McIlroy und die Memorial-Magie von Muirfield
Rory McIlroy wirkt in diesen Tagen entspannt wie nie zuvor. Der 37-jährige Nordire hat 2026 immerhin zum zweiten Mal in Folge das Masters in Augusta gewonnen. Da lebt es sich irgendwie deutlich leichter. McIlroy gibt aktuell in Dublin (Ohio) unterhaltsame Pressekonferenzen, schreibt Kindern, die am Fairwayrand stehen, geduldig Autogramme. Das war nicht immer so. Und doch hat er mit dem Memorial Tournament im Muirfield Village GC noch eine Rechnung offen.
„Es ist ein wunderbares Turnier, das eine Liste von großen Champions auf einem wunderschönen Golfplatz vorweisen kann. Ich bin noch nicht dabei, das hat mich während meiner Karriere immer wieder frustriert“, so McIlroy. Er und das Memorial – das war bis dato keine erfolgreiche Liebe. Bei 13 Einsätzen in Muirfield Village landete er nur fünfmal in den Top Ten, wobei er sein bestes Ergebnis im Jahr 2016 hatte, als er T4 wurde. Nicht unbedingt zufriedenstellend für einen Star wie McIlroy.
Als er gefragt wurde, welche Turniere er am liebsten zu seiner Sammlung hinzufügen würde, verriet er: „Ich würde das hier und Tigers Event im Riviera Country Club nehmen. Ja, das sind die beiden, die ich gerne gewinnen würde.“ Es sei eine Art Traum für ihn, am Finaltag die 18 hinaufzuschreiten und Gastgeber Jack Nicklaus die Hand schütteln zu dürfen. McIlroy und Nicklaus verbindet eine langjährige Freundschaft und auch der Altstar machte jüngst keinen Hehl daraus, dass er Rory gerne als Sieger seines Events sehen würde.
Was alles andere als leicht sein wird, denn: Der Kurs von Muirfield Village passt nicht unbedingt zum Spiel des Nordiren: „Dieser Golfplatz verlangt Geduld. Man kann hier nicht einfach an jedem Loch den Driver auspacken und drauflos schlagen“, so Nicklaus. Genau darin liegt für McIlroy das Problem. Seine größte Waffe – die enorme Länge vom Tee – verliert auf dem von Nicklaus entworfenen Kurs einen Teil ihrer Wirkung. Muirfield Village belohnt strategisches Golf. Die engen Landebereiche, die anspruchsvollen Annäherungen und die stark ondulierten Grüns verlangen präzise Flugkurven und eine sorgfältige Platzstrategie. Wer die Grüns mit zu viel Spin attackiert, wird schnell bestraft. Nicklaus sieht genau dort den Schlüssel zum Erfolg. Nicht Schlaglänge, sondern Geduld, Kontrolle und die Fähigkeit, unterschiedliche Flugbahnen zu spielen, entscheiden über Sieg oder Niederlage.
Vier Spieler beendeten Runde eins des Turniers, das 2026 zum 50. Mal und ohne deutsche Spieler ausgetragen wird, mit einer 67 und liegen gemeinsam bei -5 an der Spitze. McIlroy war ebenso nicht dabei wie Scottie Scheffler. Der Weltranglistenerste kassierte auf den Back Nine zwei Bogeys und ein Doppel. Ungewöhnlich. Dabei würde Scheffler das Turnier doch gerne zum dritten Mal in Folge gewinnen. Aber: Der Platz bestraft Ungeduld. Ein Doppelbogey auf Bahn drei und ein Bogey auf der 18 – für McIlroy lief's auch nicht unbedingt nach Plan. Aber es sind ja noch drei Runden zu spielen und McIlroy ist 2026 vielleicht so entspannt und geduldig wie nie zuvor.








