Masters

Mann der Rekorde: Tiger und das Masters


4. April 2022 , Marcel Czack


1997 nahm Woods zum ersten Mal als Profi am Masters teil; und siegte prompt.
1997 nahm Woods zum ersten Mal als Profi am Masters teil; und siegte prompt. | © Stephen Munday /Allsport via Getty Images

Tiger Woods hat in seiner außergewöhnlichen Karriere Bestmarken aufgestellt wie kaum ein Zweiter. Auch und gerade beim Masters ist Woods ein Mann der Rekorde. Wir präsentieren eine Auswahl seiner eindrucksvollsten Errungenschaften.

23 Mal hat Tiger Woods bisher am Masters Tournament teilgenommen, zweimal davon als Amateur. Ob im Jahr 2022 ein 24. Auftritt des Ausnahme-Sportlers hinzukommen wird, ist derzeit noch nicht entschieden. Während die Golfwelt gespannt nach Augusta blickt und dem Startschuss für die 86. Austragung des Turniers entgegenfiebert, werfen wir einen Blick auf das, was Woods bisher auf dem Platz des Augusta National Golf Club erreichen konnte.

Woods‘ Masters-Historie ist geprägt von fünf Siegen (nur Jack Nicklaus hat einen mehr) sowie sechs weiteren Top-5-Ergebnissen. Bei seinem ersten Masters-Sieg im Jahr 1997 brach der damals erst 21-Jährige ganze 20 Rekorde und stellte sieben weitere ein. Viele dieser ersten und auch der folgenden Bestmarken haben bis heute Bestand. Einige hat Woods exklusiv, andere teilt er sich mit anderen Golflegenden. Hier kommt eine Auswahl von 23 seiner Masters-Rekorde.

Höchster Front-Nine-Score eines Champions

Woods' 40 Schläge auf den ersten Neun seiner ersten Runde als Profi beim Masters 1997 ist gut dokumentiert und einer der wenigen „negativen“ Ausrutscher für ihn im Rekordbuch des Turniers.

Größter Vorsprung nach 54 Löchern

Woods hatte 1997 nach drei Runden einen Vorsprung von neun Schlägen auf Costantino Rocca.

Tiefster Score auf den letzten 54 Löchern

Woods hatte 1997 in den letzten drei Runden im Augusta National leichtes Spiel, als er mit Ergebnissen von 66-65-69 auf glatte Schläge kam.

Bestes Ergebnis auf den Back Nine in einer Masters-Woche

1997 spielte Woods mit 30-32-33-33 16 Schläge unter Par auf den zweiten Neun der Woche.

Die meisten Dreien auf der Scorecard bei einem Masters

Bei seinem bahnbrechenden Sieg 1997 durfte Woods 26 Mal die Ziffer 3 notieren, darunter waren zwei Eagles, zehn Birdies und 14 Pars. Beeindruckend ist, dass er 2005 seinen eigenen Rekord mit etwas weniger aufregenden 13 Birdies und 13 Pars einstellte. Woods übertraf die bisherige Marke von 22, die 1936 von Horton Smith aufgestellt und 1977 von Tom Watson eingestellt wurde.

Größter Vorsprung beim Sieg

Woods ließ Tom Kite 1997 mit einem Dutzend Schlägen Rückstand hinter sich und brach damit das Neun-Schläge-Polster, das Jack Nicklaus bei seinem Sieg 1965 hatte. Die nächste Bestmarke seither ist der Fünf-Schläge-Sieg von Dustin Johnson beim November-Masters im Jahr 2020.

Jüngster Champion

Woods war 21 Jahre, drei Monate und 14 Tage alt, als er 1997 das Masters gewann. Damit löste er Seve Ballesteros, der bei seinem Sieg 1980 23 Jahre und 4 Tage alt war, als jüngsten Champion des Turniers ab. Jordan Spieth wurde bei seinem Sieg 2015 der bisher zweitjüngste Masters-Sieger (21 Jahre, acht Monate)

Sieger in Folge

Woods ist der dritte Spieler, der mit seinen Erfolgen 2001 und 2002 zwei Masters-Titel hintereinander gewonnen hat. Damit reihte er sich bei Jack Nicklaus (1965, 1966) und Nick Faldo (1989, 1990) ein.

Champions, die im selben Jahr andere Majors gewannen

Achtzehn Mal hat ein Spieler das Masters und ein anderes Major im selben Jahr gewonnen. Woods ist dies zweimal gelungen: 2002 gewann er die U.S. Open und 2005 die Open Championship.

Benötigte Anläufe für den dritten Masters-Sieg

Drei Masters-Siege in einem Leben sind ein seltenes Kunststück; die Gruppe derer, denen dies gelang ist klein und exklusiv. Woods brauchte nur acht Anläufe für seinen dritten Titel (2002) und befindet sich damit in bester Gesellschaft, nämlich der von Arnold Palmer und Jack Nicklaus.

Bestes Comeback nach 18 Löchern

Die alte Weisheit, dass man das Turnier am Donnerstag nicht gewinnen, aber verlieren kann, gilt normalerweise für diejenigen, die mit einer 74 eröffnen und sieben Schläge hinter dem Führenden liegen. Aber Woods schaffte das größte Comeback nach 18 Löchern in der Geschichte des Turniers, als er 2005 unter genau diesen Umständen gewann. Auch Nick Faldo kam 1990 von einem Rückstand von sieben Schlägen nach der ersten Runde zurück.

Die meisten Birdies in zwei aufeinanderfolgenden Runden

Mit sieben Birdies in Runde 2 und neun weiteren in Runde 3 stellte Woods 2005 mit 16 Birdies den Rekord für die meisten Birdies in aufeinanderfolgenden Runden beim Masters auf. Anthony Kim stellte den Rekord 2009 ein, ebenfalls in den ersten beiden Runden.

Die meisten aufeinanderfolgenden Birdies

Ein Teil von Woods' Birdie-Hagel 2005 kam durch eine Serie von sieben aufeinanderfolgenden „Vögelchen“ auf den Bahnen 7 bis 13 in der dritten Runde zustande. Damit stellte er den Bestwert von Steve Pate ein, der diesen auf demselben Bahnen-Abschnitt im Jahr 1999 aufgestellt hatte.  

Geringste Anzahl von Pars von einem Sieger

All diese Birdies im Jahr 2005 trugen zu einem weiteren Rekord bei – der geringsten Anzahl von Pars eines Masters-Siegers (36).

Die meisten Eagles bei einem Masters

Obwohl die Par 5-Bahnen den Masters-Teilnehmern zahlreiche Eagle-Möglichkeiten bieten, haben nur drei Spieler vier davon bei einem Masters geschafft. Im Jahr 2010 gesellte sich Woods zu Bruce Crampton (1974) und Dustin Johnson (2009), einschließlich eines Hole-Outs zum Eagle an Loch 7 (Par 4) in der Finalrunde.

Bester Gesamtscore auf den Par 5s bei einem Masters

Woods spielte die 16 Par-5-Löcher im Jahr 2010 mit 15 unter Par und zog damit mit Greg Norman (1995) gleich. Seitdem ist dies auch Ernie Els 2013, Phil Mickelson 2015 und Marc Leishman 2020 gelungen.

Die meisten aufeinanderfolgenden Runden in Even Par oder besser

Den Augusta National beim Masters in Par oder besser zu spielen, ist immer eine große Leistung. Aber das beim Runden-Äquivalent von ganzen vier Turnieren in Folge zu schaffen? Woods gelang es! Als er von der dritten Runde 2007 bis zur zweiten Runde 2011 16 aufeinanderfolgende Runden mit Par oder besser spielte.

Unter Par auf den Par 3-, Par 4- und Par 5-Löchern

Fünfzehn Champions haben die Par-3-, Par-4- und Par-5-Bahnen in einer Masters-Woche alle unter Par gespielt. Nur zwei haben dies jedoch zweimal geschafft. Gary Player in den Jahren 1961 und 1978 und Woods in den Jahren 2005 und 2019.

Die meisten 72-Löcher-Scores von 280 oder weniger Schlägen

Wenn man bedenkt, dass ein Gesamtergebnis von 280 Schlägen bei der Hälfte aller bisherigen Masters-Turniere zum Sieg bzw. Erreichen eines Playoffs gereicht hat, ist diese Marke ein ziemlich gutes Ziel auf dem Augusta National. Keiner hat diesen Wert öfter erzielt oder übertroffen als Woods – zuletzt 2019 – und Mickelson, die es jeweils acht Mal geschafft haben. Da Woods nur einmal exakt 280 Schläge benötigte, Mickelson dagegen dreimal, ist Woods‘ Leistung noch ein wenig höher einzustufen als die von „Lefty“.

Alle vier Turnier-Runden unter Par  

Woods hat fünf Masters gespielt, bei denen alle vier Runden unter Par lagen (1997, 2001, 2002, 2010 und 2019), mehr als jeder andere.

Niedrigster Scoring-Durchschnitt (mindestens 50 Runden)

Auch in dieser Kategorie werden die beiden ersten Plätze von Tiger Woods und Phil Mickelson belegt, der Abstand zwischen beiden ist aber deutlich. Woods' Schläge-Durchschnitt von 70,87 über 90 Runden ist um fast einen halben Schlag besser als der von Mickelson.

Längste aktive Cut-Serie

Obwohl er noch zwei weitere Runden benötigt, um mit Gary Player und Fred Couples gleichzuziehen, die mit 23 Jahren die längste Serie von Cuts haben, besitzt Woods mit 21 geschafften Cuts in Folge die längste aktive (also noch ungebrochene) Serie, da er seit seinem Profi-Debüt 1997 bis zu seiner letzten Teilnahme im Jahr 2020 hat er nie einen Masters-Cut verpasst.

Karriere-Preisgeld beim Masters

Woods hat in seiner Karriere beim Masters stolze 9.556.069 Dollar verdient, etwa 1,4 Millionen Dollar mehr als Phil Mickelson und fast 4,3 Millionen Dollar mehr als Jordan Spieth, der auf Platz drei liegt. (Die Entwicklung der Preisgelder benachteiligt in dieser Statistik natürlich Legenden des 20. Jahrhunderts wie Snead, Palmer, Player, Nicklaus und Faldo)