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Neues europäisches Ranglistensystem für Top-Amateure

Ziel der European Amateur Order of Merit ist es, den internationalen Turnierkalender für Top-Amateure in Europa attraktiver und übersichtlicher zu machen, die prestigeträchtigsten Veranstaltungen hervorzuheben und sie über ein gemeinsames Wertungssystem enger zu verzahnen. Damit entsteht eine Alternative zu bestehenden Ranglisten und Fördersystemen außerhalb Europas und eine klar strukturierte Rangliste als sportliches Ziel. Als zusätzlicher Anreiz werden Startplätze bei Profiturnieren vergeben. Bereits 2026 werden fast 40 Einladungen zu professionellen Events über die EAOM ausgespielt.

Grundzüge des Systems

Die EAOM ist als jährlich wiederkehrende Serie von Januar bis Oktober angelegt. Für beide Geschlechter werden pro Jahr jeweils rund 15 Wertungsturniere in den Kalender aufgenommen. Ein zentrales Element ist eine abschließende Turnierserie, der „Final Sprint“, in der zusätzliche Punkte und besondere Prämien ausgespielt werden. Das Punktesystem orientiert sich in seiner Logik an den Profiserien und honoriert insbesondere vordere Platzierungen. Belohnungen werden vor allem in Form zusätzlicher Spielmöglichkeiten auf höherer Ebene vergeben.
 

Die ersten zählenden Turniere der Premieren-Saison 2026 sind die Portuguese International Amateur Championships im Januar und Februar. Daneben werden traditionelle Spitzenevents dauerhaft Teil des Kalenders sein, weitere Turniere können rotierend hinzukommen.
 

Die Final-Sprint-Turniere werden einheitlich über 54 Löcher als Zählspiel ausgetragen, erhalten erhöhte Punktewerte und zusätzliche Prämien. Für die Männer werden Startfelder mit rund 120 Athleten angestrebt, für die Frauen etwa 90 Athletinnen.

Teilnahme, Startplätze und Wertung

Die bestehenden Turnierformate und die Teilnahme- und Auswahlkriterien der jeweiligen Ausrichter bleiben grundsätzlich unverändert. Ergänzend werden bestimmte Startplätze gezielt nach Positionen in der EAOM vergeben, um sportliche Leistungen unmittelbar zu belohnen. Ab 2027 sollen für alle Turniere der Serie einige Startplätze auf Grundlage der EAOM-Abschlusstabellen des Vorjahres vergeben werden.
 

Für die Athletinnen und Athleten entstehen keine zusätzlichen Meldeprozesse oder Gebühren: Wer bei einem Turnier EAOM-Punkte erspielt, erscheint automatisch in der Rangliste. In die Jahreswertung fließen die besten Resultate eines Spielers ein; besonders hoch gewichtet werden dabei die als „Majors“ definierten Turniere sowie die Veranstaltungen der Final-Sprint-Serie.
 

Die Ranglisten werden von der EGA geführt, nach jedem zählenden Turnier aktualisiert und auf der EGA-Website veröffentlicht. Die Durchführung der Turniere im EAOM-Kalender liegt weiterhin bei den nationalen Verbänden und ihren lokalen Veranstaltern.

Einordnung durch die EGA

EGA-Generalsekretär Michael Thannhäuser sieht in der neuen Serie eine wichtige Weichenstellung für den europäischen Amateur-Spitzensport. Die paneuropäische Rangliste soll eine faire, einheitliche und leistungsorientierte Plattform schaffen, zusätzliche Motivation bieten und den Kalender übersichtlicher machen. Zugleich hebt Thannhäuser die Rolle der nationalen Verbände hervor, die das Konzept maßgeblich mitentwickelt haben.

Stimmen des DGV

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, begrüßt die Einführung der EAOM: „Wir haben als DGV über Jahre in Richtung EGA und europäische Verbände gedrängt, um auf die durch WAGR ausgelöste Schieflage zu reagieren. Jetzt entsteht eine neue Dynamik mit konzentrierten Top-Feldern, hochwertigen Turnieren und attraktiven Rewards, die Amateur- und Profibereich enger verbinden. Ich bin überzeugt, dass diese Initiative die Entwicklung der Spitzenamateure unterstützt und eine echte Alternative für Spielerinnen und Spieler bietet, die ihren Weg ohne College direkt ins europäische Profigolf suchen.“
 

Christoph Herrmann, Chef-Bundestrainer Männer, betont die sportliche Bedeutung: „Aus meiner Sicht ist dies ein sehr wichtiger und absolut richtiger Schritt für den europäischen Amateur-Golfsport. Die Felder in den relevanten Turnieren werden stärker und homogener, die Top-Spieler Europas können sich häufiger in hochkarätigen Feldern messen. Besonders wertvoll ist, dass sich Spieler über starke Leistungen in Europa nun realistische Chancen auf große Amateurmeisterschaften und sogar Tour-Starts erspielen können. Mit der Bernhard Langer IAM der Männer im ‚Final Sprint‘ öffnet sich unseren Athleten zudem ein besonders bedeutendes Heimturnier mit zusätzlichen Chancen und Sichtbarkeit.“
 

Auch Stephan Morales, Chef-Bundestrainer der Damen, sieht in der EAOM wichtige Impulse: „Es ist ein vereinfachtes und übersichtliches System, das hoffentlich dazu führt, dass das Niveau bei den einzelnen Turnieren deutlich zunimmt. Über die EAOM eröffnen sich auch im WAGR bessere Möglichkeiten, Boden gutzumachen und in große Turniere hineinzukommen. Positiv ist zudem, dass wir bei den Männern bereits ein Turnier mit erhöhter Punktewertung im Kalender haben – und ich hoffe, dass dies bei den Frauen bald ebenfalls der Fall sein wird.“

 

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