Sawgrass zeigt Zähne, Young hält stand
Der Stadium Course im TPC Sawgrass ist bekannt für seine Erbarmungslosigkeit bei mangelnder Genauigkeit. Kaum ein anderer Platz bestraft unpräzise Schläge so konsequent wie der langjährige Austragungsort der Players Championship. Am Sonntag kam der starke Wind erschwerend hinzu. Die Bühne war bereit für einen dramatischen Titelkampf.
Während die vermeintlichen Protagonisten der Finalrunde, Ludvig Åberg und Michael Thorbjornsen, mit 76 und 77 Schlägen nicht zur Form der Vortage fanden, krönte Cameron Young eine beeindruckend stabile Leistung mit dem größten Titel seiner Karriere. Die Eckdaten des Erfolges: 68 Schläge im Finale, nur ein Bogey, ein Schlag Vorsprung auf Matt Fitzpatrick. Der Lohn: Ein Zahlungseingang von 4,5 Millionen Dollar, ein Sprung auf Position zwei im FedExCup und in der Weltrangliste ging es auf Rang 15 nach oben.
Fitzpatrick Zweiter, Scheffler und McIlroy nur Nebendarsteller
Fitzpatrick kassierte am Ende auf der 18 ein schmerzhaftes Bogey, das ihm den Einzug ins Stechen verwehrte. Dabei spürte der Engländer beim Gastspiel in Florida, das er nicht gerade zu den Publikumslieblingen zählte. Immer wieder waren während der Finalrunde Buhrufe zu hören, während gleichzeitig „U-S-A“-Sprechchöre für den amerikanischen Kontrahenten über die Anlage hallten. Der Ryder-Cup-Spieler reagierte entspannt und erklärte, dass die Stimmung im Vergleich zum Ryder Cup 2025 auf Bethpage Black ein „Kinderspiel“ gewesen sei. Damals musste er sich in New York als Teil des europäischen Teams einer deutlich aggressiveren Atmosphäre stellen.
Stichwort Ryder Cup: Luke Donald wird auch 2027 in Irland Europas Anführer sein. Marco Kaussler, Turnierdirektor der BMW International Open und Ryder-Cup-Insider, hält den Engländer für die ideale Wahl. Donald habe bereits beim Ryder Cup 2025 mit seiner ruhigen, professionellen Art großen Einfluss auf das Team gehabt und die Mannschaft optimal auf Erfolg ausgerichtet. Laut Kaussler spricht besonders der starke Teamgeist Europas dafür, dass die Europäer auch 2027 wieder gute Chancen auf den Sieg haben.
Die beiden besten Spieler der Welt spielten beim Gastspiel in Ponte Vedra Beach nur eine Nebenrolle. Rory McIlroy kam trotz Rückenproblemen über die volle Distanz und landete unter anderem schlaggleich mit Matti Schmid aus dem Elite Team Germany auf Platz 46. Auch Scottie Scheffler landete nur auf Position 22. Nach 18 Top-Ten-Platzierungen in Folge reichte es nun zum dritten Mal in Folge nicht für eine Spitzenplatzierung. Sowohl McIlroy als auch der amerikanische Branchenprimus ließen offen, ob sie vor dem Masters noch bei einem Turnier abschlagen werden.
Woodlands bemerkenswerte Offenheit
Im Vorfeld der Players sorgte auch Gary Woodland für Aufsehen. Der ehemalige US-Open-Champion hat offen über seine schweren mentalen Folgen nach einer Gehirnoperation gesprochen. Der Amerikaner leidet seit dem Eingriff im Jahr 2023 an posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und beschreibt den Alltag auf der PGA Tour als großen inneren Kampf. Obwohl er wieder Turniere spielt, fühle er sich „innerlich, als würde er sterben“ und wolle nicht länger so tun, als sei alles normal. Mit seiner Offenheit möchte Woodland auch anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass selbst Profisportler Unterstützung benötigen.
Es ist die Zeit der erfolgreichen Starspieler. Nachdem Jon Rahm vergangene Woche beim LIV-Stopp in Hongkong erfolgreich war, konnte in dieser Woche Bryson DeChambeau seinen ersten Saisonsieg eintüten. Der Amerikaner gewann ein spannendes Stechen gegen Richard T. Lee. Für den Major-Sieger und Youtube-Star ist es der vierte Einzeltitel auf der LIV Golf Tour, während Dustin Johnsons Team 4Aces GC mit der besten Schlussrunde den zweiten Team-Sieg in Folge feiern konnte.
Deutsche Top-Platzierungen in Südafrika
Aus deutscher Sicht gab es aus Südafrika gute Nachrichten: Allen John hat bei den Courier Guy Playoffs der Sunshine Tour nur knapp seinen ersten Titel auf der Tour verpasst. Mit einer starken Schlussrunde von 68 Schlägen kam der 38-Jährige insgesamt auf 19 unter Par und belegte den geteilten zweiten Platz hinter dem Südafrikaner Daniel van Tonder.
Bei den Frauen konnten Sophie Witt und Hanna Tauber bei der Jabra Ladies Classic der Sunshine Ladies Tour in Johannesburg starke Ergebnisse erzielen. Für das Duo stand nach drei Runden mit jeweils -1 der geteilte zehnte Platz zu Buche. Witt gelang in der Finalrunde unter anderem ein Eagle, während der Turniersieg nach einem Playoff an die Französin Lois Lau ging.







