Location-Check: Dachstein-Tauern G&CC – Interwetten Open
Schladming gehört zu jenen Orten in Österreich, die weit über den Sport hinaus Bekanntheit erlangt haben. Die Planai, die alpine Ski-WM und zahlreiche Weltcup-Rennen haben die Region über Jahrzehnte geprägt. Doch längst endet die Saison nicht mehr mit der Schneeschmelze. In den Sommermonaten präsentiert sich Schladming-Dachstein als vielseitige Outdoor-Destination – und mit dem Dachstein-Tauern Golf & Country Club auch als eine der attraktivsten Golfregionen des Landes.
Mit der Interwetten Open macht in dieser Woche die HotelPlanner Tour Station in Schladming. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr bleibt damit auch Europas zweite Profi-Liga im Golfsport in der Steiermark zu Gast.
„Pebble Beach der Alpen“
Der Dachstein-Tauern Golf & Country Club bezeichnet sich selbst gerne als das „Pebble Beach der Alpen“ – eine selbstbewusste Aussage, die angesichts der spektakulären Kulisse durchaus nachvollziehbar erscheint. Eingebettet zwischen Dachsteinmassiv und Tauern eröffnet sich auf nahezu jeder Spielbahn ein beeindruckendes Alpenpanorama. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Wasserflächen für ein Erscheinungsbild, das manche Besucher eher an Florida als an die Steiermark erinnert.
Der Platz liegt auf rund 750 Metern Seehöhe im Ennstal und zählt seit Jahren zu den angesehensten Anlagen Österreichs. Regelmäßig findet sich Schladming-Dachstein in Rankings der besten Golfplätze des Landes wieder.
Bernhard Langer Design
Für das Design der Anlage zeichnet niemand Geringerer als Golflegende Bernhard Langer verantwortlich. Sein Ziel war es, einen Championship Course zu schaffen, der sowohl Spitzenspieler als auch Amateure fordert und gleichzeitig in Erinnerung bleibt.
Besonders charakteristisch sind die zahlreichen Wasserhindernisse, die auf einem Großteil der Bahnen ins Spiel kommen. Anders als viele alpine Plätze präsentiert sich der Kurs flach und gut begehbar. Die Herausforderung entsteht weniger durch extreme Höhenunterschiede als durch die strategische Platzierung von Wasser, Bunkern und Grüns.
Franz Wittmann und die neue Ära
Ein wesentlicher Teil der jüngeren Erfolgsgeschichte ist eng mit Franz Wittmann verbunden. Der ehemalige Rallye-Europameister, zwölfmalige österreichische Staatsmeister und spätere Präsident des Österreichischen Golfverbands übernahm die Anlage vor einigen Jahren und führte sie gemeinsam mit seinem Sohn Franz Wittmann jun. in eine neue Phase der Entwicklung. Unter der Führung der Familie Wittmann wurde die Positionierung als Premium-Golfdestination weiter geschärft.
Sportliche Faktoren
Der Dachstein-Tauern G&CC wirkt auf den ersten Blick freundlich und fair. Doch genau darin liegt seine Tücke. Wasser kommt auf einem Großteil der Löcher ins Spiel und zwingt die Spieler permanent zu Entscheidungen. Aggressives Golf wird belohnt, Fehler werden jedoch oft unmittelbar bestraft. Die Fairways bieten ausreichend Platz, die eigentliche Herausforderung beginnt bei den Annäherungen und rund um die Grüns. Für Profis ergibt sich dadurch ein Platz, auf dem viele Birdies möglich sind, gleichzeitig aber jederzeit auch Bogeys drohen.
Signature Holes
- #6 – Par 3: Das bekannteste Loch der Anlage und für viele die Visitenkarte des Platzes. Der Schlag über Wasser auf ein gut verteidigtes Grün verlangt Mut und Präzision zugleich. Trotz seiner überschaubaren Länge sorgt das Loch regelmäßig für Nervosität – sowohl bei Amateuren als auch bei Profis.
- #9 – Par 4: Mit Vorgabe 1 gilt die neunte Bahn als eines der schwierigsten Löcher des Platzes. Die Herausforderung beginnt bereits am Abschlag, wo Wasser sowohl links als auch rechts ins Spiel kommt. Auch entlang der rechten Seite der zweiten Hälfte der Spielbahn bleibt das Wasser ein ständiger Begleiter. Länge und Präzision sind hier gleichermaßen gefragt.
- #18 – Par 5: Ein spektakuläres Finish und eines der bekanntesten Löcher im österreichischen Golfsport. Das Par 5 endet auf einem Inselgrün und zählt zu den schönsten Par 5 Löchern Österreichs. Passend zur Skiregion Schladming wartet hier noch eine besondere Tradition: Dem ersten Spieler, dem im Rahmen eines Turniers auf dieser Bahn ein Eagle gelingt, winkt eine Saisonkarte für die Planai.
Turnier & Bedeutung
Mit der Interwetten Open erhielt Schladming-Dachstein im vergangenen Jahr erstmals ein Event der HotelPlanner Tour. Die Premiere endete gleich mit einem österreichischen Heimsieg durch Maximilian Steinlechner und sorgte international für Aufmerksamkeit.
Nach den Austrian Alpine Open auf der DP World Tour in Kitzbühel folgt nun kurz danach mit der Interwetten Open das zweitgrößte internationale Profiturnier Österreichs. Wie im Ski-Weltcup wandert der Fokus damit innerhalb weniger Tage von Tirol in die Steiermark.
Location-Score
- Architektur: 8/10
Bernhard-Langer-Design mit hohem Wiedererkennungswert und starker Einbindung der Wasserlandschaft. - Dramaturgie: 7/10
Viele Birdie-Chancen, aber auch permanente Gefahrenzonen sorgen für Spannung bis zum Schluss. Auf Loch 18 kann sich noch alles entscheiden. - Amateur-Tauglichkeit: 8/10
Anspruchsvoll, aber fair. Ein Platz, der Spielern nahezu aller Handicap-Klassen Spaß macht. - Reise-Faktor: 8/10
Golf, Berge, Wellness und Outdoor-Erlebnis auf höchstem Niveau. Die Region Schladming-Dachstein zählt zu den vielseitigsten Sommerdestinationen Österreichs.







