Partner des DGV

Sieg für die Jungen aus Bayern | © Bayerischer Golfverband

Jugend-Länderpokal 2026: Titel für Bayern und Baden-Württemberg

Bad Saarow – Der Jugend-Länderpokal wurde 2026 erneut auf der Anlage des GC Bad Saarow am Scharmützelsee ausgetragen. Wie im Vorjahr spielten die Mädchen auf dem Palmer Course, während die Jungen auf dem Faldo Course gefordert waren. Beide Plätze präsentierten sich als perfekte Bühne für einen Wettbewerb, der traditionell von Teamgeist, Spannung und engen Entscheidungen lebt. In dieser Auflage schrieb das Turnier noch einmal eine ganz besondere Geschichte.
 

Schon am Freitag wurde deutlich, dass diese drei Tage außergewöhnlich werden würden. Die Zählspielqualifikation begann unter großer Hitze, ehe Gewitter für eine lange Unterbrechung sorgten. Auch an den folgenden Wettkampftagen musste der Spielbetrieb wegen Gewitters gestoppt werden. Die Spielleitung, die Teams und alle Beteiligten waren dadurch immer wieder gefordert, flexibel zu bleiben, die Athleten neu aufzuwärmen, den Fokus hochzuhalten und unter Druck sofort wieder leistungsbereit zu sein.

Längster Wettkampftag

Besonders eindrucksvoll zeigte sich dies am ersten Wettkampftag. Noch nie wurde beim Jugend-Länderpokal länger gespielt. Der letzte Putt der Zählspielqualifikation der Jungen fiel auf dem Faldo Course erst um 22.07 Uhr. Damit endete ein Tag, der den Athleten nicht nur sportlich, sondern auch mental und körperlich alles abverlangte. Hitze, Warten, erneutes Aufwärmen, späte Startzeiten und das Spiel bis in die letzten Lichtverhältnisse hinein machten diese Zählspielqualifikation zu einer besonderen Prüfung.
 

„Das waren lange, lange, lange, lange Tage“, brachte es David Hahn, Coach der Jungen aus Nordrhein-Westfalen, auf den Punkt. Für die Spieler bedeutete dies, über viele Stunden hinweg immer wieder zwischen Anspannung und Pause, zwischen Wettkampfmodus und Geduld wechseln zu müssen. Auf dem Faldo Course, der die Jungen mit seinen Anforderungen an Präzision, Strategie und Schlagqualität forderte, wurde diese Aufgabe zusätzlich verschärft. Hahn sah darin trotz aller sportlichen Enttäuschung auch einen Wert: Solche Plätze und solche Bedingungen lieferten Erkenntnisse, an denen in den kommenden Wochen und Monaten weitergearbeitet werden könne.

Matchplay

Nach der Qualifikation ging es in den Matchplays weiter. Dort zeigte sich einmal mehr, warum dieser Modus den Jugend-Länderpokal so besonders macht. Plötzlich zählten nicht mehr Gesamtschläge, sondern direkte Duelle. Momentum, Nervenstärke und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaften wurden zu entscheidenden Faktoren. Jeder gewonnene Punkt konnte den Unterschied machen, jeder Putt hatte Gewicht. Dazu kam die ganz eigene Energie dieses Wettbewerbs: Die Teams lebten miteinander, fieberten miteinander und mussten zugleich akzeptieren, dass sich im Lochspiel manche Entscheidung innerhalb weniger Minuten drehen kann.
 

Bei den Jungen hatte Bayern die Zählspielqualifikation mit gesamt +7 gewonnen. Dahinter folgten die Hanseatic Golf Union, Hessen und Baden-Württemberg. Für den Bayerischen Golfverband war diese Ausgangslage keineswegs neu. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Jungen aus Bayern in der Qualifikation regelmäßig ihre Stärke gezeigt, anschließend im Matchplay aber nicht immer den letzten Schritt zum Pokal geschafft. In Bad Saarow änderte sich das in diesem Jahr.

Bayern stark

Fabian Buhl, Felix Dietz, Moritz Dietz, Timo Issler, Ben Nelitz, Ben Rehn, Sebastian Volk und Lennox Wex gingen als Nummer eins in die Lochwettspiele und bestätigten dort ihre Qualität. Nach dem Erfolg gegen Nordrhein-Westfalen im Viertelfinale folgte im Halbfinale der Sieg gegen Baden-Württemberg. Im Endspiel wartete mit Berlin-Brandenburg eine Mannschaft, die selbst ein starkes Turnier gespielt hatte und verdient bis ins Finale gekommen war. Das Endspiel blieb eng, intensiv und war lange offen. Am Ende setzten sich die Bayern mit 3:2 durch und feierten den Titelgewinn.

Erfahrung fürs Leben

Für Landestrainer Igor Arendt war dieser Erfolg mehr als nur ein Ergebnis. Seine Mannschaft hatte über drei Tage hinweg angenommen, was dieses Turnier ihr abverlangte, hatte als Einheit funktioniert und auch unter schwierigen Rahmenbedingungen ihre Stärke gezeigt. „Wer hier dabei war, der hat definitiv eine Erfahrung für sein Leben und auch für seine persönliche Entwicklung gemacht“, sagte Arendt. Gerade bei den Jungen war der Titel auch die Belohnung für einen längeren Weg: Nach mehreren starken Qualifikationen gelang nun auch im Matchplay der entscheidende Durchbruch.

Stechen im Kleinen Finale

Baden-Württemberg blieb bei den Jungen trotz einer guten Turnierwoche knapp ohne Medaille. Die Mannschaft hatte die Zählspielqualifikation auf Rang vier beendet und im weiteren Verlauf starke Leistungen gezeigt. Im Spiel um Bronze traf der BWGV auf Rheinland-Pfalz/Saarland. Der Vierer mit Vincent Schneider und Maximilian Endlich gewann 3&2, Felix Timm setzte sich mit 4&2 durch, Hans Huang teilte sein Match auf der 18. Weil Rheinland-Pfalz/Saarland die weiteren Punkte holte, musste ein Sudden-Death-Playoff entscheiden.
 

Felix Timm trat für Baden-Württemberg gegen Fredrik Adolf an. Beide Spieler lieferten Birdies am ersten Extraloch und hielten das Duell weiter offen. Erst am vierten Extraloch fiel die Entscheidung: Rheinland-Pfalz/Saarland setzte sich mit Birdie gegen Par durch und sicherte sich Bronze. Für die Jungen des BWGV blieb der vierte Platz – ein Ergebnis, das nach einem solchen Playoff schmerzte, aber zugleich zeigte, wie eng in diesem Modus Sieg und Niederlage beieinander liegen.

NRW auf Platz sechs

Nordrhein-Westfalen beendete den Wettbewerb bei den Jungen auf Rang sechs. Die Mannschaft hatte nach Einschätzung der Trainer in der Zählspielqualifikation zu viel liegen lassen und musste zudem mit einem erkrankten AK-18-Spieler umgehen, der kaum eingesetzt werden konnte. Dennoch ärgerte NRW im ersten Matchplay-Duell den späteren Sieger Bayern, gewann anschließend gegen Niedersachsen/Bremen und verlor das Match um Platz fünf unglücklich im Stechen gegen Hessen. Alexandra Schleining ordnete das sachlich ein: Bei den Jungen sei Potenzial vorhanden, aber man müsse aufholen und dürfe diese Entwicklung nicht verschlafen.

Zählspielsieg der Mädchen aus NRW

Bei den Mädchen hatte die Zählspielqualifikation Nordrhein-Westfalen für sich entschieden. Mit gesamt +10 lag NRW vor Baden-Württemberg (+15), Bayern (+21) und Niedersachsen-Bremen (+34). Die Spielerinnen aus NRW bestätigten ihre Form zunächst auch in der Gruppenphase eindrucksvoll und holten neun von zehn möglichen Punkten. Mit drei Spielerinnen, die erstmals beim Länderpokal dabei waren, spielte das Team von Beginn an stark und erreichte verdient das Finale.
 

Dort aber wartete Baden-Württemberg – und die Mannschaft des BWGV, die komplett vom GC St. Leon-Rot gestellt wurde, hatte sich auf diesen Moment über mehrere Tage hinweg sehr bewusst vorbereitet. Das Team war bereits am Dienstag angereist, hatte zunächst einen Zwischenstopp in der Jugendherberge in Wittenberg eingelegt und dort mit Sportpsychologin Anni Schumacher-Nusser Teambuildingübungen absolviert. Am Mittwoch folgte die Vorbereitung auf dem Platz. Betreut wurden die Spielerinnen und Spieler des BWGV unter anderem von den Landestrainern Benno Kirstein und Dominik Müller-Lingelbach, Sportpsychologin Anni Schumacher-Nusser, Physiotherapeutin Anne Krämer und Direktorin Leistungssport Nina Mühl.
 

Für die Mädchen aus Baden-Württemberg spielten Yoo Na Bae, Yoo Yeung Bae, Helena Baraka, Lorena Guth, Sophie Jiang, Luise Jung, Talisia Ruff und Emma Schulz-Hanßen. In der Gruppenphase traf die Mannschaft auf Bayern und Hessen. Auch hier prägten lange Tage das Geschehen. Besonders dramatisch wurde es am Samstagabend, als Emma Schulz-Hanßen nach 22 Uhr noch auf dem letzten Loch stand und mit ihrem Punkt den Weg ins Finale ebnete. Danach blieb kaum Zeit: Regeneration, Kräfte sammeln, neu fokussieren, um am nächsten Morgen wieder bereit zu sein.

BaWü gewinnt Finale

Das Finale gegen Nordrhein-Westfalen wurde wegen der Gewitterprognosen verkürzt. Statt drei Vierern und sechs Einzeln wurden ein Vierer und vier Einzel gespielt. Auch am Sonntag gab es noch einmal eine Unterbrechung. Für Baden-Württemberg kam sie in einer schwierigen Phase nicht ungelegen, denn mehrere Spielerinnen waren leicht angeschlagen. Die Mannschaft musste ihre Kräfte klug einteilen und gleichzeitig im entscheidenden Moment präsent sein. „Wir mussten mit der Energie haushalten, aber der Zusammenhalt war unglaublich“, sagte Dominik Müller-Lingelbach.
 

Sportlich setzte Baden-Württemberg im Finale klare Zeichen. Der Vierer mit Yoo Yeung Bae und Lorena Guth gewann souverän 4&2. Yoo Na Bae holte ihr Match mit 2&1, Talisia Ruff überzeugte mit 3&2. Damit waren die drei nötigen Punkte früh gesichert. Die beiden weiteren Matches wurden anschließend geschenkt, obwohl beide nach 16 Löchern noch gleichauf standen. Baden-Württemberg gewann das Finale gegen Nordrhein-Westfalen mit 3:2 und durfte den Titel bei den Mädchen feiern.

Silber für NRW

Für NRW blieb Silber – und die Anerkennung für ein starkes Turnier. Alexandra Schleining sah die Finalniederlage nicht als Rückschlag, sondern als wertvolle Erfahrung. Baden-Württemberg habe im Finale nahezu fehlerfrei gespielt, während ihr Team nicht ganz ans Limit gekommen sei. „Das sehe ich nicht als negativ an“, sagte Schleining. Für eine Mannschaft mit mehreren Länderpokal-Debütantinnen war der Finaleinzug dennoch ein deutliches Zeichen für die Qualität und Perspektive dieses Teams.

Bronze für Bayern

Bayern komplettierte bei den Mädchen das Podium. Christina Archontoglou, Cosima Feßmann, Lucia Fohrmann, Anna Ghiassian, Philippa El Husseini, Laura Schedel, Cosima Stark und Anna Weicker gingen mit einer jungen Mannschaft in das Turnier. Gleich fünf Spielerinnen erlebten ihren ersten Jugend-Länderpokal. Zu Beginn musste sich das Team finden, doch mit jeder Runde wurden die Bayerinnen freier. In einer anspruchsvollen Gruppe mit dem späteren Sieger Baden-Württemberg und Hessen bewegte sich die Mannschaft auf hohem Niveau und zeigte gerade am zweiten Tag starke Leistungen, auch wenn sich diese nicht immer vollständig in den Ergebnissen widerspiegelten.
 

Im Spiel um Bronze gegen Berlin-Brandenburg brachte Bayern die entscheidenden Punkte auf die Habenseite und gewann ebenfalls mit 3:2. Auch hier zeigte sich der besondere Charakter des Lochspiels. Als die Teamentscheidung feststand, wurden noch laufende Partien im Sinne des Fairplays und der sportlichen Wertschätzung geteilt oder abgegeben. Jeder kämpfte für seinen Punkt, doch am Ende stand die Mannschaft über allem.

2026 wird in Erinnerung bleiben

Der Jugend-Länderpokal 2026 wurde damit zu einer Auflage, die weit über die Ergebnisse hinaus in Erinnerung bleiben dürfte. Bad Saarow bot erneut einen herausragenden Rahmen für eines der emotionalsten Nachwuchsturniere im deutschen Golfsport. Der Palmer Course und der Faldo Course stellten hohe Anforderungen, das Wetter verschärfte die Bedingungen zusätzlich, und die Teams nahmen diese Herausforderung mit großer Leidenschaft an.
 

Am Ende standen Bayerns Jungen und Baden-Württembergs Mädchen ganz oben. Doch beim Jugend-Länderpokal geht es nicht nur um Gold, Silber und Bronze. Es geht um Ausdauer, Müdigkeit und Konzentration, Teamgeist in der Dämmerung. In diesem Jahr ging es auch um Taschenlampen an Fahnenpositionen, um Playoff-Druck und um junge Athleten, die unter außergewöhnlichen Bedingungen wertvolle Erfahrungen sammelten. Genau deshalb bleibt dieser Jugend-Länderpokal 2026 als einer jener Wettbewerbe in Erinnerung, bei denen der Sport mehr ist als nur ein Ergebnis.

 

 

Ergebnisse Mädchen >>>

Ergebnisse Jungen >>>