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Tipps vom Profi: Lee Westwood ist seit 1993 als Berufsgolfer aktiv. | © golfsupport.nl/Brian Bishop/ism

Westwood-Tipps: So vermeiden Sie die häufigsten Amateurfehler

Wer besser Golf spielen möchte, muss nicht zwangsläufig seinen gesamten Schwung umbauen. Oft sind es die Grundlagen, die den Unterschied machen. Darüber spricht Ex-Weltranglistenerster Lee Westwood in einem Video (s.u.), in dem er einem Amateurspieler über die Schulter schaut und typische Fehler analysiert. Seine Botschaft: Viele hohe Handicaps entstehen durch kleine Schwächen bei Setup, Ausrichtung und Entscheidungsfindung – aber nicht, weil Spielerinnen und Spielern das Talent fehle. 

1. Der Slice beginnt oft schon im Rückschwung

Das wohl bekannteste Problem vieler Golfer ist der Slice. Für Westwood liegt die Ursache häufig nicht im Treffmoment, sondern deutlich früher. „Die meisten kommen im Rückschwung nicht weit genug hinter den Ball und versuchen dann, den Schläger mit Gewalt durch den Ball zu ziehen“, erklärt der Engländer. Dadurch bleibe die Schlagfläche offen und könne sich nicht rechtzeitig schließen. Sein Tipp: Im Übergang vom Rück- zum Abschwung etwas Geduld bewahren. „Die meisten starten mit dem Körper zu früh. Lassen Sie die Arme zunächst nach unten kommen, bevor sich der Körper dreht“, rät er. 

2. Divots verraten oft mehr als moderne Technik

Während viele Golfer heute auf Matten, Simulatoren oder Launch-Monitore setzen, erinnert Westwood an eine fast vergessene Quelle der Schwunganalyse: das Divot. „Es ist fast eine verlorene Kunst geworden, Divots zu lesen“, sagt er. An der Richtung und Form der Grasnarbe lasse sich viel über die Schwungbahn und die Schlagflächenstellung erkennen. Ein nach rechts zeigendes Divot deute beispielsweise auf eine Schwungbahn von innen nach außen hin. Gleichzeitig könne ein gerades Divot zeigen, dass die Schlagfläche im Treffmoment dennoch gerade war. 

3. Ausrichtung: Der Fehler vor dem eigentlichen Schlag

Besonders deutlich wird Westwood beim Thema Setup. Wer bereits falsch ausgerichtet sei, müsse den Fehler später im Schwung kompensieren. „Wenn man bei Haltung, Setup oder Ausrichtung einen Fehler macht, muss man ihn irgendwo im Schwung ausgleichen. Dann hat man plötzlich zwei Fehler statt nur einen.“ Sein Rat: Vor jedem Schlag einen Punkt wenige Meter vor dem Ball auswählen – etwa einen Grashalm oder ein Divot – und diesen als Zwischenziel nutzen. So werde die Ausrichtung deutlich präziser. Ebenso wichtig: ein strukturierter Ablauf auf der Driving Range. Westwood wiederholt auch im Training vor jedem Schlag die gleiche Routine wie auf dem Platz. Viele Amateure würden dagegen lediglich Ball für Ball schlagen, ohne ein konkretes Ziel anzusteuern. „Das ist keine sinnvolle Übung“, sagt er. 

4. Keine komplizierten Schläge rund ums Grün

Vor allem Freizeitgolfer greifen rund ums Grün häufig zu komplizierten Schlägen. Für Westwood ist das oft unnötig. Bei einer einfachen Lage ohne Hindernisse empfiehlt er den Putter. Der Grund: Ein Chip bringt zusätzliche Variablen wie Flughöhe, Spin und Landepunkt ins Spiel. „Wenn man puttet, weiß man deutlich besser, was der Ball machen wird.“ Nur bei höherem Rough oder schwierigen Balllagen würde er zu einem Chip-and-Run greifen. Ansonsten sei die risikoärmere Lösung meist die bessere Wahl. 

5. Im Fairwaybunker kein unnötiges Risiko eingehen

Eine weitere Situation, die vielen Golfern Probleme bereitet, ist der Fairwaybunker. Selbst Westwood bezeichnet diesen Schlag als einen der schwierigsten im Golf. Sein Ansatz ist pragmatisch: Statt den perfekten Schlag zur Fahne erzwingen zu wollen, sollte man zunächst überlegen, welches Ergebnis realistisch ist. „Man muss sich fragen: Was versuche ich überhaupt zu erreichen?“ Oft sei der sichere Schlag zur Mitte des Grüns die bessere Entscheidung als der riskante Angriff auf die Fahne. 

6. Bunkerschläge: Das Setup entscheidet

Auch im Grünbunker sieht Westwood die Ursache vieler Fehler bereits in der Ansprechposition. Das Gewicht müsse deutlich stärker auf dem linken Bein liegen, der Ball weiter vorne im Stand. Anschließend gelte es, die Schlagfläche zu öffnen und den Schläger seine Arbeit machen zu lassen. Viele Amateure versuchten hingegen, den Ball aktiv aus dem Sand „hochzuheben“. Genau das sei kontraproduktiv. „Das Schlimmste, was man im Bunker tun kann, ist zu versuchen, dem Ball zu helfen“, sagt Westwood. Wer den Schläger stattdessen freigebe und den Bounce nutze, verhindere ein Eingraben der Schlägerkante und könne mehr Sand mitnehmen. 

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