Feth mit großem Erfolg
La Ferté Saint Aubin / Frankreich – Fünf Bundesadler schaffen nach zwei Runden Zählspielqualifikation auf Les Aisses den Cut der besten 32. In der Breite war es ein sehr überzeugender Auftritt des Junior Team Germany, denn einmal Top drei und drei weitere Spieler in der Top Ten geben Anlass, positiv auf die Entwicklung der Athleten zu blicken.
Bundestrainer Pascal Proske war mit dem Auftritt seiner Schützlinge in der Zählspielqualifikation insgesamt sehr zufrieden, denn nach der Tricolore von Gastgeber Frankreich war Schwarz-Rot-Gold über der Cutlinie am häufigsten vertreten.
Der Platz stellte hohe Anforderungen an die Youngster. Im Herzen von Frankreich, südlich von Orleans muss man auf diesem Parklandplatz, auf dem viele Kiefern stehen und auch einige Elemente eines Links-Courses eingearbeitet sind, vor allem vom Tee clever agieren, um sich für die oft sehr heiklen Anspiele der Grüns in eine gute Position zu bringen. Das Par zu halten oder gar ein Birdie zu notieren, war nur mit präzisen Schlägen bei gleichzeitig guter Planung möglich.
„Wir haben an den beiden ersten Wettkampftagen sehr stabile Leistungen von unseren Jungs gesehen. Fünf von sieben NK1-Spielern haben sich für die Top 32 qualifiziert und gehen damit in die Matchplays. Das ist eine sehr gute Quote“, freute sich Proske.
Fast wäre mit Colin Bärmann sogar ein sechster Bundesadler aufgestiegen, aber das 17-jährige Nordlicht, das inzwischen für den GC Hubbelrath spielt, verzog auf der 18. Bahn am zweiten Tag einen Schlag und fand den Ball nicht wieder. Damit verpasste der in Kiel geborene Athlet den Sprung in die Matchplays ebenso knapp wie sein Hubbelrather Teamkamerad Lauro Merten.
Für Lauri Diener, Bjarne Murr, Konrad Feth, Max Frank und David Süntzenich. Ging das Turnier weiter. Süntzenich, der ebenfalls im Kader des GC Hubbelrath steht, ging als gebürtiger Schwabe sparsam mit den Schlägen um und lag nach zweimal 72 Schlägen auf dem 6.648 Meter langen Platz mit Even Par auf Rang zehn.
Nationenwertung
In der Nationenwertung, die bei den großen Einzelmeisterschaften traditionell eine sehr untergeordnete Rolle spielt, standen die beiden deutschen Teams auf den Plätzen zwei und vier. Angesichts des international sehr stark besetzten Feldes freute sich der Bundestrainer über dieses in der Breite sehr starke Ergebnis: „Man kann mit der Zielspielqualität durchaus sehr zufrieden sein. Das ist ein schönes Statement und zeigt, dass unser Nachwuchs gerade auf einem guten Weg ist, sich in Europa zu etablieren.“
Matchplays
Max Franck vom GC Bayreuth hatte sich mit 73 und 74 Schlägen auf Platz 26 ins die Matchplays gespielt. In der ersten Runde kam gegen den Engländer Ben Sessions mit 2&1 das Aus. Der Brite hatte immer etwas die Nase vorne, konnte sich aber lange Zeit nicht entscheidend absetzen, weil Franck immer wieder verkürzte.
Der Engländer traf in der Runde der besten 16 auf Bjarne Murr, der zuvor gegen Batiste Chesneau aus Frankreich einen recht sicheren 4&2-Sieg gefeiert hatte. Ben Sessions zeigte auch gegen das Talent des GC St. Leon-Rot eine reife Leistung und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als der Deutsche nach drei Löchern schon mit 2auf in Führung lag. Weiter absetzen konnte Murr sich nicht und nach dem Wechsel auf die Back Nine holte der Engländer erst auf und ging dann zügig selbst mit 2auf in Führung. Da konnte Bjarne Murr nicht mehr kontern, so dass es am Ende 2&1 für Sessions hieß.
David Süntzenich
Auch David Süntzenich und Lauri Diener mussten im Achtelfinale die Segel streichen. Süntzenich hatte in der ersten Runde den Schweden Ludwig Libera klar dominiert und geriet nie in Gefahr. Am Ende hieß es 3&2 für den vom GC Hammetweil stammenden Schwaben.
Am zweiten Tag der Matchplays ging es für 16-Jährigen gegen den Franzosen Jason Piermont. Fast immer wurden die Löcher geteilt. Der Lochgewinn Süntzenichs auf Loch 6 war lange Zeit die einzige Veränderung im Spielstand. Absetzen konnte sich der Hubbelrather aber nicht und reichte dem Franzosen ein kleiner Zwischenspurt auf den Löchern 15 und 16, um das Match zu drehen und letztlich mit 1auf ins Viertelfinale aufzusteigen.
Lauri Diener
Lauri Diener, der zum Hamburger GC gewechselt ist, gewann sein erstes Match gegen Giampaolo Gagliardi aus Italien sehr souverän mit 3&2. Diener geriet nie in Rückstand und führte zwischenzeitlich sogar mit 4auf.
Anders verlief das Duell gegen George Cooper. Der Engländer ließ vom Start an wenig zu und gewann auf der Front Nine jedes zweite Loch. Mit 5auf für Cooper ging es auf die Back Nine. Lauri Diener kämpfte tapfer, aber die Hypothek war zu groß, sodass er trotz zwei Lochgewinnen auf den Bahnen 10 und 11 nicht mehr ausgleichen konnte. Mit 3&2 ging es für den Briten eine Runde weiter.
Konrad Feth
Konrad Feth war mit einer 74 ins Turnier gestartet und schob sich mit einer 71 noch bis auf Platz 14 im Tableau des Zählspiel vor. Diese starke Tendenz bestätigte der 16-Jährige auch im Matchplay. Feth geriet gegen Zack Ribeiro zwar anfangs leicht in Rückstand, drehte den Spieß aber schnell um und baute seine eigene Führung konsequent bis auf 4auf aus. Der Franzose verkürzte zwar nochmal mit zwei Lochgewinnen, aber ein sauberes Birdie auf dem 17. Grün war der Schlusspunkt zum 3&1-Sieg des Norddeutschen.
Achtelfinale
In der zweiten Runde lieferte sich Konrad Feth mit George Whitehead ein Match mit Hochspannung. Absolut auf Augenhöhe führte erst der Brite, dann der in Hamburg lebende Youngster. Zu keinem Zeitpunkt war der Abstand größer als 1auf. Nachdem Whitehead auf Loch 10 ausgeglichen hatte, ging Feth direkt auf Loch 11 wieder in Führung und verteidigte diese mit großem Kampfgeist bis zum 18. Grün. Der 1auf-Sieg bedeutete den Einzug ins Viertelfinale.
Viertelfinale
In der Runde der besten acht Spieler hatte Konrad Feth ein dickes Brett zu bohren. Zwar hatte der Deutsche gegen Jason Piermont meist etwa Oberwasser, aber der Franzose vom GC Esery Grand Geneve ließ nicht locker und zwar mit dem Ausgleich auf dem 17. Grün Feth in die Verlängerung.
Nachdem Feth zu Beginn dieses Duells schon Loch 1 mit einem Birdie auf dem 481 Meter langen Par 5 gewonnen hatte, wiederholte er dies auch, als die beiden Kontrahenten diese Bahn zum zweiten Mal gingen. Der Sieg und damit der Aufstieg ins Halbfinale war geschafft.
Halbfinale
Im der Runde des besten vier Spieler bekam Konrad Feth es mit dem Isländer Mathias Aase zu tun. Der Isländer hatte schon im Zählspiel mit vier unter Par den zweiten Platz belegt und damit seine Ambitionen angemeldet.
Mit drei ungefährdeten 3&2-Siegen marschierte das Nordlicht mühelos ins Halbfinale, wo er gegen das Talent des Lübeck-Travemünder GK richtig gefordert wurde. Feth ging vom Start weg mit 2auf in Führung, kassierte aber genauso schnell wieder den Ausgleich. Auf Loch 6 ging der Deutsche erneut in Führung, musste aber wieder postwendend den Ausgleich hinnehmen.
Auf der Back Nine nahm das gleiche Spiel mit umgekehrten Vorzeichen seinen Lauf. Nun ging der Isländer mit 2auf in Führung, aber Konrad Feth ließ nicht locker und glich seinerseits auf Loch 15 wieder auf.
Als Aase erneut zwei Löcher gewann, reichte es hinten heraus für den Bundesadler nicht mehr, das Blatt abermals zu wenden, weil die Löcher ausgingen. Nach großem Kampf stieg Mathias Aase ins Finale auf und fertigte dort Oscar Krzton aus Dänemark mühelos mit 6&5 ab, während sich Konrad Feth damit trösten konnte, einen hervorragenden dritten Platz erspielt und nur gegen den späteren Sieger verloren zu haben.
Feth war zwar zunächst traurig, den Aufstieg ins Finale verpasst zu haben, realisierte aber schnell auch, dass er ein großartiges Turnier in Frankreich gespielt hatte: „Ich habe in der ganzen Woche ziemlich solide gespielt. Besonders positiv war, dass auch mein langes Spiel so gut lief, denn daran arbeite ich gerade besonders konzentriert. Ich habe immer versucht, die Topbunker zu vermeiden und die Bälle in gute Positionen zu bringen, um ins Grün spielen zu können. Dadurch habe ich sehr viele Pars gespielt.
Der dritte Platz bedeutet mir natürlich sehr viel. Erst war ich ein bisschen enttäuscht, nicht ins Finale gekommen zu sein, aber ich habe auch im Halbfinale ganz gut gespielt. Der Gegner war nur am Ende ein bisschen besser.“
Fazit des Coaches
Roland Becker war als Co-Trainer von Bundestrainer Pascal Proske bis zum Ende der Woche vor Ort und zog ein sehr positives Fazit des Auftritts der Athleten des Junior Team Germany: „Wir sind ganz froh, dass wir dieses Jahr mit einem offensichtlich starken Team hier angetreten sind. Viele Jungs haben den Cut gemacht und die, die ihn nicht gemacht haben, waren auch nah dran. Dementsprechend ich bin sehr optimistisch, denn das Team der Jungen ist auf einem richtig guten Weg und hat hier überzeugend abgeliefert, obwohl einige mit einer Erkältung gar nicht richtig gesund waren. Es war schon über den Winter absehbar, dass wir ein richtig starkes Team haben. Es macht Spaß, mit diesen Spielern zu arbeiten, denn die wollen wirklich geben Gas und sind zudem auch wirklich nette Jungs.“
Endstand
T3 Konrad Feth
T9 Lauri Diener
T9 David Süntzenich
T9 Bjarne Murr
T17 Max Franck









