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Lily Reitter vom GP Gerolsbach stellt einen neuen Platzrekord von den Goldenen Tees auf dem Palmer Course von Bad Saarow auf | © DGV/STEBL

Platzrekord durch Reitter

Bad Saarow – Eine ganz außergewöhnliche Leistung lieferte Lily Reitter ab. Die Golf-Weltbürgerin, die als Heimatclub inzwischen den GP Gerolsbach hat, lag nach acht Löchern schon bei sechs unter Par. Der Start mit Eagle-Birdie-Birdie hatte den Weg für eine Runde eröffnet, wie sie von den Goldenen Tees auf dem Palmer Course des GC Bad Saarow noch nie gespielt wurde. Nach weiteren Birdies lag die 17-Jährige bei sieben unter Par, als sie auf das 18. Tee kam. Am Schlussloch musste Reitter dann aber tatsächlich doch das erste und einzige Bogey notieren, aber es reichte mit der 67 (-6) zum neuen Platzrekord.
Nachdem Reitter am ersten Wettkampftag eine 75 (+2) unterschrieben hatte, liegt sie nun mit gesamt vier unter Par auf dem geteilten fünften Platz.
 

Ihre zwei bisherigen Platzrekorde hatte Lily Reitter beide in Spanien aufgestellt. Im Raimat GC reichte ebenfalls ein Score mit sechs unter Par, während es im Torremirona GR mit -9 richtig tief ging. Mit ihrer Leistung auf der zweiten Runde in Bad Saarow war Reitter sehr zufrieden: „Ich bin mir sicher, noch nie nach acht Löchern bei -6 gestanden zu haben. Normalerweise verteilt sich das etwas mehr! Das Eagle am ersten Loch war ein Chip-in. Chip-ins sind immer eine willkommene Überraschung! Ich finde den Palmer Course natürlich wunderschön. Mir gefällt, dass man sich mitten in der Natur abgeschieden fühlt und gar nicht merkt, dass es auf demselben Gelände noch zwei weitere 18-Loch-Plätze gibt! Der Platz hat definitiv einige technische Herausforderungen. Mir fallen sofort ein paar Löcher ein, bei denen man leicht ein paar Punkte verlieren kann, wenn man sein Ziel nicht genau trifft. Die Organisation des Turniers ist bewundernswert, nicht nur die Qualität des Platzes, sondern auch die Tatsache, dass es zwei Plätze gibt. Das ist so praktisch und ermöglicht es den Mädchen und Jungen, ganz ohne Stress zu spielen. Auch alle Helfer sind wunderbar, ich bin sehr dankbar!“

Drilling ebenfalls auf T5

Mit vier unter Par liegt auch Yoo Yeung Bae auf dem fünften Platz. Besser ist vor der Finalrunde keine Deutsche. Bae war gestern mit einer 72 (-1) überaus solide ins Turnier gestartet und legte am zweiten Tag eine starke 70 (-3) nach. Lange sah es sogar noch besser aus, denn auf ihrer Front Nine, der eigentlichen Back Nine, blieb die Kurpfälzerin vom GC St. Leon-Rot fehlerfrei und drapierte neben zwei Birdies auch einen Eagle auf Loch 18. Auf Loch 1 ließ die 16-Jährige noch ein Birdie folgen. Noch tiefer sollte es nicht mehr gehen, zumal zwei Bogeys doch noch die falsche Farbe auf die Scorekarte brachten.

Yoo Yeung Bae spielt neben ihren beiden Drilling-Schwestern bei diesen so hochklassig besetzten Turnier. Yoo Jin Bae, die im Junior Team Germany gefördert wird, steht nach 72 und 73 Schlägen auf Rang 21, während Yoo Na Bae nach einer soliden 73 am zweiten Wettkampftag eine 79 (+6) ins Recording brachte und mit gesamt +6 auf Rang 53 steht.

Doppelspitze mit -6

Die Führung teilen sich nach zwei von drei Runden Maria Albini aus Italien und Sabrina Wong aus Hong Kong. Albini spielt vor den Toren von Berlin wie ein Uhrwerk und machte praktisch keine Fehler. Zum Auftakt rutschten zwar noch zwei Bogeys auf die Karte, aber mit drei Birdies glich die Athletin des Royal Park I Roveri diese mehr als aus. Die 15-Jährige aus dem Turiner Vorzeigeclub schaffte am zweiten Tag des Turnier, ihre Scorekarte komplett sauber zu halten. Mit fünf Birdies drückte sie ihren Score auf 68 Schläge, sodass Summe die sechs Schläge unter Par stehen, die für die Spitze reichen.
 

Sabrina Wong hat in Summe ein Bogey mehr in den Büchern, konnte aber auch ein Birdie mehr notieren. Die Halbfinalisten der R&A Girls Amateur Championship 2025 bezeichnet als bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere, die Ehre zu haben, Hongkong beim Queen Sirikit Cup zu vertreten, und hinter Japan und Korea den dritten Platz zu erreichen. Wong wurde in Hong Kong geboren, lebt derzeit aber in Schottland. Das Gefühl, als Leaderin in eine Finalrunde zu starten, kennt die 14-Jährige vom Cathkin Braes GC von etlichen Turnieren. Das bisherige Turnier lobt Wong in freundlichen Worten: „Ich finde die Platzbedingungen gut. Die schmalen Fairways machen den Platz wirklich anspruchsvoll, aber insgesamt macht es mir sehr viel Spaß, hier zu spielen.“

Ein Schlag Rückstand

Die beiden ersten Verfolgerinnen haben nur einen Zähler Rückstand auf das Führungsduo. Beide haben jeweils eine 73 und ein 68 gespielt, allerdings in den Tagen vertauscht: Hannah Lee-McNamara von Royal Portrush und Ebba Mejer vom GC Ljunghusens. Die Irin und die Schwedin haben das Potenzial, ein sehr ernstes Wörtchen im Kampf um den Titel mitzureden.

Zwei Eagles

Mit einer sehr bunten Scorekarte hat sich Mia Ingham auf den fünften Platz geschoben. Die 17-Jährige vom GC Sunningdale hatte von Eagle bis Doppelbogey alle Zahlen im Angebot, brachte aber ihre zweite 71 (-2) in die Wertung, auch weil ihr in der zweiten Runde gleich zwei Eagles gelangen.

„Ich habe schon mal mehr als zwei Eagles in einer Runde geschafft!! Hier in Bad Saarow ist es allerdings besonders schwierig, weil einige der Par-5-Löcher ziemlich lang sind. Am ersten Loch habe ich einen guten Abschlag gespielt, dann hatte ich noch 192 Meter vor mir und habe den Ball mit einem 5er-Holz auf etwa 50 Zentimeter an die Fahne gelegt. Der Putt ist gefallen. Am 13. Loch hatte ich für meinen zweiten Schlag noch etwa 151 Meter vor mir. Das Eisen 6 habe ich auf 30 Zentimeter ans Loch gespielt. Die Platzgestaltung ist wirklich schön. Einige Löcher spielen sich lang. Vor allem vom Abschlag aus ist es knifflig, also eine gute Herausforderung! Aber bisher genieße ich den Platz sehr“, geht Mia Ingham mit einem guten Gefühl in die Finalrunde.

Bundestrainerin unterstreicht die Bedeutung

Esther Poburski, Bundestrainerin Frauen Nachwuchs, hat die Turnierwoche in Bad Saarow bisher rundum positiv erlebt: „Was ich bisher hier gesehen habe, ist super. Das ist eine tolle Anlage! Der Platz ist in gutem Zustand und das ganze Setup ist für alle Teilnehmer ideal. Wenn man sieht, dass die internationalen Kollegen mit Teams hierher kommen, ist es einfach super. Wir sind nah am Flughafen, es gibt tolle Bedingungen hier vor Ort, es sind zwei tolle Golfplätze. Alle sind ziemlich happy und das Turnier ist wieder sehr aufgewertet. Sehr wichtig ist auch die Wertung für die Qualifikation zum Junior Solheim Cup. Dadurch kommen natürlich noch mehr internationale Spielerinnen. Weil das Niveau so hoch ist, werden einige Nationen nach diesem Turnier ihre Mannschaften für die Team-Europameisterschaften nominieren. Das haben wir natürlich auch noch vor der Brust. Insofern hat das Turnier eine hohe Wertigkeit!“


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