Putt-Griffe: Vier Varianten für maximale Treffsicherheit
Wie man den Putter greift hat einen größeren Einfluss auf die Schlagbewegung als viele Golfer vermuten. Während beim langen Spiel oft Schwungmechanik und Treffmoment im Vordergrund stehen, entscheidet auf dem Grün vor allem die Kontrolle über Schlagfläche und Rhythmus. Unterschiedliche Putting-Griffe verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: die Hände zu beruhigen, die Schlagfläche stabil zu halten und den Putt möglichst wiederholbar auszuführen. Welche Variante am besten funktioniert, ist weniger eine Frage von „richtig“ oder „falsch“, sondern hängt stark von Gefühl, Technik und individuellen Schwächen ab.
Puttergriff: Vier Varianten erklärt
Der klassische Reverse-Overlap-Griff
Der Reverse-Overlap gilt als der traditionelle Putting-Griff und wird von vielen Profis seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Dabei liegt der Zeigefinger der Führhand über den Fingern der unteren Hand, wodurch beide Hände als Einheit arbeiten. Der Griff liegt eher in den Handflächen als in den Fingern, was die Handgelenke beruhigt und einen pendelartigen Schlag begünstigt.

Left-Hand-Low (Cross-Handed)
Beim Left-Hand-Low-Griff befindet sich die Führhand unterhalb der Schlaghand. Diese Anordnung hilft, die Schultern zu stabilisieren und ein „Abklappen“ der dominanten Hand im Treffmoment zu reduzieren. Viele Spieler berichten von mehr Sicherheit bei kurzen Putts, da der Putterkopf ruhiger durch den Ball läuft. Bei längeren Putts erfordert dieser Griff allerdings etwas Eingewöhnung, insbesondere beim Tempogefühl.

Claw-Griff
Der sogenannte Claw-Griff hat in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen, insbesondere auf den Profitouren. Die untere Hand greift dabei nicht klassisch, sondern in einer pinzettenartigen Haltung. Ziel ist es, die aktive Rolle der Schlaghand nahezu auszuschalten und den Putt überwiegend aus den Schultern zu steuern. Der Claw-Griff kann bei Problemen mit nervöser Handbewegung helfen, ist jedoch technisch anspruchsvoll und nicht für jeden Golfer intuitiv.

Arm-Lock-Griff
Der Arm-Lock-Griff presst den Schaft des Putters gegen den Unterarm, wodurch die Bewegung stark geführt wird. Diese Technik erfordert einen speziell angepassten, längeren Putter. Der Vorteil liegt in maximaler Stabilität, der Nachteil in einem reduzierten Gefühl für Distanz und Touch, was nicht jedem Spielertyp liegt.

Bedeutung der Griffgröße
Neben der Grifftechnik spielt auch die Dicke des Puttergriffs eine wichtige Rolle. Dickere Griffe reduzieren die Aktivität der Hände und fördern einen gleichmäßigere Bewegung, während schmalere Griffe mehr Feedback über Finger und Hände ermöglichen.
Der individuell beste Putting-Griff ist derjenige, der Kontrolle, Vertrauen und Wiederholbarkeit vereint. Ein Griffwechsel kann durchaus sinnvoll sein, sollte jedoch nicht spontan während der Runde erfolgen, sondern bewusst im Training getestet werden. Unterschiedliche Distanzen, Breaks und Grüns liefern dabei die besten Rückschlüsse. Wer offen experimentiert und dem eigenen Gefühl vertraut, findet oft eine Lösung, die langfristig für mehr Sicherheit und bessere Ergebnisse auf dem Grün sorgt.








