Watsons einfache Formel für bessere Ballkontakte
Viele Amateurgolfer suchen die Ursache für schlechte Ballkontakte im Treffmoment. Sie arbeiten an ihrer Schwungbahn, ihrer Schlagfläche oder ihrer Gewichtsverlagerung. Wenn man Tom Watson glauben darf, beginnt das Problem jedoch deutlich früher – nämlich in den ersten Zentimetern des Ausholens. Der achtfache Major-Sieger ist überzeugt, dass bereits der Start des Rückschwungs darüber entscheidet, ob der Schläger später in eine gute Position gelangt oder nicht. „Vor langer Zeit habe ich einen Artikel über Arnold Palmer gelesen“, erzählt Watson in einem Video (s.u.). „Darin stand, dass die ersten zwei Fuß (ca. 0,6 Meter, Anm.) des Rückschwungs der wichtigste Teil des gesamten Schwungs sind.“
Der Fehler vieler Amateure
Watson beobachtet immer wieder, dass viele Golfer den gleichen Fehler machen. Statt den Schläger ruhig zurückzuschwingen, setzen sie ihre Hände zu früh ein. Manche heben die Hände sofort nach oben an, andere drehen den Oberkörper direkt weg vom Ball. Das Problem: Dabei geht ein wichtiger Winkel verloren, der beim Ansprechen zwischen linkem Arm und Schaft entsteht. „Man möchte diesen Winkel nicht auflösen und gerade machen“, erklärt Watson. Genau das passiere jedoch bei vielen Freizeitgolfern. Die Folge: Der Schläger gerät früh in eine ungünstige Position, wird schwer zu kontrollieren und sorgt für ungenaue Ballkontakte.
Die Rolle der linken Körperseite
Watsons Lösung klingt überraschend einfach. In den ersten rund 60 Zentimetern des Rückschwungs soll nicht mit den Händen gearbeitet werden. Stattdessen übernehmen linke Hand, linker Unterarm und linke Schulter die Führung. „Die rechte Hand fährt nur mit“, beschreibt Watson den Bewegungsablauf. Entscheidend sei, dass sich Arm und Schläger zunächst als Einheit nach hinten bewegen. Dabei verändert sich ihre Position zueinander kaum. Der Schläger wird nicht aktiv angehoben oder mit den Händen nach innen gezogen. So entsteht ein kontrollierter und weniger fehleranfälliger Rückschwung.
Die Watson-Technik
Ein zentrales Konzept seiner Technik beschreibt Watson mit einer einfachen Formel: „Hände nach innen, Schlägerkopf nach außen.“ Gemeint ist damit, dass der Winkel zwischen linkem Arm und Schaft während der ersten Phase des Rückschwungs erhalten bleibt. Die Hände bewegen sich leicht nach innen, während der Schlägerkopf außerhalb der Hände bleibt. „Man hält den Winkel, den Schaft und linker Arm beim Ansprechen bilden, während der ersten Phase des Rückschwungs aufrecht“, erklärt Watson – und zeigt die Bewegung im Video. Wer diesen Winkel zu früh auflöst, bringe den Schläger häufig in eine ungünstige Position. Die Folge seien Timing-Probleme und mangelnde Konstanz.
Die Ursache vieler Schwungfehler
Der große Vorteil eines ruhigen Starts: Die Handgelenke können sich später natürlich setzen. „Dann kann der Schläger nach oben gehen und sich korrekt setzen“, erklärt der Champion. Viele Amateure würden die Handgelenke bereits zu Beginn aktiv einsetzen. Dadurch entstehe eine frühe Schlägerstellung, die später ebenso früh wieder verloren gehe. Für Watson ist das eine Ursache vieler Schwungfehler. Am höchsten Punkt des Rückschwungs sieht er den Schläger idealerweise in einer leichten und ausbalancierten Position. Die Handgelenke sind gesetzt, der Schläger fühlt sich kontrollierbar an und der linke Daumen stützt den Schaft von unten.
Finden Sie Ihr Tempo
Neben der Technik spricht Watson noch einen weiteren Aspekt an: das Tempo des Rückschwungs. Dabei gebe es keine universelle Vorgabe. Jeder Golfer müsse seinen eigenen Rhythmus finden. „Ich habe einen ziemlich schnellen Rückschwung“, sagt Watson. „Fred Couples dagegen holt den Schläger sehr langsam zurück.“ Entscheidend sei nicht die Geschwindigkeit selbst, sondern dass sie zum eigenen Körper und Bewegungsgefühl passe.
Die wichtigste Botschaft
Watsons Rat richtet sich vor allem an Golfer, die regelmäßig Probleme mit sauberen Ballkontakten haben. Bevor Sie nach komplizierten technischen Lösungen suchen, sollten Sie also einen Blick auf den Beginn ihres Rückschwungs werfen. Wenn nämlich die ersten Zentimeter der Bewegung stimmen, haben Sie gute Chancen, dass auch der Rest funktioniert.








