Reise

Golf-Genuss am Lago di Garda


23. Dezember 2021 , Thomas Kirmaier


Typisch Italienisch: Blick auf Sirmione im Süden des Lago di Garda, in dem es tolle Golfspots gibt. © Pixabay
Typisch Italienisch: Blick auf Sirmione im Süden des Lago di Garda, in dem es tolle Golfspots gibt. © Pixabay

Dolce Vita in Bella Italia: Unsere Top-Tipps für einen Kurztrip zum Gardasee.

Wenn nach rund einer Autostunde hinter dem Brennerpass die Landschaft wieder flacher wird, die Po-Ebene mit Pinien, Zypressen und Weinbergen grüßt, dann ist man fast da. In Italien ist das Leben dolce, in der Luft liegt Amore und aus verträumten Dörfern erklingt Musica. Der Gardasee ist so etwas wie die mediterrane Badewanne, eines der beliebtesten Reiseziele für Touristen aus Süddeutschland.

Der Lago di Garda hat aber nicht nur schöne Hotels, kulinarische Feinheiten, Geschichte und Kultur zu bieten. Während in der windigeren Nordhälfte des größten Sees Italiens die Segler und Biker das Kommando haben, kommen Golfer vor allem im Süden auf ihre Kosten. Wir haben ein paar Plätze, Ausflugsziele und Lokale zusammengetragen, die es sich in einer Woche Urlaub am Gardasee auf jeden Fall zu besuchen lohnt. Wir starten mit vier Golfplätzen, die Sie während Ihres Kurztrips am Lago auf keinen Fall auslassen sollten.

Golfen

Arzaga Golf ist eine noble Adresse im Landesinneren der Westseite des Sees. Dafür finden sich hier, in Calvagese della Riviera, 27 Löcher für durchaus sportlich Ambitionierte. Das Design der ersten 18 Löcher stammt aus der Feder von Jack Nicklaus II, die Back-Nine-Schleife haben die Planer von Gary Player entworfen. Im historischen Gemäuer des 2016 renovierten Clubhauses gibt es einen gut sortierten Proshop, ein Restaurant und sehr feine Umkleidekabinen. Auf 140 Hektar erstreckt sich der Park mit teils herrlichen Ausblicken in die lombardische Provinz Brescia. Dazu eine ausreichende Driving Range und eine Academy zum Feilen am Schwung (mehr dazu hier).

Blick über die Anlage des Chervò Golf Club San Vigilio im Süden des Lago di Garda. © Chervò Golf

Blick über die Anlage des Chervò Golf Club San Vigilio im Süden des Lago di Garda. © Chervò Golf

Der Chervò Golf Club San Vigilio wurde von Architekt Kurt Rossknecht geplant. Er verfügt über 36 Bahnen, die in die drei Schleifen Benaco (Rot), Solferino (Gelb) und San Martino (Weiß) gegliedert sind. Das elegante Clubhaus bietet einen Panoramablick in die typisch italienische Landschaft im Süden des Lago nahe Sirmione. Rund um eine Benediktinerabtei aus dem elften Jahrhundert, dem historischen Herz des Parks, wurden der Golfplatz, ein Hotel mit SPA, Wohnungen, Restaurants und Konferenzräumen errichtet. Ein idealer Ausgangspunkt für Reisen in andere Clubs rund um den See oder für Sightseeing (mehr dazu hier).

Den GC Verona muss man auf jeden Fall gesehen und gespielt haben. Liegt zwar nicht direkt am See, aber die 30 Autominuten werden belohnt. Westlich von Verona mitten in den Weinbergen, die die Custoza-Hügellandschaft umgeben, liegt der Platz des GC Verona in einer unberührten Landschaft. Eine Perle Norditaliens. Ein reizvoller Parkland-Course mit einem beeindruckenden Nadelbaum neben dem 18. Grün, der von uns den Spitznamen Gandalf bekommt. Wer ihn sieht und den Zauberer von „Herr der Ringe“ kennt, weiß warum. Das historische Clubhaus bekam 2013 den Preis als schönstes Clubhaus Italiens im Country-Stil. Es gibt sehr feinen Weißwein und Nachwuchsgolfer in Knickerbocker und Schiebermützen. Sehr stylisch (mehr dazu hier).

Der Golf Club Paradiso del Garda befindet sich im Südosten des Lago, genauer in Peschiera. Der Platz des amerikanischen Architekten Jim Fazio ist ganzjährig geöffnet und für anspruchsvolle Golfer sowie Anfänger gleichermaßen geeignet. Die mit feinem Quarzsand gefüllten Bunker sowie fünf Seen sorgen durchaus für Unterhaltung und Abwechslung. Die Driving Range ist teils überdacht. Dazu gibt es Putting und Pitching Green, einen Pro Shop sowie ein Schwimmbad mit Wellnesszentrum, Bar und Restaurant im angegliederten Hotel mit Resort- bzw. Clubcharakter. Ebenfalls ein guter Ausgangspunkt für Besuche anderer Plätze rund um den See (mehr dazu hier).

Kultur

Wer schon mal da ist, sollte unbedingt Verona sehen. Eine lebhafte Stadt mit tollen Märkten und sehr gut erhaltenen, historischen Gebäuden. Verona ist bekannt als Schauplatz von Shakespeares „Romeo und Julia“. Das Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert mit einem winzigen, auf den Innenhof gehenden Balkon wird als „Haus der Julia“ bezeichnet. Ebenfalls sehenswert: die Arena von Verona, ein riesiges römisches Amphitheater aus dem ersten Jahrhundert, in dem bis heute Konzerte und hochklassige Opern aufgeführt werden.

Die erste, große Stadt im Norden Italiens: In Verona gibt es Kultur und tolle Märkte. © Pixabay

Die erste, große Stadt im Norden Italiens: In Verona gibt es Kultur und tolle Märkte. © Pixabay

Die Italiener lieben sie und haben sie mehrmals zu ihrer schönsten Stadt gekürt: Mantua, etwa eine Autostunde südlich des Lago di Garda. Mantua ist eine der bedeutendsten Kunststädte der Lombardei. Sie wurde 2016 als italienische Kulturhauptstadt gekürt. Die mittelalterliche Architektur strahlt Charme aus. Mantuas historisches Zentrum ist leicht zu Fuß zu erkunden. Wir empfehlen eine kleine Mahlzeit plus Espresso auf der Piazza am Duomo. Wer hier Platz nimmt und le donne sowie i signori beobachtet, wird schnell feststellen: Italiener sind uns modisch doch deutlich voraus.

Erholung

Der Parco Termale di Garda liegt im malerischen Örtchen Colà. Das sind fünf Autominuten von Lazise ins Landesinnere. Hier lässt es sich fürstlich flanieren. Unbedingt Badesachen mitnehmen, denn in der örtlichen Therme können Golfer nach einer anstrengenden Runde wunderbar ihre müden Knochen pflegen. Das entzündungshemmende Wasser der Villa dei Cedri ist ein alkalisches Mineralwasser mit hohem Bikarbonat-, Calcium-, Silizium- und Magnesiumgehalt. Es stammt aus zwei natürlichen Quellen, die sich in 160 und 200 Meter Tiefe befinden. Es gibt Unterwasser- und Nackenmassage-Anlagen, Geiser sowie Kaskaden; sie sind nachts beleuchtet und machen das Baden zu einem unvergesslichen Erlebnis. Kein Massentourismus und hoher Entspannungsfaktor (mehr dazu hier).

Das Weinmuseum in Bardolino gibt es seit 30 Jahren. Auf einem Hügel befindet sich das Weingut Zeni im Örtchen Costabella, wo Besucher auf eine Reise in die Welt des Weines und seiner Geschichte gehen. Hier gibt es Infos zur Geschichte der Weinherstellung in all ihren Phasen. Der Rundgang durch das Museum zeigt in chronologischer Reihenfolge alle Prozesse, die zur Erzeugung des edlen Tropfens gehören. Und wer möchte, darf natürlich denen einen oder anderen Schoppen kosten (mehr dazu hier).

Essen

Die Località Belcamin finden Romantiker etwa 20 Minuten entfernt von Lazise und vom Massentourismus. Im Örtchen Bussolengo geht eine löchrige Landstraße ab, die nach drei Kurven vorbei an Weinstöcken auf einen großzügigen Parkplatz führt, auf dem ein Flugzeug-Oldtimer für Aufsehen sorgt. Im Belcamin gibt es köstliche Pizze sowie ehrliche Nudel- und Fleischgerichte. Das Schönste aber: Man sitzt traumhaft in den kleinen Hütten, die im liebevoll angelegten Garten aufgestellt sind, unter Laternen. Top-Service, aber Mückenspray nicht vergessen (mehr dazu hier).

Etwas nobler geht es im Il Rivale L'Osteria di Palazzo zu. Das liegt auf der Westseite des Lago am Lido di Lonato zwischen Desenzano und Padenghe. Gäste genießen neben feinsten Speisen einen Blick auf den See. Wer hier einkehrt, sollte sich die Antipasti und (vor allem) das Bistecca alla Fiorentina nicht entgehen lassen. Eine gegrillte Steakspezialität, die ursprünglich aus der Toskana kommt. Das Fleisch stammt von Jungochsen der Rinderrasse Chianina. Mit Meersalz verfeinert ist das zwar nichts für Vegetarier, aber für Steakfans umso mehr eine Delikatesse (mehr dazu hier).