Findungsphase unter schweren Bedingungen
Rota/Spanien – Das Wetter ist in Andalusien seit Wochen ein Thema. Sehr viel Regen hat den Platz aufgeweicht und dafür gesorgt, dass auch geringe Niederschläge schon neue Pfützen auf Fairways und Grüns entstehen lassen.
Wie schon zwei Wochen zuvor, als die Männer sich auf der Anlage des GC Costa Ballena im gleichen Format trafen, wurde mehr oder weniger spontan je nach Platzzustand entschieden, in welchem Format die Duelle gespielt werden sollten. Aufgrund der erneut widrigen Wetterbedingungen während des Turniers mussten die Duelle am Finaltag sogar deutlich verkürzt werden. Die Matches, bei denen es um Medaillen ging, wurden über 18 Löcher ausgetragen, in den Platzierungsspielen waren die Duelle sogar nur auf 13 Löcher ausgelegt.
Auftakt gegen die Schweiz
Deutschland wurde in eine Gruppe mit Gastgeber Spanien, Titelverteidiger Frankreich und der eidgenössischen Mannschaft der Schweiz gelost.
Am ersten Wettkampftag ging es gegen die Confoederatio Helvetica. Laura Schedel spielte im Vierer gemeinsam mit Sofia Maier-Borst. Vom Start an liefen die Bundesadler einer Führung der Schweizerinnen hinterher, ohne dass das Blatt gewendet werden konnte. Mit 6&5 war dieses Duell frühzeitig für das Duo aus dem Alpenland entschieden.
Johanna Kirch und Luisa Hartmann machten es spannender, unterlagen auf dem 18. Grün aber ebenfalls. Hoffnung für das Gesamtergebnis machte der dritte Vierer, in dem Lena Geier und Anna Bonerz auf der Front Nine erst in Führung gingen, dann den Ausgleich hinnehmen mussten, aber die Nerven behielten und so mit 2&1 einen Punkt für Deutschland gewannen.
In den Einzeln zeigte Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot eine ganz starke Vorstellung und glich durch einen glatten 5&4-Sieg auf 2:2 aus. Laura Schedel vom GC Schloss Guttenburg lieferte sich mit Liliya Favre ein heißes Match. Beim Wechsel auf die Back Nine lag die Bayerin mit 3auf sehr komfortabel in Front, musste auf dem 18. Grün aber doch noch den Ausgleich hinnehmen.
Anna Bonerz, die in diesem Jahr zum Ersten GC Westpfalz gewechselt ist, zeigte gegen Anahie Lohner-Hutzli ein stabiles Nervenkostüm, als sie es war, die aus einem Rückstand auf dem 18. Grün das all square machte.
Die übrigen Duelle gingen an die Schweizerinnen, sodass das Duell insgesamt mit einem 6:3-Sieg für CH endete.
Spanien
Gastgeber Spanien hatte am ersten Wettkampftag gegen Titelverteidiger Frankreich den Kürzeren gezogen und war entsprechend unter Druck, als es gegen Deutschland ging. Die Favoritenrolle lag klar bei der Mannschaft von der iberischen Halbinsel, aber Deutschland lieferte eine gute Leistung ab und machte es dadurch spannend. Den ersten Vierer holten sich Lena Geier und Sofia Maier-Borst mit 2&1. Mit dem gleichen Ergebnis mussten sich Johanna Kirch vom Frankfurter GC und Laura Schedel geschlagen geben. Der dritte Vierer wurde geteilt.
In den Einzeln gelangen den Spanierinnen einige frühe Siege. Nur Sofia Maier-Borst gewann ihr Match gegen Carlota Carmona mit 2&1, nachdem die Spanierin anfangs einmal kurzzeitig in Führung gegangen war.
Laura Schedel sah lange wie die sichere Siegerin aus, aber Carlota Lopez holte auf der Back Nine Loch für Loch auf und glich auf dem 18. Grün sogar aus. Wieder lautete der Endstand aus Deutscher Sicht insgesamt 3:6.
Frankreich
Im dritten Gruppenspiel traf das Team um Bundestrainerin Esther Poburski auf Frankreich. Nach den Vierern lag die Grande Nation mit 2:1 in Führung. Den Punkt des Vormittags hatten Anna Bonerz und Laura Schedel für Deutschland mit einem 2&1 geholt.
Am Nachmittag lief es in den Einzeln für die Bundesadler von den Leistungen her eigentlich sehr gut, aber das bessere Ende hatten dann doch fast durchgängig die favorisierten Französinnen für sich. 7,5:1,5 klingt überdeutlich, aber auf dem Platz ging es sehr lange eng und spannend zu.
Schweden
Trotz teils mehr als guter Leistungen stand Deutschland damit in dieser starken Gruppe auf Rang vier und traf am Finaltag auf Schweden. Die Skandinavierinnen hatten gegen Belgien und Irland jeweils den Kürzeren gezogen und kamen gegen Österreich nicht über ein Unentschieden hinaus.
Cecilia Volckens, die vom Münchener GC zum GC St. Leon-Rot gewechselt ist, setzte sich an der Seite ihrer neuen Club-Kameradin Yoo-Jin Bae mit 1auf gegen die schwedischen Kontrahentinnen durch, während die beiden anderen Vierer an das Team aus dem Norden ging.
In den Einzeln gewann Laura Schedel gegen Alice Bothelius und Yoo-Jin Bae teilte ihr Match mit Wilma Augustsson. Die weiteren vier Einzel gingen alle zum finalen 6;5:2,5-Sieg an Schweden.
Fazit der Bundestrainerin
Bundestrainerin Esther Poburski zog ein differenziertes Fazit der Woche in Spanien: „Es gab viele Challenges in dieser Woche. Der Wind ging mit bis zu 80 Stundenkilometern. Der Boden war wegen des vielen Wassers sehr matschig und von meinen Mädels waren nicht alle ganz gesund. Unser Wettkampfmotor hat zunächst gestruggelt, ist dann aber noch langsam angesprungen. Was klar zu sehen war: Das Putten bleibt unsere Achillesferse. Aus der Teebox haben wir das Potenzial in Länge und Richtung und im Shortgame sieht man eine Steigerung. Unsere Anpassungsfähigkeit an die Bedingungen war okay. Das wurde von Tag zu Tag besser.“
Ihrem jungen Team, das sich gerade neu formiert, attestierte die Trainerin, immer besser zusammenzuwachsen und die Teamprozesse zu durchleben, die in dieser Phase wichtig sind. Die Schwächung einiger Athletinnen wegen Krankheit sind hierbei allerdings nicht sehr förderlich: „Wir haben viele Viererkombinationen ausprobiert, weil dieses Turnier ein absoluter Entwicklungswettkampf ist. Daher nehmen wir aus der letzten Woche viel mit und sehen, dass wir noch viel Arbeit zu leisten haben. Wir werden uns jetzt mit den Heimtrainern austauschen und die nächsten Entwicklungsschritte besprechen. Natürlich sind wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden, haben aber viele notwendige Erkenntnisse aus den einzelnen Situationen gezogen“, so Esther Poburski am Abend nach der Siegerehrung.
Acht Nationen im Wettbewerb
In diesem Jahr waren zum dritten Mal in Folge acht Nationen bei diesem Turnier gemeldet. In zwei Vierergruppen wurde eine Vorrunde ausgespielt, am Finaltag ging es dann je nach Platzierung in den Gruppen um die Positionen im Endklassement.
Endstand:
1. Frankreich
2. Irland
3. Schweiz
4. Österreich
5. Spanien
6. Belgien
7. Schweden
8. Deutschland








