Stimmen zum ersten Sieg von Sattelkau als Profi
Gqeberha/Südafrika – Den 1931 eröffneten Links-Course mit seinen breiten und welligen Fairways, den schnellen Grüns und dem dichten Küstengebüsch wird Celina Sattelkau noch lange in bester Erinnerung behalten. Der erste Sieg im Profigolf ist immer ein Meilenstein von ganz besonderer Bedeutung.
Dazu kommt noch, ein Stechen über sechs Löcher zu bestehen – und das auch noch gegen einen erfahrenen LET-Profi. Casandra Alexander spielt seit 2020 auf der LET und konnte 2025 bei der Czech Ladies Open ihren ersten Sieg in Europa feiern, nachdem ihr schon sechs Siege auf der Sunshine Ladies Tour gelungen waren.
Entsprechend begeistert war Celina Sattelkau, gegen eine so starke Kontrahentin den Sieg im Stechen errungen zu haben: „Für mich war es mega cool, und ich bin einfach nur glücklich und stolz, meinen ersten Profisieg geholt zu haben.“
Bei kräftigem Wind und hohen Temperaturen war es nicht leicht, konzentriert zu bleiben. Dass sie auch bei großer Hitze performen kann, hatte Sattelkau unter anderem bei ihrer zweiten Teilnahme an einer Team-Weltmeisterschaft im Dress des Golf Team Germany bewiesen, als sie in Abu Dhabi bei mehr als 40 Grad stabil geblieben war.
Insgesamt war das Turnier ein Beweis dafür, dass die Spielerin des GC St. Leon-Rot über ein sehr starkes Nervenkostüm verfügt. Mit einer 69 (-3) ging sie ins Turnier, wobei sie auf Loch 11 sogar einen Eagle notieren durfte.
Am zweiten Tag lief es nicht rund und mit der 75 (+3) war die Führung dahin. Am Finaltag war es das Ziel von Celina Sattelkau, ruhig zu bleiben und mit viel Selbstvertrauen von Schlag zu Schlag zu gehen. „Das ist mir sehr, sehr gut gelungen. Ich habe viele Birdies gemacht, zwar auch ein paar Bogeys, aber das passiert. Die Bogeys haben mich aber eben nicht irritiert“, so die 24-Jährige. Die zweite 69 des Turniers reichte, um am Ende schlaggleich mit der Südafrikanerin Cassandra Alexander zu stehen.
Die Favoritin aus Südafrika schien auch direkt auf dem ersten Extraloch im Vorteil zu sein. Sattelkau drückte ihren Drive etwas zu weit nach rechts. Aus den Dünen ging der zweite Schlag in einen tiefen Bunker, von wo aus es noch rund 40 Meter bis zur Fahne waren. Der dritte Schlag landete zwar auf dem Grün, doch der Weg zur Fahne war noch weit, während Alexander das Grün mit dem zweiten Schlag sicher erreicht hatte.
Der Putt der Deutschen lief aus mehr als zehn Metern über eine Welle mit zwei Richtungswechseln und perfekt gesehenem Grain ins Loch, sodass die Südafrikanerin mit ihrem Par doch nicht jubeln durfte.
„Das war dann so ein bisschen der Momentum-Switch. Das war echt solide, einfach mega cool. Es war nicht einfach, aber ich bin sehr glücklich und sehr stolz. Es ist noch gar nicht so richtig eingesunken. Ich bin zufrieden damit, wie ich mit den Situationen umgegangen bin, denn mein Umgang mit Aufgaben war auch im Trainingslager ein Thema“, freute sich die Siegerin.
Der Lohn für diesen Erfolg war nicht nur, mit dem Team gemeinsam feiern zu können, sondern auch die Qualifikation für die LET-Turniere in Südafrika.
2018 hatte Celina Sattelkau ihren ersten internationalen Sieg in England auf einem Links-Course gefeiert. Nun also wieder ein Sieg auf einem Links-Course.
„Mir wird auf jeden Fall ganz viel Positives in Erinnerung bleiben. Ich bin sehr dankbar für das Coaches-Team vom Deutschen Golf Verband und vom Golfclub St. Leon-Rot. Natürlich bin ich auch meinen Eltern, meiner Familie, meinen Freunden und meinen Teamkollegen aus dem Nationalkader dankbar. Ich freue mich auf alles, was noch kommen wird“, sprudelte es überglücklich aus der Siegerin heraus.
Der Heimtrainer
Sebastian Buhl arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit den Frauen des GC St. Leon-Rot zusammen. Auch Celina Sattelkau gehört zu seinen Schützlingen, und so freute sich der Coach mit der Athletin über diesen besonderen Erfolg: „Der Sieg von Celina fühlt sich im ersten Moment einfach unglaublich schön an. Spontan denke ich dabei an all die Arbeit, Tränen und Geduld, die hinter diesem Erfolg stecken. Dieser Sieg ist nicht nur ein Ergebnis auf dem Papier, sondern der Lohn für einen langen Weg mit Höhen und Tiefen und ganz viel innerer Stärke! Für mich persönlich bedeutet dieser Erfolg sehr viel. Es ist ein Moment, in dem man spürt, wofür man all die Zeit, Energie und Emotionen investiert hat. Zu sehen, wie Celina in genau diesem Moment über sich hinauswächst, erfüllt mich mit großem Stolz und Dankbarkeit. Für Celina selbst bin ich überzeugt, ist dieser Sieg ein ganz wichtiger Meilenstein. Er bestätigt ihr, dass sie an sich glauben darf, dass sich Durchhalten lohnt und dass sie das Potenzial hat, Großes zu erreichen. Solche Erlebnisse geben Selbstvertrauen. Und das nicht nur für den Sport, sondern weit darüber hinaus. Wir werden diesen Moment genießen und feiern, aber auch mit Demut weiterarbeiten!
Die Bundestrainerin
Nicole Gögele war als Bundestrainerin Frauen mit dem Team in Südafrika und erlebte dadurch hautnah mit, wie der Kampf in einen Triumph mündete: „Es war echt Wahnsinn. Casandra Alexander ist größer als Celina und schlägt den Ball länger. Celina hat wie eine kleine Ritterin immer ihr Holz 5 in die 18 geschlagen. Sie hatte ja eigentlich das erste Extra-Loch schon fast verloren, locht ihren Putt quer über das Grün, um im Spiel zu bleiben. Danach macht sie wieder einen Up and Down aus dem Bunker, nachdem sie auf der regulären Runde auch schon ein sehr schweres Up and Down auf der 18 aus dem Bunker gemacht hatte. Nach diesen drei sehr glücklichen Löchern ist Celina dann immer sicherer geworden. Am Ende hat Celina ihre Kontrahentin wirklich niedergerungen. Es war echt ganz, ganz, ganz beeindruckend, was Celina da heute abgeliefert hat. Das war über die ganze Woche aber schon so. Es war sehr windig, es waren sehr schwierige Bedingungen, der Platz war wie in England, nur war es sehr viel wärmer. Celina hat es auf einem richtigen Linksplatz echt klasse gemacht!“
Der Chef-Bundestrainer
Stephan Morales, Chef-Bundestrainer der Frauen, hatte das Geschehen aus der Ferne beobachtet. Er hat etliche große Turniere mit der neuen Championesse bestritten und kann daher die Bedeutung dieses Sieges sehr gut beurteilen: „Wir freuen uns natürlich sehr, dass Celina auf der Sunshine Tour ein Turnier gewonnen hat. Das ist ihr erster Toursieg, und das ist immer etwas Besonderes. Sie hat sich letztes Jahr schon sehr verbessert, konnte dann leider einige Turniere am Ende des Jahres nicht mehr spielen, weil sie mit ihrer Kategorie nicht mehr in die Felder gekommen ist. Sonst hätte sie vielleicht auch direkt die volle Qualifikation für die LET im Jahr 2026 geschafft. Jetzt bestätigt sich schon sehr früh, dass ihre Leistung im letzten Jahr kein Zufall war, sondern dass sie über viel Substanz verfügt. Das zeigt sich einmal dadurch, dass sie quasi geteilte Erste in diesem Turnier wird. Und dann spielte sie gegen eine Top-LET-Spielerin aus dem Jahr 2025, die in der Order of Merit letztes Jahr Vierte geworden ist und die auch noch in ihrem eigenen Land ein Heimspiel hat. Das war ein langes Stechen, in dem sie die Südafrikanerin besiegte, obwohl sie einen Längennachteil hatte. Das zeigt dann natürlich noch einmal ihre große mentale Stärke, die Celina zusätzlich zu ihrem mittlerweile sehr guten Golfspiel hat."
Vorstand Sport
Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, war vom Auftritt der jungen Athletin des National Team Germany sehr angetan: „Das sechste Loch im Play-off zu gewinnen, ist ein Riesending! Das ist für ihre Karriere ein sehr wichtiger Meilenstein. Sich selbst zu beweisen, dass man siegen kann, ganz gleich auf welcher Tour, ist immer etwas Besonderes und mitunter entscheidend für den weiteren Karriereverlauf. Ich freue mich sehr für sie, weil sie stets eine vorbildliche Einstellung hat. Celina ist Profi im Kopf und Profi im Handeln.“
Schon am 13. Februar geht es für die Frauen des National Team Germany mit dem NTT DATA Ladies Pro-Am in Fancourt weiter. Celina Sattelkau wird dann als Tour-Siegerin aufteen und mit noch mehr Selbstvertrauen antreten.








