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Pro Golf Tour Turnierdirektor Marcus Hamberger bei der VcG Bodensee Open im GC Owingen-Überlingen | © DGV

"German Swing – Große Klasse!"

Marcus Hamberger ist seit vier Jahren Turnierdirektor der Pro Golf Tour. Davor war er 20 Jahre Clubmanager im Golfpark Gut Häusern vor den Toren Münchens. Golf.de sprach am zweiten Turniertag der VcG Bodensee Open mit dem gebürtigen Rosenheimer, der in Ingolstadt lebt über den German Swing mit drei Events in Serie. Alle Turniere sind mit 40.000 Euro dotiert – die VcG Bodensee Open (9. bis 11. Juni), die VcG Köln Open (16. bis 18. Juni) und die VcG Neuhof Open (23. bis 25. Juni). 

 

Herr Hamberger, mit welchen Gedanken blicken Sie auf den derzeit stattfindenden German Swing der Pro Golf Tour?

Wir haben lange dafür gekämpft, dass Profi-Golf Deutschland auch im unteren Bereich gepusht wird. Die Pro Golf Tour ist Einstieg, Ausbilder und Förderer junger Spieler. Wir wollen ihnen eine Plattform bieten, um später auf die HotelPlanner und DP World Tour zu kommen. Mit den Mitteln, die wir haben, wollen wir das Feeling ermöglichen, schon richtiges Profi-Golf zu erleben. Der German Swing ist mit besserem Preisgeld, der Unterstützung der VcG und der Clubs große Klasse.

Wie stellt sich das Team um Sie als Turnierdirektor auf?

Wir betreuen jedes Turnier mit fünf Personen. Eine Turnieradministration, drei Referees auf dem Platz draußen. Das feste Referee-Team besteht aus 20 bis 25 erfahrenen Leuten in der Schweiz, in Österreich oder Polen – einen habe ich auch in London sitzen. Je nach Einsatzort suche ich die Referees zusammen. Ich bin dann der Fünfte als Turnierdirektor. Dieses Jahr werden ich bei 22 bis 25 Turniere vor Ort sein. Jetzt beim German Swing sind es für mich viereinhalb Turniere ohne einen Tag Pause. 

 

Wie lässt sich der Auftakt des German Swings hier im GC Owingen-Überlingen an?

Hier am Bodensee sind wir beim ersten der drei Turniere des German Swings und wir wurden bei unserer Ankunft unglaublich herzlich und toll empfangen. Sie sind hier so motiviert und begeistert. Der Head-Greenkeeper hat mir im Vorfeld schon Videos und Fotos geschickt, wie sein Platz sich entwickelt.

 

Wie sehen die Vorbereitungen auf ein solches Event aus?

Wir machen einmal eine Vorbesichtigung. Wenn ein Platz auf einer Reiseroute liegt, fahre ich auch ein zweites Mal im Vorfeld vorbei. Es gibt einen Vorbereitungskatalog, den wir dem Club schicken. Darauf stehen Richtwerte, keine Pflichtwerte. Zum einen, was das Greenkeeping betrifft, zum anderen die Facilities – beispielsweise dass wir ein Turnierbüro brauchen. Und Abstimmungen mit der Gastronomie, dass die auch wissen, was auf sie zukommt. Dann gibt es ein Freiwilligen-Helfer-Meeting, das war hier am Sonntag. Die Leute vom Club sind super organisiert, es gibt WhatsApp-Gruppen. Alle wissen, wie alles läuft und sie sich auf dem Platz verhalten sollen. 

Stichwort Gastronomie: Die VcG bietet beim German Swing noch eine Besonderheit für die Spieler…

Genau. Das gibt es auf der Tour ansonsten so gut wie nirgendwo. Jeder Spieler bekommt pro Tag ein Voucher gesponsert von der VcG, mit dem er in der Gastronomie ein Essen und Getränk einlösen kann. Das ist etwas ganz Tolles und nicht zu unterschätzen bei rund 150 Spielern, drei Events und vielen Turniertagen. Neben dem guten Preisgeld von 40.000 Euro wertet das den German Swing zusätzlich auf. Da die Standorte bereits jetzt für drei Jahre fix sind, gibt diese Serie für die Pros eine gute Planungssicherheit.

 

Wie läuft ein Pro-Golf-Tour-Event ab und gibt es eine Nachbereitung?

Ein Event besteht aus einem Pro-Am-Tag, einer Proberunde und drei Turniertagen. Gerade bei neuen Veranstaltungsorten ist auch eine Analyse wichtig. Was war gut? Wo kann man noch ansetzen? Hier in Owingen-Überlingen brauche ich keine Nachbereitung zu machen. Wir haben einen permanenten Austausch und es läuft hervorragend. Aber natürlich gibt es am Ende noch ein Meeting, bevor es weitergeht zur VcG Köln Open in Refrath.

Stichwort Birdie-Book für die Pros: Wie entsteht dieses?

Wir haben einen ehemaligen Professional, einen Schweden, der das für uns macht und an die Spieler verkauft. Ich muss immer vor ihm da sein, mache meine Aufzeichnungen, die ich ihm übergebe, und er kommt dann auf die Anlage und vermisst alles. Damit er weiß, welche Tee-Boxen wir benutzen und welche Ausgrenzen wir haben wollen. Also die wichtigen Fakten. Er kommt ein oder zwei Tage vor dem Turnier nochmals her und markiert den Platz und sprüht die Yardage-Punkte.

 

Wie schnell sind die Grüns auf dem German-Swing-Plätzen?

9,7 Stimpmeter war das Schnellste, was wir hier im GC Owingen-Überlingen gemessen haben. Am Sonntag zum Pro-Am und am Montag bei den Proberungen. Jetzt hatten wir leider ständig Regen, das wirkt sich auf die Grüngeschwindigkeit aus. Sie wurden weicher, sind aber trotzdem treu und die Rolleigenschaften des Ball sind gut. Die Resonanz der Spieler war durchwegs phänomenal. 

Am zweiten Turniertag gab es am Bodensee eine Gewitterunterbrechung. Was war dabei die Herausforderung?

Wir hatten sehr starken Regen und fast wie aus dem Nichts ein Gewitter. Natürlich beobachten wir alle das Wetterradar, wir waren also gut vorbereitet. Wir sprechen immer im Vorfeld mit dem Club über solche Szenarien, der Head-Greenkeeper weiß immer, wie viel Wasser seine Grüns und Bunker vertragen. Diesmal dauerte die Unterbrechung 1:15 Stunden. Der Platz nimmt das Wasser gut auf. Sobald wir mit der Finalrunde durch sind, packt das Team zusammen und ich fahre direkt nach Köln und bin dort Freitagmittag schon mit der Platzvorbereitung beschäftigt. Die Schiedsrichter fahren nach Hause und wir haben dann in Refrath zur VcG Köln Open ein neues Referee-Team.


Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für den German Swing. 

 

Anmerkung: Am zweiten Turniertag konnten nicht alle Runden komplett beendet werden. Infos und den aktuellen Stand gibt es im offiziellen Livescoring auf der Turnierwebseite der Pro Golf Tour. Hier finden Sie weitere Infos zum Auftakt des German Swings am Bodensee und der kommenden Woche in Refrath folgenden VcG Köln Open.

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