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Sucht neue Gelder für seine Tour: LIV-Boss Scott O’Neil. | © golfsupport.nl/Ben Hsu/ism

LIV Golf kämpft um die Zukunft: Zweifel an Saisonende nehmen zu

Die Zukunft von LIV Golf bleibt ungewiss. Obwohl die von Saudi-Arabien finanzierte Liga offiziell weiterhin an ihrem Turnierkalender festhält, mehren sich Berichte, wonach selbst die Austragung der noch ausstehenden Events der Saison 2026 nicht als gesichert gilt. Aufhorchen ließ zuletzt eine Aussage von LIV-CEO Scott O’Neil in einem Interview mit dem US-Wirtschaftssender CNBC. Auf die Frage, ob er garantieren könne, dass die letzten vier Turniere der Saison wie geplant stattfinden werden, wich der Ligachef aus. „Was ich garantieren kann, ist eine hervorragende Rendite, wenn Sie in dieses Unternehmen investieren“, sagte O’Neil. Eine Zusage für die Durchführung der Turniere gab er damit allerdings nicht.

Finanzierung von Monat zu Monat

Auslöser der anhaltenden Spekulationen ist die Entscheidung des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), die Liga nur noch bis Ende 2026 zu unterstützen. Nach einem Bericht von Front Office Sports wächst inzwischen jedoch die Sorge, dass die Finanzierung sogar schon früher auslaufen könnte. Demnach soll innerhalb des LIV-Umfelds niemand genau wissen, wie lange der Geldfluss aus Saudi-Arabien tatsächlich noch gesichert ist. Ein von dem US-Medium zitierter Geschäftspartner erklärte, es gebe sogar Zweifel daran, ob die Liga ihr letztes geplantes Turnier Ende August überhaupt noch austragen werde. Besonders problematisch: Laut dem Bericht erfolgt die Finanzierung durch den PIF monatlich. Damit hängt jedes verbleibende Turnier letztlich von einer erneuten Finanzierungsentscheidung ab.

Verschobenes Turnier verstärkt die Unsicherheit

Neue Fragen zur Stabilität der Liga kamen auf, nachdem LIV Golf im Juni sein geplantes Turnier in New Orleans verschoben hatte. Als Grund wurden die hohen Sommertemperaturen genannt. Beobachter merkten allerdings an, dass Termin und klimatische Bedingungen bereits bekannt gewesen seien, als die Veranstaltung vereinbart wurde. Der Bundesstaat Louisiana hatte rund sieben Millionen US-Dollar bereitgestellt, um das Event nach New Orleans zu holen. Nach Medienberichten waren bereits 3,2 Millionen Dollar ausgezahlt worden, als die Verschiebung bekanntgegeben wurde. Die Folge: Im Kalender entstand eine Lücke von 47 Tagen – und die Diskussionen über die wirtschaftliche Lage der Liga wurden noch lauter.

Suche nach neuen Geldgebern läuft

Während die Unsicherheit wächst, arbeitet LIV Golf hinter den Kulissen an einer Finanzierungslösung für die Zeit nach 2026. O’Neils Auftritt bei CNBC diente offensichtlich auch dazu, potenzielle Investoren anzusprechen. Berichten zufolge benötigt LIV Golf zwischen 250 und 350 Millionen Dollar an frischem Kapital, um den Betrieb über das Jahresende hinaus fortzuführen.

Milliardeninvestitionen ohne nachhaltigen Erfolg

Seit dem Start der Liga im Jahr 2022 soll der PIF mehr als sechs Milliarden US-Dollar in das Projekt investiert haben. Gleichzeitig werden die laufenden Kosten auf rund 100 Millionen Dollar pro Monat geschätzt. Eine nachhaltige Profitabilität hat LIV Golf bislang jedoch nicht erreicht. O’Neil selbst hatte in der Vergangenheit eingeräumt, dass es möglicherweise noch bis zu zehn Jahre dauern könnte, bis die Liga Gewinne erwirtschaftet. Zusätzliche Zweifel löste im Frühjahr die Ankündigung Saudi-Arabiens aus, künftig verstärkt auf ein neues nationales Investitionsprogramm zu setzen. LIV Golf spielte in den vorgestellten Plänen keine Rolle.

Die Zeit wird knapp

Trotz aller Unsicherheiten gibt sich O’Neil nach außen optimistisch. Die Saison 2026 werde weiterhin „mit Vollgas“ fortgesetzt, erklärte er zuletzt. Zudem sehe die Liga „starke Dynamik auf und neben dem Platz“. Ob diese Zuversicht ausreicht, um neue Investoren zu gewinnen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Fest steht: Die Suche nach frischem Kapital ist inzwischen zu einer der wichtigsten Aufgaben der LIV-Verantwortlichen geworden. 

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