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Die neue Deutschen Meister (v.l.): Christoph Städler (Osnabrücker GC), Astrid Heider (GC Am Reichswald) und Christian Domin (Hamburger GC). | © Norbert Claus

Heider, Domin und Städler krönen Hitzeschlacht am Hufeisensee

Die Wetterlage blieb bis zum Schlusstag das beherrschende Thema. Bei hochsommerlicher Hitze mit teils drückenden Bedingungen und wenig Wind wurden alle drei Runden im kompakten Neun-Loch-Format ausgetragen – die Frauen AK 65 und die Männer AK 75 ausschließlich auf den Bahnen 1 bis 9 (Par 36), die Männer AK 65 auf den Bahnen 10 bis 18 (Par 35). Der von Platzarchitekt Christoph Städler entworfene Meisterschaftsplatz verlangte damit nicht nur Präzision und taktisches Spiel, sondern - mit Blick auf die Wetterlage - auch ein sehr gutes Energiemanagement.

 

Frauen AK 65: Heider mit Start-Ziel-Sieg

Astrid Heider (GC Am Reichswald) krönt eine durchweg stabile Woche mit einem Start-Ziel-Sieg in der AK 65 der Frauen. Nach Runden von 37 und 40 Schlägen legt sie am Finaltag noch einmal eine 37 nach und bringt damit insgesamt 114 Schläge (+6) ins Clubhaus.
 

Hinter Heider entwickelte sich ein enger Kampf um die weiteren Podestplätze. Alexandra Gütermann (GC Gütermann Gutach) spielte sich mit einer Serie von 42, 39 und 38 Zähler auf insgesamt 119 Schläge (+11) und sichert sich damit letztendlich Rang zwei, gemeinsam mit der schlaggleichen Silke Kappmeier (GC Hamburg-Ahrensburg), die 41, 40 und 38 Schlägen spielte. Beide Spielerinnen rangen von Beginn an um die Podestplätze mit und belohnen sich am Ende verdient.
 

Knapp dahinter landet Cornelia Dörr (GC Mannheim-Viernheim) mit 122 Schlägen (+14; 43, 39, 40), gefolgt von Petra Müller (GC Achental), die 123 Schläge (+15; 45, 37, 41) spielte. Das Gesamtbild: Heider setzt sich mit jeder Runde etwas weiter ab, dahinter blieb das Feld bis zum Schluss dicht gedrängt.

 

Astrid Heider hat einen klaren Rückblick auf ihr eigenes Spiel. „Mein langes Spiel war sehr solide und konstant, ich kann ja grundsätzlich auch ziemlich rumhauen. Der offene Platz hat mir ebenfalls geholfen“, beschreibt sie ihren Schlüssel zum Erfolg. Im kompakten Neun-Loch-Format wählt sie bewusst eine kontrollierte Herangehensweise: „Ich habe eher eine defensivere Einstellung gewählt, denn bei neun Loch hat man natürlich nicht so viele Bahnen, um Fehler auszugleichen.“
 

Auch die hohen Temperaturen spielen in ihrer Analyse eine große Rolle: „Ich war froh, dass wir nur über neun Loch gespielt haben. Denn die Hitze war schon immens.“ Der Moment, in dem sie innerlich auf Titelkurs schaltet, kommt erst ganz spät: „Das war am letzten Loch – auf dem Par 5 lag mein dritter Schlag vier Meter an der Fahne und ich lag vier Schläge vorne. Vorher nicht, denn die anderen haben sehr, sehr gut gespielt. Das hätte bis zum Schluss kippen können.“
 

Wie viel dieser Titel für sie bedeutet, macht Heider zum Schluss deutlich: „Ich habe in meiner Jugend viele Meisterschaften gespielt und war auch mit der Nationalmannschaft unterwegs. Dieser Titel zu diesem Zeitpunkt ist für mich eine tolle Abrundung meiner Golfkarriere.“

 

Männer AK 65: Domin verteidigt den Titel

In der AK 65 der Männer gelingt Christian Domin (Hamburger GC) die erfolgreiche Titelverteidigung – ein weiterer Meilenstein für den erfolgsgewohnten Spieler aus Falkenstein. Nach Runden von 35 und 36 Schlägen legt er am Finaltag eine weitere 35 nach und kommt damit auf insgesamt 106 Schläge (+1).
 

Bernd Wolf (GC Hannover) machte die Entscheidung spannend, bleibt mit 34, 38 und 35 Schlägen aber letztlich einen Schlag hinter Domin und holt mit 107 Schlägen (+2) den Vizetitel. Auf Rang drei folgt Friedrich-Karl Hohendahl (GC Hösel), der mit 37, 36 und 36 Schlägen insgesamt 109 Schläge (+4) benötigt.
 

Dahinter schoben sich Hans-Jürgen Mergner (GC Neckartal) und Andreas Krai (Berliner GC Stolper Heide) mit jeweils 111 Schlägen (+6) noch in die Top Fünf. Claus Mühlfeit (GC Heddesheim Neuzenhof), der über die ersten zwei Turniertage geführt hatte, fällt nach einer 42 am Finaltag mit insgesamt 112 Schlägen (+7) auf den geteilten sechsten Platz zurück – ein Beleg dafür, wie schnell sich im kompakten Neun-Loch-Format unter diesen Bedingungen alles drehen kann.

 

Domin resümiert: „Zu Beginn der Runde lagen Bernd Wolf und Claus Mühlfeit noch vorne, da war für mich klar: ruhig bleiben und Par spielen – das kann hier schon reichen“, beschreibt Domin seinen Ansatz. Auf der Schlussbahn geht er bewusst noch einmal ins Risiko, attackiert Wolf und sichert sich mit Par gegen Par den entscheidenden Schlag Vorsprung.
 

Die extreme Hitze nimmt er als Rahmenbedingung, die alle gleichermaßen trifft: „Die musste man so hinnehmen, mit Schirm und kühlem Kopf.“ Gerade im Neun-Loch-Format empfindet Domin die Anforderungen als besonders hart: „Man kann sich nicht entfalten, jeder Fehler wird sofort bestraft. Ich hatte am ersten Tag zum Auftakt Bogey, Bogey, Bogey – da wird es sofort eng.“ Dem Routinier hätte es gefallen, die Meisterschaft klassisch über 18 Löcher auszutragen. Mit Sonnenschirm und viel Flüssigkeit empfand er die Aufgabe als handhabbar.
 

Den Druck der Rolle als Titelverteidiger relativiert er bewusst: „Diesen Druck habe ich mir schon vor Jahren genommen. Ich fahre hin und will einfach Spaß haben.“ Vielleicht ist es genau diese Haltung, die den Unterschied macht – denn sein Fazit fällt entspannt und zufrieden aus: „Es war ein schönes Turnier, fand ich.“

 

Männer AK 75: Städler dominiert

In der AK 75 der Männer setzt Christoph Städler (Osnabrücker GC) seine beeindruckende Woche mit einem Start-Ziel-Sieg und einer echten Meisterleistung – auch in symbolischer Hinsicht – krönend fort. Der Architekt des Meisterschaftsplatzes eröffnete das Turnier mit einer 31 (-5), kontrollierte das Geschehen am zweiten Tag mit einer 36 (Even Par) und brachte mit einer abschließenden 38 (+2) am Sonntag den Titel sicher nach Hause. Mit insgesamt 105 Schlägen (-3) blieb seine Führung bis zum Ende deutlich.

 

Auf Rang zwei folgt Waldemar Krüger (Bochumer GC), der mit Runden von 37, 36 und 37 Schlägen auf 110 Schläge (+2) kommt, seinen Titel als Vizemeister verteidigt und damit erneut seine Klasse auf nationaler Bühne unter Beweis stellt. Geteilte Dritte wurden Suat Bicer (Berliner G&CC Motzener See) und Veit Pagel (Hamburger GC), die das Podium mit insgesamt 111 Schlägen (+3) komplettieren.

 

Städler blickt glücklich auf das Turnier und ganz klar auch auf die erste Runde zurück: „Die 31 zum Auftakt war ein Flow-Tag, wie man ihn vielleicht ein Dutzend Mal im golferischen Leben hat“, sagt der Platzarchitekt des GC Halle. Gleich sechsmal habe er den Ball „an den Stock gehauen“ und fünf dieser Chancen in Birdies verwandelt. „Das war sicher auch glücklich. Aber wenn es so positiv kommt, muss man auch den Mut haben, die Birdies zu machen und mitzunehmen.“
 

Mit der klaren Führung im Rücken wählt Städler für die folgenden Tage eine kontrollierte Linie: „Ich habe das dann verwaltet. In der zweiten Runde habe ich alle Grüns getroffen, konnte aber keine Birdies machen. Es hat aber gereicht.“ Der Vorsprung vor der Schlussrunde sei dann groß genug gewesen, um mit einem guten Gefühl in den Finaltag zu gehen: „Da war ich mir schon sicher und bin sehr froh, diesen ‚Alterstitel‘ gewonnen zu haben.“
 

Auch als Platzarchitekt zieht er ein rundum positives Fazit: „Man kann sagen, der Platz hat genau das gezeigt, was wir uns bei der Planung vorgestellt haben. Das Team des GC Halle hat den Kurs super vorbereitet. Gerade jüngere Clubs sind eben auch mal bereit, solche Meisterschaften auszurichten, und ich freue mich natürlich, eine solche Meisterschaft auf einem meiner Plätze zu erleben.“
 

Fazit

Drei Runden, jeweils nur neun Löcher, aber maximaler Anspruch: Die Deutschen Meisterschaften der AK 65 und AK 75 im GC Halle haben unter extremen Wetterbedingungen eindrucksvoll gezeigt, wie hoch das Niveau in diesen Altersklassen ist. Mit Astrid Heider und Christoph Städler als Start-Ziel-Siegern sowie dem erneut triumphierenden Christian Domin stehen am Ende drei Namen ganz oben, die den Meisterschaftsplatz am Hufeisensee über alle Tage hinweg am besten gelesen und die Hitze am besten beherrscht haben.

 

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