Zum Geburtstag

Die fünf Meilensteine Kaymers Karriere


28. Dezember 2022 , Daniel Dillenburg


Der erfolgreichste deutsche Golfer seit Bernhard Langer: Martin Kaymer.
Der erfolgreichste deutsche Golfer seit Bernhard Langer: Martin Kaymer. | © Ross Kinnaird/Getty Images

Martin Kaymer feiert am 28. Dezember seinen 38. Geburtstag. Wir blicken auf die fünf Erfolge in seinem Leben, die seine sportliche Karriere definieren.

22 Turniersiege, davon zwei Majors. Rookie des Jahres 2007, Gewinner des Race to Dubai 2010 sowie unzählige weitere Auszeichnungen. Martin Kaymer hat seinen Ehrenplatz in der deutschen Golfgeschichte längst sicher. Wir schauen zu Ehren seines 38. Geburtstags noch einmal genauer auf die fünf Meilensteine seiner beeindrucken Profikarriere:

Die 59 am Habsberg

Martin Kaymer als damals 21-Jähriger nach seiner sensationellen 59 im GC Am Habsberg.
Martin Kaymer als damals 21-Jähriger nach seiner sensationellen 59 im GC Am Habsberg. | © PGA of Germany


2006 ging ein neuer Stern über Deutschlands Golferhimmel auf. Der damals 21-jährige Martin Kaymer spielte seine Debüt-Saison auf der Pro Golf Tour (damals noch EPD Tour) und sorgte für Schlagzeilen. Die größte von ihnen entstand bei der Habsberg Classic. Kaymer, schon damals Mitglied des Golf Team Germany, schrieb deutsche Golfgeschichte, als er in Runde zwei nur 59 Schläge im GC am Habsberg benötigte. Die Runde mit zwölf Birdies, einem Eagle sowie einem Bogey war das bis dato niedrigste Ergebnis eines deutschen Golf Professionals bei einem offiziellen Turnier. Ins Profilager war er im Vorjahr mit einem Handicap von +4,8 gewechselt.

Neben der Habsberg Classic gewann Kaymer vier weitere Turniere in seinem Debüt-Jahr auf der Pro Golf Tour. Zudem qualifizierte er sich für die Vodafone Challenge, einem Event der Challenge Tour, das er ebenfalls gewinnen konnte. Nach diesem rasanten Aufstieg war nicht nur Experten klar: Von diesem jungen Mann aus Mettmann werden wir noch einiges hören.

Major-Meisterstück

Innig und glücklich: Kaymers Triumph bei der PGA Championship war das Highlight eines starken Jahres 2010.
Innig und glücklich: Kaymers Triumph bei der PGA Championship war das Highlight eines starken Jahres 2010. | © Getty Images/Stuart Franklin


Vier Jahre nach seinem Durchbruch auf der Pro Golf Tour sicherte sich Kaymer seinen nächsten Platz in der Golfgeschichte. Und viel größer konnte die Bühne nicht mehr werden. Bei der PGA Championship in Whistling Straits maß er sich mit den besten Spielern der Welt und befand sich im Titelkampf mit Kalibern wie Rory McIlroy, Dustin Johnson und Bubba Watson. Mit Letzterem ging es für Kaymer ins Drei-Löcher-Playoff und trotz eines Bogeys auf der 18. Bahn reichte es am Ende für den ersten Major-Sieg seiner noch jungen Karriere.

Der damals 25-jährige Kaymer wirkte selbst noch bei diesem historischen Erfolg nach außen ganz ruhig. Dabei trug er sich mit diesem Sieg als zweiter deutscher Major-Champion nach Bernhard Langer in die Geschichtsbücher ein. Doch wahrscheinlich wusste er schon damals, dass noch viel mehr in ihm steckt.

Der Beste der Welt

Irgendwann mal der beste Golfer der Welt sein. Dieses Ziel verfolgen unzählige junge Talente. Doch nur die allerwenigsten können sich diesen Traum erfüllen. Für Kaymer ging es nach seinem Major-Erfolg auf Rang fünf der offiziellen Herrenweltrangliste. Dank seines insgesamt neunten Titelgewinns auf der European Tour bei der Abu Dhabi Golf Championship im Januar 2011 ging es vor auf Rang zwei. Am Ziel seiner Golf-Träume kam er einen Monat später mit dem Halbfinalsieg bei der World Matchplay Championship in Arizona an. „Es hat nur fünf Jahre gedauert, um die Nummer eins zu werden. Für mich, meine Familie und für die, mit denen ich arbeite, ist das ein großartiger Erfolg", sagte Kaymer damals.

Erneut trug er sich in den Geschichtsbüchern direkt neben seinem Idol Bernhard Langer ein. Kaymer war nämlich erst der zweite Deutsche, dem der Sprung an die Spitze der Weltrangliste gelang. Langer war zur Premiere der Rangliste 1986 die Nummer eins. Knapp 25 Jahre später folgte Kaymer in seine großen Fußstapfen.

Das Wunder

Entschied einen historischen Ryder Cup für Team Europa: Martin Kaymer.
Entschied einen historischen Ryder Cup für Team Europa: Martin Kaymer. | © Ross Kinnaird/Getty Images


Für den vielleicht ikonischsten Moment seiner Karriere sorgte Kaymer beim Ryder Cup 2012. Gemeinsam mit seinen elf europäischen Kollegen schraubte er am Finalsonntag am denkwürdigen „Wunder von Medinah“. Ein unmöglich aufzuholender Rückstand auf die US-Amerikaner schmolz im Verlauf der Einzel sukzessive und schob Kaymer eine Verantwortung zu, die ihn zur Ryder-Cup-Legende machen sollte. Beim Stand von 13 zu 13 verwandelte er seinen Sieg-Putt an der 18 im Match gegen Steve Stricker und versetze damit einen ganzen Kontinent in Ekstase. Unvergessen die Bilder des Deutschen, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, beide Fäuste geballt und seine Teamkollegen auf ihn stürmend. Nicht umsonst bezeichnet Kaymer diesen Moment immer wieder als das Highlight seiner Karriere.

Auf Langers Spuren

Baden in der Menge: Martin Kaymers großer Moment bei der US Open 2014.
Baden in der Menge: Martin Kaymers großer Moment bei der US Open 2014. | © Streeter Lecka/Getty Images


Sein Highlight-Jahr aus sportlicher Sicht sollte aber noch vor ihm liegen. 2014 zementierte Kaymer seinen Platz in der Golfgeschichte endgültig. Erst gewann er mit der Players Championship das Flaggschiff-Event der PGA Tour und rückte damit wieder unter die Top 30 der Welt vor. Dann überragte der damals 29-Jährige bei der US Open in Pinehurst mit einem dominierenden Triumph. Acht (!) Schläge hatte er am Ende Vorsprung auf die Zweitplatzierten. Mit diesem Erfolg wanderte der zweite Major-Titel in seinen Trophäenschrank. Auch hier zog er mit Langer gleich. „Ich hoffe, dass ich Bernhard stolz mache. Ich hoffe, dass das ganz Deutschland stolz macht“, sagte er damals kurz nach seinem Sieg.

Der Sieg bei der US Open sollte sein bis dato letzter offizieller Titelgewinn sein. Doch Kaymer muss nach diesen Erfolgen längst niemandem mehr etwas beweisen. Dafür sind diese fünf Meilensteine seiner Karriere Beweis genug: Dieser Mann bleibt für immer eine deutsche Golflegende.