Wird er der neue US-Captain?
Tiger Woods gilt als Favorit. Ob es der GOAT wirklich machen wird? Fraglich. Beim letzten Mal soll er schon abgesagt haben. Phil Mickelson hat jüngst ganz neue Optionen ins Spiel gebracht. Fakt ist: Die USA brauchen nach der schmerzlichen Heimniederlage in New York einen neuen Leader. Keegan Bradley stand nach von ihm selbst zugegebenen Fehlentscheidungen beim Platz-Setup und einigen fraglichen Team-Zusammenstellungen stark in der Kritik. Wer macht's dann?
„Natürlich interessiere ich mich dafür, Ryder-Cup-Kapitän zu sein. Ich würde es lieben“, sagte Stewart Cink im Vorfeld des Turniers Furyk & Friends (PGA Tour Champions). Der 52-Jährige ist seit 30 Jahren Profi, hat achtmal auf der PGA Tour gewonnen und zehn Top-Ten-Platzierungen bei Majors eingesammelt. 2009 holte er mit dem Triumph bei der Open Championship in Schottland (Turnberry) seinen größten Sieg – auf europäischem Boden wohlgemerkt. Damals siegte er im Stechen klar gegen Tom Watson.
Nun wirft Cink, Vater zweier Söhne, seine Kappe in die Teebox: „Ich würde gerne die USA und deren Spieler vertreten, meine Erfahrungen weitergeben und das Ding endlich drehen. Es fühlt sich nämlich an, als wäre der Ryder Cup seit etwa 15 Jahren oder mehr wie eine europäische Party. Das möchte ich ändern.“ Markige Worte, die in den US-Medien durchaus Anklang finden. Mit Team-Wettbewerben kennt er sich aus. Viermal vertrat der die Vereinigten Staaten beim Presidents Cup, viermal ging er als Sieger von der Anlage. Weniger gut schaut es allerdings beim Ryder Cup aus: Fünfmal war Cink als Spieler dabei (von 2002 bis 2010), aber nur einmal siegten die USA (2008).
Cink verriet, dass er wohl bereits für New York 2025 im Gespräch gewesen sei und die Verantwortlichen ihm signalisiert hätten, dass er eine gute Chance hätte. Er habe nach guten Gesprächen dann aber nie mehr etwas gehört. Aus seiner Sicht sei es ein Problem gewesen, dass Bradley einer der besten US-Spieler und nach der Weltrangliste eigentlich Kandidat für die Action auf dem Platz gewesen sei. Dass man Bradley allerdings davon abhielt, tatsächlich zu spielen, habe für Unruhe gesorgt. Er selbst sei weit davon entfernt, mit den besten US-Golfern mithalten zu können und daher prädestiniert dafür, sich voll und ganz (ähnlich wie Luke Donald) auf das Kapitäns-Amt zu konzentrieren.
Europa lasse laut Cink nichts unversucht, wenn es darum geht, sich perfekt auf Course-Setup, Partnerschaften und die Auswahl für Assistenzkapitäne vorzubereiten. „Ich denke, wir müssen ein bisschen mehr von dem tun, was sie tun. Ich weiß noch nicht, was das ist, aber wir müssen einige Dinge anders machen.“ Das klingt nach Lernen aus der Niederlage. In den USA brodelt es in der Gerüchteküche. Wer wird es machen? Woods? Mickelson? Stricker? Letzter hatte sein Land 2021 zum Kantersieg auf Whistling Straits geführt.
Mit Cink ist nun ein weiterer Name in der Lotterie. Er ist auf der amerikanischen Golf-Bühne bekannt für seinen starken Glauben, seinen ausgeprägten Familiensinn und für Sportsgeist. Quasi eine Art US-Version von Luke Donald. Im Interview der PGA Tour Champions sagte er, er habe viele Ideen, wie man die Dinge neu sortieren und aufrütteln könnte. Es sei aber verfrüht, sie schon im Detail zu diskutieren.











