Starker Auftakt: Lena Geier übernimmt die Spitze
Vom 7. bis 11. Juli 2026 ist der Golf & Country Club Zürich Schauplatz der Mannschafts-Europameisterschaften der Mädchen. Parallel werden in anderen europäischen Ländern die Team-EMs der Jungen, Männer und Frauen sowie die Wettbewerbe der Division 2 ausgetragen. In Zürich jedoch gehört die Bühne ganz klar den besten weiblichen Nachwuchsspielerinnen des Alten Kontinents.
Traditionsclub als Gastgeber
Der Golf & Country Club Zürich zählt zu den traditionsreichen Schweizer Golfanlagen und bietet mit seinem anspruchsvollen Meisterschaftsplatz den passenden Rahmen für dieses absolute Turnier-Highlight. Die 18-Loch-Anlage oberhalb des Zürichsees präsentiert sich als klassischer Parkland-Kurs mit strategisch platzierten Bunkern und variablen Fahnenpositionen. Der Platz verlangt kluge Entscheidungen vom Tee und ins Grün – Länge allein reicht hier nicht, Präzision und Course-Management sind entscheidend. Erst von 2015 bis 2018 wurde die Anlage von Architekt Thomas Himmel vollständig neu gestaltet.
In Zumikon herrschten an diesem ersten Turniertag übrigens hochsommerliche Bedingungen: meist bewölkt, sehr heiß mit rund 30 Grad und leichtem Westwind. Faire aber keineswegs einfache Rahmenbedingungen also.
Turniermodus mit klarer Struktur
Im Rahmen der Mannschafts-Europameisterschaft der U18-Mädchen treten in Zürich 19 Nachwuchs-Nationalmannschaften an. Jede Mannschaft besteht aus sechs Spielerinnen. An den ersten beiden Turniertagen stehen zwei Runden Zählspiel-Qualifikation auf dem Programm. Für das Mannschaftsergebnis werden jeweils die fünf besten Einzelergebnisse gewertet, das jeweils schlechteste Resultat wird gestrichen.
Nach der Zählspiel-Phase qualifizieren sich die besten acht Teams für den „Flight A“. Dort werden im anschließenden Matchplay über drei Tage der Europameistertitel und die Top-Platzierungen ausgespielt. Die Teams auf den Plätzen neun bis 16 treten im „Flight B“ an, die übrigen Nationen im „Flight C“. Dieses Format wird seit 1991 unverändert gespielt. Spanien ist mit zehn Titeln die erfolgreichste Nation, gefolgt von Schweden (acht Siege) und Frankreich (vier Siege). Spanien geht zudem als Titelverteidiger in das Turnier.
Deutscher Glanzpunkt: Geier mit 68 in Führung
Das deutsche Team in Zürich besteht aus Yoo-Jin Bae (GC St. Leon-Rot), Lena Geier (GC Bad Griesbach), Luisa Hartmann (GC Aldruper Heide), Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot), Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot) und Cecilie Volckens (GC St. Leon-Rot). Ersatzspielerin ist Laura Schedel (GC Schloss Guttenburg). Nach dem unglücklichen vierten Platz im vergangenen Jahr, als die Bronzemedaille erst im Stechen verpasst wurde, ist das Junior Team Germany mit dem klaren Ziel in die Schweiz gereist, erneut um die Medaillen mitzuspielen.
Bereits am ersten Turniertag setzt Deutschland ein sportliches Ausrufezeichen. In der Einzelwertung spielt Lena Geier eine 68 (-4) und übernimmt damit die alleinige Führung im internationalen Feld. Die Spielerin des GC Bad Griesbach nutzt die guten, aber anspruchsvollen Bedingungen in Zumikon konsequent und setzt mit ihrer Runde einen frühen Maßstab für die weiteren Tage. Zugute kommen ihr dabei eine fehlerfreie Front Nine sowie eine richtig starke zweite Neun, auf der sie ganze fünf Birdies notieren kann - bei nur einem Schlagverlust.

Hohe Leistungsdichte im Feld
Hinter Geier folgt Romane Poissonnier (Frankreich) mit einer 69 (-3) auf Rang zwei. Auf dem geteilten dritten Platz liegen mit 70 Schlägen (-2) Giselle Zhao (Frankreich) und Allica Kelly (Wales). Dahinter reiht sich eine größere Gruppe mit 71 Schlägen (-1) ein, zu der unter anderem Amanda Revuelta und Adriana Garcia Terol (Spanien), Axelle Martin (Schweiz), Kayleigh Mulholland (Irland) und Yoo-Jin Bae (GC St. Leon-Rot) gehören. Bae sorgt damit für einen zweiten deutschen Top-Score in der Spitzengruppe.
Aus deutscher Sicht komplettieren Luisa Hartmann (GC Aldruper Heide) mit 73 Schlägen (+1), Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) und Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot) mit jeweils 75 (+3) sowie Cecilie Volckens (GC St. Leon-Rot) mit 76 (+4) das Bild eines Teams, das nicht nur an der Spitze, sondern auch in der Breite konkurrenzfähig ist. Dabei hatte Laetitia Leisinger sogar ein noch besseres Ergebnis vor Augen, allerdings musste sie, bei +1 liegend, noch ein Doppelbogey am letzten Grün verkraften.
Starke deutsche Zwischenbilanz in der Teamwertung
Nach der ersten Zählspielrunde ergibt sich in der Teamwertung ein vor allem enges Bild – und zugleich eine erste Weichenstellung auf dem Weg in die entscheidenden Matchplay-Tage. Frankreich führt mit 361 Schlägen (+1), dicht gefolgt vom Junior Team Germany mit 362 Zählern (+2). Beide Mannschaften haben sich damit eine starke Ausgangsbasis erspielt und ein Achtungszeichen an das Feld gesendet.
Mit drei Schlägen über Par (363) reiht sich Titelverteidiger Spanien auf Platz drei ein und unterstreicht, dass die Iberer auch in diesem Jahr im Kampf um die besten acht Plätze nichts dem Zufall überlassen. Die notorisch starken Engländerinnen belegen mit 367 Zählern (+7) Rang vier und halten Anschluss an die Spitzengruppe. Gastgeber Schweiz nutzt den Heimvorteil und platziert sich mit 369 Schlägen (+9) auf Platz fünf. Italien folgt mit 370 Schlägen (+10) auf Rang sechs. Den siebten Rang teilen sich die Tschechische Republik und Schweden, beide mit 377 Schlägen (+17) – sie stehen damit auf der wichtigen Grenze, die über die Teilnahme am weiteren Titelkampf entscheidet.
Für alle dahinter wird die zweite Zählspielrunde zum Schlüsseltag. Wales mit 379 Schlägen (+19) und Irland mit 381 Zählern (+21) lauern auf den Plätzen neun und zehn in unmittelbarer Schlagdistanz zur Top acht. Es schließen sich Dänemark (385/+25), Belgien (389/+29), Schottland (391/+31), Norwegen (394/+34) sowie Österreich und die Niederlande (beide 395/+35) an – Teams, die realistisch vor allem um eine möglichst gute Ausgangsposition für Flight B kämpfen. Island (401/+41), die Slowakei (404/+44) und Türkiye (420/+60) liegen nach der ersten Runde bereits deutlich zurück.
Aus deutscher Sicht ist die Ausgangslage nach Runde eins hingegen klar: Nur ein Schlag Rückstand auf Frankreich, ein Schlag Vorsprung auf Spanien – die Basis für die Qualifikation für Flight A ist gelegt, nun geht es darum, diese Position am zweiten Zählspieltag zu bestätigen oder weiter zu verbessern.









