Golf-Ikone in Kalifornien: Riviera wird 100
Einen Stammspieler im Kalender der PGA Tour hatte man im vergangenen Jahr vermisst. Der altehrwürdige Riviera Country Club in Pacific Palisades konnte nicht wie gewohnt als Bühne für das Genesis Invitational dienen. Aufgrund der schweren Waldbrände in der Region musste das mit 20 Millionen Dollar dotierte Turnier kurzerhand nach San Diego umziehen.
In dieser Woche kehren die besten Spieler der Welt zurück in den noblen Teil von Los Angeles. Dabei dürfen sich die Club-Verantwortlichen 2026 nicht nur über die Rückkehr der Weltelite freuen, sondern auch über einen besonderen Meilenstein: dem 100-jährigen Clubjubiläum.
Jede Menge Turnier-Highlights
Seit 1926 steht der Riviera Country Club in den Ausläufern der Santa Monica Mountains für Golf auf höchstem Niveau und dem gewissen Glamour-Faktor. Humphrey Bogart, Dean Martin oder Walt Disney zählten zu den prominenten Mitgliedern, zahlreiche Filmszenen wurden hier gedreht und bereits bei den Olympischen Spielen 1932 diente das Gelände als Austragungsort für Reitsport-Disziplinen.
Darüber hinaus hat der Club mit der US Open (1948) und der PGA Championship (1983 und 1995) große Major-Momente mitgestaltet. Ein weiterer wird im Sommer folgen: Dann werden die besten Damen der Welt den US-Womens-Titel ausspielen, die Herren folgen 2031. Dazwischen wird Riviera 2028 erneut olympisches Terrain sein, wenn es diesmal bei den Golfern in diversen Formaten um Edelmetall geht.
Der Hauptgrund für die hohe Frequenz an Turnier-Highlights sind die 18 von George C. Thomas gestalteten Löcher. Rund eine Viertelmillion Dollar Baukosten machten Riviera in den 1920er-Jahren zu einem der teuersten Golfprojekte der Welt. Thomas nutzte ein schwieriges, von einer natürlichen „Barranca“ durchzogenes Gelände und schuf eine Architektur, die bis heute als Referenz gilt. Während das prunkvolle Clubhaus hoch über dem Gelände thront, entfalten sich die meisten Spielbahnen unten im flacheren Teil.
Ein tückisches Par 4 und ein Bunker im Herzen des Grüns
Mythisch ist vor allem die kurze Zehn. Das mitunter sogar mit dem Fairwayholz vom Abschlag erreichbare Par 4 ist zwar eines der kürzesten Löcher des Platzes, aber zugleich eines der kniffligsten. Das schmale, von Bunkern verteidigte Grün steht in ungünstigem Winkel zur Abschlagbox – Risiko und Belohnung liegen hier dicht beieinander. „Entweder das beste Loch der Welt oder das schlechteste“, scherzte Max Homa einmal.
Ebenfalls spannend: Die sechste Bahn, ein mittellanges Par 3 mit einem Bunker im Zentrum des Grüns, der nach unpräzisen Abschlägen durchaus spannende Aufgaben bereithält. Auch die 18, ein längeres Par 4 den Berg hinauf zurück zum Clubhaus, mit ihrer imposanten Naturtribüne rund um das Grün, bleibt in Erinnerung.
Eine Runde in Riviera zu drehen, bleibt nur den Profis und Top-Amateuren sowie Golfern mit sehr guten Kontakten vorbehalten. Wie einige der gefragtesten Golfplätze der Vereinigten Staaten kommen Gäste nur per Einladung eines Mitglieds in das Vergnügen, diesen exklusiven Club zu besuchen und eine Runde zu drehen.








