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Sofia Maier-Borst bekommt die Silbermedaille vom Weltstar Annika Sörenstam überreicht | © DGV

Maier-Borst holt weiteres Silber

Uppsala/Schweden – Wenn Annika ruft, werden junge Golferinnen hellhörig. Das ANNIKA Invitational Europe ist längst mehr als ein hochklassig besetztes Jugendturnier. Es ist Bühne, Erlebnis, Standortbestimmung und Inspiration zugleich. Für die besten Talente Europas bedeutet eine Einladung nach Schweden nicht nur die Chance, sich sportlich mit einem internationalen Spitzenfeld zu messen, sondern auch, einer der größten Persönlichkeiten des Golfsports ganz unmittelbar zu begegnen.
 

Annika Sörenstam hat den Golfsport bei den Frauen über viele Jahre geprägt wie nur wenige Athletinnen vor ihr. Mit 93 Profisiegen, darunter 72 Titel auf der LPGA Tour und zehn Major-Erfolge, zählt die Schwedin zu den erfolgreichsten Spielerinnen der modernen Golfgeschichte. Ihre Dominanz, ihre Konstanz auf höchstem Niveau und ihr professioneller Anspruch setzten weltweit Maßstäbe. Auch über ihre Titel hinaus hatte Sörenstam großen Einfluss auf die Entwicklung des Frauen-Golfs. Mit ihren Starts auf der PGA Tour und ihrer Rolle als internationale Botschafterin des Sports rückte sie Frauen im Golfsport stärker in den Fokus und trug wesentlich dazu bei, Sichtbarkeit und Anerkennung zu steigern.

 

Vor diesem Hintergrund war es für alle jungen Talente eine große Sache, beim ANNIKA Invitational Europe dabei zu sein. Für Sofia Maier-Borst wurde daraus eine Woche, die sportlich wie emotional lange in Erinnerung bleiben dürfte.
 

Mehr als nur ein Turnier

„Das Annika Invitational ist tatsächlich viel mehr und viel größer als nur ein Golfturnier. Neben dem eigentlichen Wettkampf gibt es hier sehr viel Programm“, berichtete Sofia Maier-Borst nach einer Woche, die neben 54 Löchern Zählspiel auch zahlreiche besondere Momente bereithielt.
 

Dass Annika Sörenstam ihrem eigenen Turnier nicht nur ihren Namen gibt, sondern tatsächlich präsent ist, macht für die Teilnehmerinnen einen wesentlichen Teil der Faszination aus. Die Schwedin war vor Ort, sprach mit den Spielerinnen, beobachtete Runden auf dem Platz und gab den Talenten Einblicke in Erfahrungen, die nur jemand vermitteln kann, der selbst über viele Jahre Maßstäbe im Weltgolf gesetzt hat.
 

„Das Besondere hier ist auch, dass tatsächlich Annika Sörenstam selber die ganze Woche da ist und auch auf den Platz kommt, um zuzuschauen. Das ist wirklich toll“, so Maier-Borst.
 

Zum besonderen Charakter der Veranstaltung gehörten auch das Champions Dinner, ein gemeinsames Abendessen mit Annika inklusive der Möglichkeit, Fragen an den Weltstar zu stellen, Kliniks, Informationsformate und ein gemeinsamer Backabend, bei dem die Spielerinnen lernten, wie schwedisches Süßgebäck entsteht. Das alles machte aus dem Turnier eine Woche, die weit über Scores und Platzierungen hinausging.
 

„Es ist wirklich toll und irgendwie besonders, auf eine Art exklusiver. Auf jeden Fall ist es sehr wertschätzend, so etwas erleben zu dürfen“, fasste Maier-Borst die Eindrücke abseits der Fairways zusammen.
 

Anspruchsvoller Platz

Sportlich wartete auf die 78 Teilnehmerinnen im Upsala GK eine echte Aufgabe. Der Platz nördlich von Stockholm, auf dem 2025 die HotelPlanner Tour zu Gast war, verlangt präzises Spiel, gute Planung und viel Geduld. Teils führt das Layout durch Wald, teils öffnete es sich deutlich. Dadurch wurde vor allem der Wind zu einem schwer kalkulierbaren Faktor. Kräftige und immer wieder böige Bedingungen machten es den Spielerinnen schwer, die Bälle zuverlässig und präzise zu platzieren.
 

Sofia Maier-Borst fand dennoch Gefallen an der Anlage: „Das ist ein richtig cooler Golfplatz. Ich fand den wirklich sehr anspruchsvoll. Die Grüns waren fair, nicht so bretthart. Die Bälle blieben schon liegen, aber bei den Putts musste man fein aufpassen, denn die Grüns waren richtig schnell.“
 

Solider Start

Maier-Borst startete mit einer 72 in das Turnier. Even Par war auf diesem Platz und bei diesen Bedingungen ein guter Auftakt, auch wenn die Runde zwischenzeitlich alles andere als einfach verlief. Drei Bogeys innerhalb von nur fünf Bahnen hätten die Athletin des GC St. Leon-Rot aus dem Rhythmus bringen können. Maier-Borst blieb aber ruhig, arbeitete sich zurück und drückte ihren Score mit späten Birdies wieder auf Even Par.
 

„Ich habe am ersten Tag schon ziemlich solide gespielt. Ich war echt zufrieden“, ordnete die Kurpfälzerin ihre Auftaktrunde ein.
 

Ganz vorne setzte Lauren Crump bereits am ersten Tag ein deutliches Ausrufezeichen. Bogeyfrei, mit einem Eagle und insgesamt 66 Schlägen, legte die spätere Siegerin eine Runde vor, die sich deutlich vom Rest des Feldes abhob. Maier-Borst erkannte diese Leistung neidlos an: „Lauren Crump hat in einer anderen Liga gespielt. Das muss man einfach anerkennen.“
 

Während die Engländerin früh davonzog, blieb Maier-Borst in Schlagdistanz zu den weiteren Spitzenplätzen.
 

Stabil geblieben

Die zweite Runde begann für Maier-Borst mit einem Birdie. Drei Bogeys kamen danach noch auf die Karte, weitere Birdies blieben aus. Mit einer 74 (+2) fiel der Score zwar etwas höher aus, doch die 18-Jährige verlor weder die Ruhe noch das Vertrauen in ihr Spiel: „In der zweiten Runde kam nicht alles zusammen. Es war aber auch nicht so schlecht, dass ich danach alles infrage gestellt hätte.“

Angriff am Finaltag

Vor der dritten Runde war klar: Der Sieg war nur noch schwer erreichbar, weil Lauren Crump an der Spitze zu weit enteilt war. Hinter der Führenden aber war noch viel möglich. Sofia Maier-Borst ging mit der Gewissheit in den Finaltag, dass eine gute Runde sie noch weit nach vorne tragen konnte.

„Ich wusste, dass ich mich mit einer guten Runde noch nach oben bewegen kann. Ich hatte einen guten Start. Bogeys passieren auf diesem Platz schnell, daher habe ich mich davon nicht ablenken lassen und bin entspannt geblieben“, beschrieb die Athletin ihre Haltung auf der Schlussrunde.
 

Diese Mischung aus Angriffslust und Gelassenheit wurde belohnt. Maier-Borst blieb auch dann ruhig, wenn der Platz kleine Fehler provozierte. Im Endspurt boten sich ihr mehrere Birdiechancen und die nutzte der Bundesadler eindrucksvoll. Vier Birdies auf den letzten sechs Löchern drückten den Score auf 68 (-4) Schläge. Damit brachte die Spielerin des Junior Team Germany den besten Score des gesamten Feldes ins Clubhaus. Der Angriff auf Crump war damit zwar nicht mehr möglich, doch die Silbermedaille war souverän gesichert.
 

Mit Runden von 72, 74 und 68 Schlägen beendete Maier-Borst das Turnier bei zwei unter Par. Außer der überragenden Siegerin blieb keine weitere Spielerin im Feld unter Par.
 

„Ich bin natürlich extrem zufrieden mit dem Ergebnis. Ich bin super happy, hier wie schon vor zwei Wochen bei der GBG Silber zu gewinnen. Das ist richtig cool und ich freue mich wirklich riesig“, so Maier-Borst.

Wichtige Punkte

Die Silbermedaille in Schweden war für Sofia Maier-Borst nicht nur ein weiterer internationaler Erfolg, sondern auch mit Blick auf die Qualifikation zum Junior Solheim Cup wertvoll. Als derzeit beste Deutsche in diesem Ranking wird sie mit den frisch gewonnenen 60 Punkten einen guten Sprung nach vorne machen. Da noch vier weitere Turniere ausstehen, bei denen Punkte für die Rangliste vergeben werden, ist das aktuelle Bild aber nur eine Momentaufnahme. Für Maier-Borst fällt diese ausgesprochen positiv aus.
 

Dass die Athletin des GC St. Leon-Rot innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal international Silber gewann, unterstreicht ihre starke Form. Schon bei der German International Amateur Championship Boys & Girls hatte sie sich in Szene gesetzt. Nun folgte beim ANNIKA Invitational Europe der nächste Beleg dafür, dass Maier-Borst auf hohem Niveau konstant liefern kann.

Elf Deutsche am Start

Insgesamt waren elf deutsche Spielerinnen in Uppsala angetreten, um sich mit einem international stark besetzten Feld zu messen. Hinter Sofia Maier-Borst waren Laetitia Leisinger vom GC St. Leon-Rot, Anastasia Back vom Stuttgarter GC Solitude und Isabel Morato Brede vom GC Kassel-Wilhelmshöhe die besten Deutschen. Alle drei beendeten das Turnier mit gesamt zehn Schlägen über Par auf dem geteilten 24. Platz.
 

Endstand >>>

 

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