Korda führt, Henseleit mit späten Birdies
Beim Blick auf die Zahlen lässt sich eine vermeintliche Schwäche im Spiel von Esther Henseleit in Runde drei der US Womens Open vermuten: die Schläge ins Grün. Die Olympiazweite von Paris traf elf von 14 Fairways, aber nur acht von 18 Grüns. Die aussagekräftigen Strokes-Gained-Werte zeichnen jedoch ein anderes Bild. Im Bereich Annäherungen machte die Athletin aus dem Elite Team Germany 0,27 Schläge auf die Konkurrenz gut. Bei den Abschlägen verlor sie hingegen fast einen Schlag (-0,9) auf den Durchschnitt des Feldes, was offenbar weniger an der Präzision als vielmehr an der Länge ihrer Tee-Schläge lag.
Die entscheidende Zahl am Moving Day des Major-Höhepunkts im Riviera Country Club war die 73 (+2). Dabei lag die 27-Jährige nach 16 Löchern noch vier über Par, konnte ihre Runde aber mit zwei abschließenden Birdies deutlich verbessern. Ihre Bilanz nach drei maximal anspruchsvollen Tagen US-Open-Golf: 73, 71 und 73 Schläge, ein Gesamtergebnis von vier über Par und Rang 40 in einem Feld mit den besten Spielerinnen der Welt.
Korda in geteilter Führung
Die aktuell formstärkste Golferin der Welt heißt Nelly Korda. Ihre beeindruckende Bilanz in diesem Jahr: sieben Starts, drei Siege, drei zweite Plätze und ein achter Rang. Und es sieht nicht danach aus, als würde in dieser Woche ein Einbruch folgen. Im Gegenteil: Die 27-Jährige ließ nach einem verhaltenen Auftakt mit 73 Schlägen zwei Runden mit jeweils 67 Schlägen folgen und teilt sich mit einem Gesamtergebnis von sechs unter Par vor dem Finale die Führung mit der Südkoreanerin Sei Young Kim. Auf dem geteilten dritten Rang folgen Jennifer Kupcho und In Gee Chun.
„Bei Major-Turnieren geht es vor allem darum, sich durchzukämpfen. Und wenn sich dann ein kleines Zeitfenster für einen aggressiven Angriff bietet, muss man es nutzen“, kommentiert die Weltranglistenerste. „Deshalb bin ich sehr zufrieden damit, wie ich mich durch die Front Nine gearbeitet habe und die Chancen auf den letzten drei Löchern nutzen konnte. Es ist immer etwas Besonderes, in dieser Position zu sein. Dafür arbeiten wir so hart. Was morgen passiert, wird sich zeigen, aber ich werde alles geben und sehen, was am Ende dabei herauskommt.“







