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Wolfgang Glawe vom GC Hubbelrath geht in seine zweite Runde | © DGV

Glawe und Rieger sicher im Cut

Hoylake/England – An der Spitze des Feldes setzte Wilhelm Ryding ein starkes Ausrufezeichen. Der 21 Jahre alte Schwede hatte schon zum Auftakt auf Royal Liverpool mit einer 68 nur einen Schlag hinter der Führung gelegen und legte auf West Lancashire noch einmal nach. Mit einer 67 (-5) schob sich Ryding auf insgesamt neun unter Par und damit ganz nach vorne.

Hole-in-one

Der Schlag des Tages gelang Jake Foley. Dem Iren gelang auf Bahn 12 von West Lancashire ein Hole-in-one. Auf Rang 114 verpasste der Ass-Schütze aber dennoch den Cut.

Rieger mit großer Antwort

Aus deutscher Sicht gehörte der zweite Qualifikationstag vor allem Tjelle Rieger. Der Athlet des GC St. Leon-Rot hatte am ersten Wettkampftag einen bitteren Abschluss hinnehmen müssen. Mit einem Triplebogey auf der 18 aus der Runde zu gehen, tat nicht nur auf der Scorekarte weh. In einem Feld, das so eng zusammenliegt und bei dem jeder Schlag viele Plätze bedeutet, war dies ein harter Moment.

Umso stärker war die Antwort, die Rieger am zweiten Tag gab. Auf Royal Liverpool spielte der Youngster eine 65 (-7), brachte acht Birdies auf die Karte und kletterte damit bis auf den 14. Platz. Auf einem Platz wie Royal Liverpool muss man auch bei ruhigeren Bedingungen erst einmal sieben unter Par spielen.

„Der gestrige Tag war einfach ein Mix der Gefühle“, sagte Rieger nach seiner Runde. „Dass ich bei meiner ersten British Am direkt den Cut gemacht habe und in den Matchplays stehe, ist natürlich super“, freute sich Rieger.

Der 19-Jährige, der im GC Ahrensburg mit dem Golf begonnen hatte, wirkte dabei nicht nur erleichtert, sondern auch beeindruckt von der Bühne, auf der er sich bewegte. „Insgesamt bin ich sehr happy mit den ersten beiden Tagen. Ich habe viel gelernt, bin von dem Setting hier beeindruckt. Das ist mein erstes Turnier dieser Größe. Deswegen genieße ich die Tage auch einfach ein bisschen.“ Gleichzeitig war der Blick schon klar nach vorne gerichtet: „Jetzt geht es darum, so weit wie möglich zu kommen. Das ist das Einzige, woran ich denke.“
 

Bundestrainer Ulrich Eckhardt war von dieser Leistung besonders angetan: „Was mich sehr beeindruckt heute hat, war Tjelle Rieger.“ Vor allem die mentale Verarbeitung des Triplebogeys hob der Coach hervor. Rieger habe es „gestern so gut verarbeitet“, sei am zweiten Tag wieder herausgegangen und habe „gleich losgelegt für die Feuerwehr“. Vier unter nach sechs Löchern und am Ende sieben unter auf Royal Liverpool war auch für Eckhardt „eine großartige Runde“.

Glawe mit reifem Endspurt

Neben Rieger schaffte auch Wolfgang Glawe den sicheren Sprung in die Matchplay-Phase. Der Hubbelrather hatte mit Even Par auf Royal Liverpool am windigen Auftakttag eine gute Basis gelegt. Auf West Lancashire machte er es am zweiten Tag zunächst sehr gut, dann aber auch noch einmal etwas spannend. Nach vier Birdies auf den ersten elf Löchern war Glawe klar auf Kurs. Dann kamen zwei Bogeys hintereinander und plötzlich wurde es enger. In diesem Moment zeigte der Athlet, bei dem Ted Long am Bag war, wie reif er auf dieser großen Bühne schon agieren kann. Glawe fing sich, blieb in seinem Spiel und setzte einen furiosen Schlusspunkt. Mit Eagle, Par und Birdie beendete er die Runde und spielte sich noch auf insgesamt vier unter Par. Damit stand am Ende Rang 23 und der sichere Platz in der Top 64.

„Heute hatten wir weniger Wind und der Platz war echt machbar, nichtsdestotrotz musste man auch heute seine Birdies hart erarbeiten“, ordnete Glawe seine Runde ein. Royal Liverpool habe sich am Vortag im Wind echt schwer gespielt und sei ohne Frage der schwierigere Platz von beiden. Genau dort werden die Matchplays gespielt. Glawe wusste deshalb sehr genau: „Da wird es sicherlich einige Aufgaben in den nächsten Tagen geben.“
 

Auch Eckhardt sah in Glawe einen der erfreulichen deutschen Fixpunkte dieses zweiten Tages. Die Runde Glawes sei super solide gewesen, auch wenn es zwischendurch noch einmal gewackelt habe. Besonders blieb dem Bundestrainer ein Moment auf der 15 in Erinnerung, als Glawe einen Zauberschlag von der Mauer weggemacht habe, um sein Par zu retten. Der Endspurt mit Eagle, Par und Birdie war dann die passende Belohnung.

Drei Deutsche im Playoff um den Cut

Für Tim Wiedemeyer, Nils-Levi Bock und Emil Riegger ist die Zählspielqualifikation am Abend noch nicht vollständig beendet. Alle drei kamen auf insgesamt zwei unter Par und damit genau auf die Cutlinie. Da 21 Spieler dieses Ergebnis teilten, aber nur noch neun Plätze für die Matchplay-Phase zu vergeben sind, muss am Mittwochmorgen ein Sudden-Death-Playoff auf Royal Liverpool die Entscheidung bringen.
 

Tim Wiedemeyer hatte sich dabei für den zweiten Tag eine echte Aufgabe gestellt. Der College-Student des GC St. Leon-Rot war am ersten Tag mit einer 74 und einer relativ bunten Scorekarte ins Recording gekommen. Auf Royal Liverpool blieb Wiedemeyer am zweiten Wettkampftag dafür nervenstark bogeyfrei und schraubte seinen Score mit vier Birdies auf insgesamt zwei unter Par. Besonders stark war der Schluss: Zwei Birdies auf den letzten drei Löchern waren gut genug für die Punktlandung.

„Nach dem gestrigen, etwas unglücklichen Tag lief es heute besser“, sagte Wiedemeyer sachlich. Ganz zufrieden war er dennoch nicht: „Es wäre sogar noch mehr drin gewesen, aber der Putter war nur lau warm.“ Sein Gameplan sei derselbe geblieben: Fairways und Grüns treffen. Das sei ihm besser gelungen. „Wenn man die Fairwaybunker vermeidet, dann war Royal Liverpool heute gut zu spielen. Mal sehen was das Stechen morgen früh um 7.00 Uhr bringt.“

Bock hält Plan ein

Nils-Levi Bock ging mit einer klaren Vorgabe in die zweite Runde. Er wusste, dass er tief spielen musste, um überhaupt noch eine Chance auf die Matchplays zu bekommen. Der Spieler des GC St. Leon-Rot nahm diese Herausforderung an, nutzte vor allem die Par-5-Bahnen gut und hielt sein Spiel zusammen. „Ich bin sehr happy mit der heutigen Performance, vor allem mit der Art und Weise“, sagte Bock. „Ich habe von Anfang an meinen Spielplan durchgezogen. Ich habe auch bei unangenehmen Situationen das gemacht, was ich kontrollieren kann und mir immer weiter neue Chancen erarbeitet“, sagte der Kurpfälzer. Das Playoff am Morgen nimmt er entsprechend positiv an: „Ich freue mich sehr darauf. Es wird auf jeden Fall eine sehr spannende und lustige Situation sein morgen früh.“
 

Emil Riegger musste sich seinen Weg an die Cutlinie besonders hart erkämpfen. Der Start in die zweite Runde war ein Albtraum. Vier über Par nach vier Löchern. Damit schien der Cut zunächst weit weg. Doch Riegger gab der Runde auf Loch 5 mit einem Eagle eine bemerkenswerte Wendung. Auf den letzten 14 Löchern spielte er fünf unter Par und arbeitete sich tatsächlich noch auf zwei unter Par zurück. Für den Bundestrainer war auch diese Leistung ein starkes Zeichen, dass von dem Hubbelrather noch einiges erwartet werden darf.

Potgieter setzt Glanzlicht

Die Runde des Tages gehörte Malan Potgieter. Der Südafrikaner hatte nach einer 76 zum Auftakt auf West Lancashire noch um den Cut bangen müssen, explodierte dann aber auf Royal Liverpool mit einer bogeyfreien 63 (-9). Schon am ersten Loch brachte ihn ein mutiger Abschlag zum Birdie auf Kurs. Acht weitere Birdies folgten, am Ende hatte Potgieter den Amateur-Platzrekord von Royal Liverpool eingestellt und sich doch noch in die Matchplay-Phase gespielt.

Zwischenfazit des Bundestrainers

Schon nach dem ersten Tag hatte Bundestrainer Ulrich Eckhardt betont, dass in diesem engen Feld noch sehr viel möglich sei. Bei den anspruchsvollen Plätzen und dem spürbaren Wind war der Auftritt der Bundesadler für Eckhardt solide.

Nach dem zweiten Tag fiel seine Bilanz entsprechend positiv aus. „Drei Spieler müssen zwar morgen ins Playoff, aber prinzipiell bin ich sehr zufrieden. Da kann man nicht meckern.“ Natürlich schmerzte, dass Finn Kölle krank war und nicht spielen konnte. Sportlich aber hatte Schwarz-Rot-Gold an diesem zweiten Qualifikationstag viel richtig gemacht.

Nur noch Royal Liverpool

Ab Mittwoch wurde nur noch auf Royal Liverpool gespielt. Jetzt beginnt der Teil der Amateur Championship, in dem jeder Fehler sofort das Aus bedeuten kann. Rieger und Glawe haben ihren Platz in dieser Phase sicher. Wiedemeyer, Bock und Riegger wollen im Stechen nachziehen. Das Ziel formulierte Eckhardt klar: „Jetzt hoffen wir mal, dass morgen früh alles gut geht und wir die drei durchbringen. Das ist natürlich unser Ziel, um auch bei den Matchplays dann noch ein bisschen für Alarm zu sorgen.“
 

Das Finale über 36 Löcher steigt am Samstag ebenfalls in Hoylake. Wind, Geduld, Fantasie und Nervenstärke werden auf dem klassischen Links-Kurs weiter entscheidend bleiben.

 

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