Hosel

Der Fitter kann feststellen, wie genau man den Schlägerkopf vor der Ausführung des Schwungs in Richtung Ziel ausgerichtet hat. Falls dadurch Probleme entstehen, kann ein Modell mit mehr Ausrichtungshilfe in Form von Linien oder Streifen auf der Oberseite des Kopfes dabei helfen, das Setup zu verbessern. Auch die Intensität des Offsets (die Position der Schlagfläche im Vergleich mit dem Hosel) kann hier eine Rolle spielen. 

Je nach Schwung, Gefühl und Vorliebe des Golfers kann der Fitter unterschiedliche Schlägerköpfe testen, die die Wahrscheinlichkeit von Treffern im Sweetspot mit gerader Schlagfläche erhöhen. Beispielsweise bieten Mallet-Putter zumeist eine höhere Fehlertoleranz als Blade-Modelle. 

Die Gewichtung 

Auch das Gewicht des Schlägerkopfs beziehungsweise dessen Gewichtsverteilung kann Auswirkungen auf die Schwungbewegung und deren Rhythmus haben. Je nach Spieler variiert der Bogen, den der Putter aus der Sicht von oben während der Schwungbewegung beschreibt. Bei gerader Pendelbewegung empfiehlt sich ein Schlägerkopf mit ausbalancierter Gewichtung zwischen Ferse und Spitze. Der Fachausdruck: Face balanced. Je stärker der Bogen ausfällt, desto sollte die Gewichtung des Schlägerkopfs in Richtung Spitze (toe hang) wandern, um die natürliche Bewegung zu möglichst vielen saubere Treffer zu führen.

Toe-Hang: Bei diesen Puttern ist mehr Gewicht in der Spitze des Schlägerkopf platziert
Toe-Hang: Bei diesen Puttern ist mehr Gewicht in der Spitze des Schlägerkopf platziert | © Acushnet

Der Loft

Der empfohlene Loft der Schlagfläche liegt in den meisten Fällen zwischen zwei und vier Grad. Ein Vorwärtsdrücken oder Hände in Richtung Ziel reduziert diesen Loft. Der dynamische Loft im Treffmoment ist in diesem Fall geringer als der statische Loft. Umgekehrt kann sich dieser dynamische Loft erhöhen, wenn der Ball beispielsweise weit vorne im Stand platziert ist und in der Aufwärtsbewegung getroffen wird. Der Fitter kann anhand des Loft-Bedingungen im Treffmoment bestimmen, ob es aufgrund der individuellen Schwungeigenschaften einer Veränderung des statischen Lofts bedarf. Auch die Beschaffenheit der Grüns kann hier eine Rolle spielen. Putten auf langsamen und holprigen Grüns kann mit mehr Loft einfacher sein, das Gegenteil ist bei sehr schnellen und kurz gemähten Grüns der Fall.

Der Griff

Nicht immer, aber des Öfteren hat auch der Griff direkte Auswirkungen auf die Schwungbewegung. Beispielsweise kann ein dicker Griff die Schlagflächenrotation während der Bewegung verringern.