Geburtstag

Woods: 46 und ein Jahr, das heraussticht


30. Dezember 2021 , Daniel Dillenburg


Dominierte viele Jahre lang das Golfgeschehen: Tiger Woods. © golfsupport.nl/Jos Linckens
Dominierte viele Jahre lang das Golfgeschehen: Tiger Woods. © golfsupport.nl/Jos Linckens

An Tiger Woods‘ 46. Geburtstag blicken wir auf ein Jahr zurück, das in der einzigartigen Karriere des einstigen Wunderknabens heraussticht.

Blickt man auf die Karriere des Tiger Woods zurück, so gilt es, diese als Gesamtkunstwerk zu betrachten – in all ihren Facetten. 15 Major-Titel. 82 PGA-Tour-Siege. 683 Wochen die Nummer eins der Welt. Der gebürtige Kalifornier hinterließ in seinen 25 Jahren Profidasein ein Vermächtnis, welches noch nicht beendet ist. Spricht man mit Menschen, die keinerlei Berührungspunkte mit dem Golfsport haben, so ist ihnen zumindest der Name Tiger Woods ein Begriff. Auch wenn die Beweggründe für seine Bekanntheit über die Fairways hinaus nicht unbedingt immer sportlicher Natur sind, so ist der zweimalige Familienvater doch ein würdiges Aushängeschild seiner Sportart. Der Beitrag, den er zum globalen Wachstum dieses Sports leistete, ist wissenschaftlich nur schwer definierbar, jedoch zweifelsfrei von immenser Größe.

Woods war und ist bis heute für viele Menschen ein Sport-Idol. Welch eine Strahlkraft der seit 30. Dezember 2021 46-Jährige hat, wurde erst kürzlich bei der PNC Championship deutlich, als Nelly Korda, ihres Zeichens Nummer zwei der Weltrangliste, im Stile eines Fangirls ein Foto mit ihrem Idol ergattern wollte. Die Major-Siegerin und Goldgewinnerin bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio zeigte sich nervös und sichtlich beeindruckt von der Aura ihres Kollegen. Bei dem Familienevent gab Woods sein Comeback nach einem Jahr Pause. Gemeinsam mit seinem Sohn Charlie spielte er sein erstes Turnier seit seinem schweren Autounfall im Februar. Die „Breaking News“ ging damals durch alle Gazetten. Und zwar nicht nur im Sportbereich. Immerhin handelte es sich um Woods, Spitzenathlet und Person des öffentlichen Lebens zugleich.

2000: Ein Jahr für die Ewigkeit

Doch Ereignisse wie diese sind nicht die Geschehnisse, die Woods‘ Lebenswerk definieren sollen. Zumindest aus golferischer Sicht. Abgesehen von den privaten Zwischenfällen, die auch in der Tagespresse landen, prägte der Hall of Famer eine Sportart wie es im Golf vor ihm nur Legenden wie Jack Nicklaus oder Ben Hogan taten. Rückblickend sticht bei dem Gesamtkunstwerk Woods insbesondere ein Farbfleck heraus – ein Jahr, in dem spätestens allen in der Golfwelt bewusst wurde: Dieser Mann ist etwas Besonderes. Wir springen zurück ins Jahr 2000, als die New York Times nach Woods‘ dominantem Sieg bei der Open Championship ein „Tiger Handicap“ vorschlug, um der Konkurrenz eine Chance zu geben – als Ernie Els schlicht die Worte fehlten, um die Leistung des Youngsters zu beschreiben. Vielmehr bräuchte der Südafrikaner eine Pause, um diese Vorstellung seines Konkurrenten zu verarbeiten.

Els hatte oftmals einen der besten Plätze, um dabei zuzusehen, wie Woods Golf von einem anderen Stern spielte. Eine Pause gönnte der sich zu dieser Zeit keine. Zwischenzeitlich unterschrieb der damals 24-Jährige, der zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Major-Titel holte, 47 Runden in Folge in Par oder besser. 2000 kamen zu den zwei Major-Siegen drei weitere hinzu. Beim Masters 2001 machte Woods dann den „Tiger-Slam“ perfekt und gewann als erster Spieler alle vier Majors in Serie. Von den 20 Turnieren, die er 2000 spielte, endeten neun mit demselben Sieger. Der Mann, der mit seinem roten Polo von Sieg zu Sieg stürmte, stellte einen Rekord nach dem anderen auf. Und auch wenn die Saison 2006-07 sportlich vielleicht sogar noch höher einzustufen ist – 15 Titel bei 31 Starts – so sticht dieses Jahr 2000 doch nochmal heraus. Ein neuer Star war geboren.

Die großartigste Leistung in der Golfgeschichte

Ganz besonders in Erinnerung bleibt Woods‘ Sieg bei der US Open 2000. Auf dem ikonischen Pebble Beach Golf Links in seinem Heimatstaat Kalifornien nahm die längst bestehende Dominanz neue Formen an. Woods legte den souveränsten Start-Ziel-Sieg der Major-Geschichte hin. In dem wohl schwersten Test des Jahres erreichte er das Gesamtergebnis von zwölf unter Par und triumphierte mit einem Rekordvorsprung von 15 Schlägen auf Els und Miguel Àngel Jiménez. Nicht umsonst geizte die renommierte Sports Illustrated nicht mit Superlativen und sprach hierbei von der „großartigsten Leistung in der Golfgeschichte“. Für Woods war es nur eines von unzähligen Kapiteln in seiner mit Höhepunkten bespickten Karriere. Das nächste Highlight folgte nur einen Monat nach seinem denkwürdigen US-Open-Triumph bei der Open Championship in St. Andrews, als er dieses Mal mit acht Zählern Vorsprung gewann.

In dieser Phase seiner Karriere sprach bei Woods alles für die Einstellung des Major-Rekords von Jack Nicklaus. In seinen ersten fünf Jahren als Profi sammelte er bereits derer fünf. Nach seinem dritten US-Open-Erfolg 2008 stand Woods bei 14 Major-Siegen. Seitdem kam ein weiterer dazu – 2019 beim Masters in Augusta. 18 sind bis heute die Bestmarke vom „Golden Bear“. Mittlerweile liegt der Rekord wieder in weiter Ferne. Woods stand im Februar kurz davor sein rechtes Bein zu verlieren. Dass er überhaupt noch in diesem Jahr auf dem Golfplatz zu sehen war, glich einem kleinen Wunder. Der Weg, bei Majors wieder um Titel mitzuspielen, dürfte selbst für Woods zu lang sein. Doch um Rekorde oder neue Bestmarken geht es beim 46-Jährigen längst nicht mehr. Seinen Platz in den Golfgeschichtsbüchern verdiente sich Woods in anderen Jahren. Das Jahr 2000 taucht dabei besonders häufig auf.

Video: Die unglaubliche Saison 2000 von Tiger Woods

Ein Blick auf Tiger Woods' Saison 2000, als er unter anderem drei Major-Titel holte.