Solheim Cup 2026: Quali-Endspurt für Henseleit und Briem
Einer der Saisonhöhepunkte für Golffans rückt näher. Der Solheim Cup geht in seine 20. Auflage. Die besten Golferinnen Europas treffen im Bernardus Golf in den Niederlanden auf die Auswahl der USA. Die Qualifikationsperiode für jene Spielerinnen, die ab dem 11. September an den Abschlag gehen wollen, geht langsam aber sicher in die heiße Phase. Maximal vier Turniere, darunter mit der Amundi Evian Championship und der AIG Womens Open zwei Majors, verbleiben, um Punkte für die Ranglisten zu sammeln oder spielerisch Eindruck zu hinterlassen und sich für einen der vier Captains Picks zu empfehlen. Die Qualifikationsphase begann bei der La Sella Open 2024 und endet mit dem letzten Putt der AIG Womens Open am 2. August im Royal Lytham & St Annes Golf Club.
Team Europa setzt sich aus den beiden besten Spielerinnen der LET-Solheim-Cup-Punkteliste zusammen. Die nächsten sechs Plätze gehen an die besten teilnahmeberechtigten Spielerinnen der Weltrangliste. Darüber hinaus wird Kapitänin Anna Nordqvist zeitnah nach dem Links-Major vier weitere Spielerinnen per Wildcard nominieren.
Zwei Deutsche mit berechtigten Hoffnungen
Aus dem Elite Team Germany haben mit Helen Briem und Esther Henseleit gleich zwei Spielerinnen gute Chancen auf eine Teilnahme. Es könnte so laufen wie wie einst 2015 beim Heimspiel in St. Leon-Rot, als mit Sandra Gal und Caroline Masson ebenfalls zwei Deutsche für Europa antraten.
Für Henseleit war die Womens PGA Championship in Hazeltine ein wichtiger Schritt. Platz 15 bei ihrem Lieblings-Major sorgte für die Rückkehr unter die Top 50 der Welt. Stand jetzt wäre sie über die Weltrangliste erneut Bestandteil des europäischen Teams, für das sie vor zwei Jahren in Virginia debütiert hatte.
Briem hat ebenfalls gute Chancen. Als aktuell Dritte der LET-Punkteliste hat sie nur 1,1 Punkte Rückstand auf die Schweizerin Chiara Tamburlini. Die Schwäbin gehört bereits jetzt zu den besten Tee-to-Green-Spielerinnen der Welt und hat bei noch drei Turnieren im Kalender die Möglichkeit, an der Schweizerin vorbeizuziehen oder sich durch gute Leistungen für eine Wildcard zu empfehlen.
„Helen hat zuletzt bei der Jabra Ladies Open de France auf der Ladies European Tour einen großartigen Sieg gefeiert und rückte damit bis auf einen Punkt an Chiara Tamburlini heran“, kommentierte Teamkapitänin Nordqvist in ihrer Kolumne bei Sky. „Die beiden werden sich also in der Schlussphase einen spannenden Kampf um diesen Platz liefern.“
Wer Europa noch vertreten könnte
Gesetzt sind die beiden Engländerinnen Charley Hull und Lottie Woad. Starspielerin Hull ist fest als Leistungsträgerin eingeplant und hätte zuletzt bei der US Womens Open beinahe ihren ersten Major-Titel gewonnen. Es wäre ihr achter Auftritt beim Solheim Cup.
Woad hingegen ist noch kein Jahr Profi und hat daher auch noch keine Solheim-Cup-Erfahrung, konnte sich aber schnell und überzeugend in der Weltspitze etablieren. Zuletzt gewann die aktuelle Nummer vier der Welt die Kroger Queen City Championship und beendete die Meijer LPGA Classic auf Rang zwei.
Ebenfalls fest eingeplant sind Major-Siegerin Maja Stark, die in den vergangenen Wochen reihenweise gute Platzierungen einspielte, und Céline Boutier. Die Französin verfügt nicht nur über einen immensen Erfahrungsschatz beim Solheim Cup, sondern siegte zuletzt auch bei der ShopRite LPGA Classic. Auch Carlota Ciganda, die bei der Austragung 2023 in ihrer spanischen Heimat die Entscheidung zugunsten ihres Teams herbeiführte, ist auf einem sehr guten Weg, sich über die Weltrangliste zu qualifizieren. Ein kleines Fragezeichen steht hinter Linn Grant, die in diesem Jahr noch nicht zu ihrer gewohnten Formstärke gefunden hat. Als Nummer 43 der Welt wäre aber auch die Schwedin Stand jetzt dabei.
Wildcards: Diese Spielerinnen hoffen noch
Die Dänin Nanna Koerstz Madsen wäre Stand jetzt eine der heißen Kandidatinnen für eine Wildcard. Für die 31-Jährige sprechen ihre langjährige Erfahrung auf der LPGA Tour und die Tatsache, dass sie das Gefühl, beim Solheim Cup anzutreten, bereits bei ihrer ersten und bislang einzigen Teilnahme 2021 erlebt hat.
Madelene Sagström wird hingegen keine Rolle spielen. Die Schwedin ist zwar aktuell als Nummer 79 der Welt spielerisch nicht weit von einer Qualifikation entfernt, erwartet im September aber ein noch viel größeres Highlight als den Solheim Cup: die Geburt ihres ersten Kindes.
Dewi Weber konnte sich hingegen zuletzt bei der Womens PGA Championship empfehlen. Die 30-Jährige beendete das Major auf dem dritten Platz. Ihr Vorteil: Als Niederländerin könnte sie vor Heimpublikum zusätzlichen Enthusiasmus entfachen. Ein mögliches Problem an der Personalie Weber: Der fehlender Status auf der LET. Die wohl einzige Lösung: Ein Sieg bei einem der nächsten Turniere.
Ebenfalls im Rennen sind Spaniens Top-Talent Julia Lopez Ramirez, Mimi Rhodes (England), Leona Maguire (Irland), Ingrid Lindblad (Schweden), Manon de Roey (Belgien), Nastasia Nadaud und Agathe Laisne (beide Frankreich) sowie Cara Gainer (England).
Bei noch drei Turnieren kann viel passieren. Spielerinnen, die derzeit kaum auf dem Radar sind, können plötzlich einen Formschub erleben. Andere könnten sich dagegen aus dem Fokus spielen. Fest steht: Bis Nordqvist und ihr Team entscheiden, wer Europa im September vertreten wird, stehen noch spannende Wochen bevor.







