Gute Bilanz bei EM der Herren
Helsingborg/Schweden – Wolfgang Glawe brachte am Finaltag gemeinsam mit dem US-Amerikaner Tommy Morrison den tiefsten Score in die Wertung. Der Neo-Hubbelrather hielt seine Scorekarte blitzsauber und notierte starke sechs Birdies. Das muss man auf dem Platz des Vasatorps GK erst mal schaffen! Entsprechend zufrieden war Glawe mit dem letzten Tag, trauerte aber ein wenig einem möglichen ganz großen Erfolg hinterher:
„Das war eine solide Woche mit einer starken letzten Runde! Leider sind in der gesamten Woche die Putts nicht so häufig gefallen. Deshalb habe ich am Ende nicht um den Sieg mitgespielt.“
Mit gesamt drei unter Par belegte Glawe als bester Deutscher den vierten Platz, hatte allerdings auf den neuen Europameister fünf Schläge Rückstand.
Den Titel sicherte sich Filip Jakubcik aus der Tschechischen Republik. Schlaggleich mit Finn Kölle war Jakubcik als Co-Leader in den Tag gestartet, brauchte nur 67 (-5) Schläge und sicherte sich damit den großen Titel und einen Startplatz bei The Open.
Kölle selbst hatte am Finaltag nicht sein A-Game auf den Platz gebracht. Bei drei Birdies waren vier Bogeys zu viel, um noch eine Medaille zu gewinnen. Im Endklassement steht der Kurpfälzer vom GC St. Leon-Rot auf dem sechsten Platz.
Tim Wiedemeyer, der Bayer im Dress des GC St. Leon-Rot, brachte am Finaltag seinen besten Score nach Hause. Die 70 (-2) reichte, um sich noch um sechs Plätze bis auf Rang 21 zu verbessern.
Tom Haberer vom GC Hubbelrath belegte im Endklassement den 36. Platz. „Das war auf jeden Fall ein cooles Turnier auf einem echt geilen Platz: sehr schwer, aber auch schön. Sehr gelegen hat mir, dass er lang war. Ansonsten habe ich die Woche über eigentlich relativ solide gespielt. Ich habe in den ersten drei Runden nicht wirklich gut geputtet. Da habe ich viel liegen gelassen. In der letzten Runde war das Putten ein bisschen besser. Ich habe gut gespielt, aber leider nicht so wirklich gescored. Das Double-Bogey an der 9 war blöd und das Bogey an der 12 war auch ärgerlich. Ohne diese beiden Fehler hätte ich auf jeden Fall eine gute Runde posten können. So habe ich eins über Par gespielt. Insgesamt war es eine gute Woche und die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Jetzt geht es nach Irland zur Team-EM“, wartet auf den aus Niedersachsen stammenden Athleten schon der nächste Höhepunkt.
Fazit des Chef-Bundestrainers
Christoph Herrmann zieht nach dieser Europameisterschaft mit Weltniveau ein insgesamt positives Fazit: „Das war eine richtig coole EM auf einem würdigen Golfplatz mit würdigen Konditionen. Jeder Tag war anders: Windrichtung, Windstärke, Regen, aber auch mal windstill mit Sonne. Alles war dabei, sodass sich alle Spieler jeden Tag ganz neu und anders einstellen mussten. Das hat dieses Turnier so besonders gemacht. Die Platzierungen, die dort erkämpft wurden, sind kein Zufall. Wer sich vorne behauptet hat, der hat sich als kompletter Golfer präsentieren müssen.“
Aus deutscher Sicht hatte der Chef-Bundestrainer Männer verschiedene Aspekte beobachtet. Finn Kölle, der als Mitführender auf die letzte Runde gegangen ist und mit dem Gedanken liebäugeln durfte, vielleicht sogar Europameister zu werden. Am letzten Tag haben ein paar Kleinigkeiten gefehlt, die in den ersten Tagen da waren. „Ein, zwei ungünstige Schläge, und dann muss man eben sagen, dass der Filip Jakubcik unwiderstehlich vorne weggezogen ist und damit auf den Rest des Feldes unheimlichen Druck gemacht hat. Diesem Druck hat Finn heute nicht alles entgegensetzen können und ist deshalb dann etwas zurückgefallen. Nichtsdestotrotz war das herausragend gut. Es war phasenweise das beste Golf, das Finn Kölle in seinem Leben bisher gespielt hat. Dafür hat er meinen großen Respekt“, so Herrmann.
Auch Wolfgang Glawe hat sich noch einmal in den Fokus des Bundestrainers gespielt: „Wir freuen uns riesig über die Vorstellung von Wolfgang, der ja auch schon im letzten Jahr eine ganz starke EM gespielt hat. Für ihn freut es mich halt auch, weil er jetzt in den letzten Zügen seiner Amateurkarriere liegt, noch die U.S. Amateurs und das Final Four spielt. Er hat jetzt ein ganz tolles Abschlussprogramm und wird mit Rückenwind ins Profilager wechseln.“









