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Gemeinsam siegreich: Marco Kaussler mit Europas Kapitän Luke Donald beim Ryder Cup 2025 in New York. | © Privat

„Einen Besseren als Luke gibt es derzeit nicht“

Herr Kaussler, wie viele Ryder Cups haben Sie live vor Ort gesehen und welcher Moment hat sich am tiefsten in Ihre Erinnerung eingebrannt?

Seit 2010 in Celtic Manor durfte ich bei jedem Ryder Cup dabei sein. Für uns war natürlich die schönste Erinnerung, als Martin Kaymer 2012 den entscheidenden Sieg-Putt beim Ryder Cup in Medinah gelocht hat. Das war ein sehr besonderer, emotionaler Moment. 

 

Sie waren 2025 in New York sehr nah dran. Was konkret war Ihre Aufgabe im Team Europe und wie sehen Ihre Planungen für den RC 2027 aus?

Zuletzt durfte ich beim Ryder Cup 2025 in New York als Assistent von Vize-Kapitän Bjørn arbeiten, weil er mich vorher gefragt hatte, ob ich ihn unterstützen kann. Auch das war ein sehr besonderes Erlebnis. Mit so einer Aufgabe in der Zukunft habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht beschäftigt und glaube auch nicht, dass das 2027 nochmal passieren wird. 

 

Sie sind Turnierdirektor der BMW International Open in Eichenried. Welche Bedeutung hat dieses Event auf den Entscheidungsprozess von Team Europa?

Die BMW International Open ist eines der wichtigsten Turniere auf der DP World Tour und als solches regelmäßig sehr hochkarätig besetzt. Meistens sind in München für den Ryder Cup relevante Akteure am Start wie beispielsweise Captain Luke Donald oder auch Spieler, die sich für den Ryder Cup qualifizieren wollen. Insofern ist das Augenmerk durchaus aufs Event gerichtet und Luke Donald wird sich voraussichtlich auch beim Turnier 2027 mit potenziellen Kandidaten besprechen und vorbereiten.

Luke Donald wird Team Europa 2027 in Irland zum dritten Mal als Captain anführen. Warum ist das die richtige Entscheidung?

Luke Donald ist eine ausgezeichnete Persönlichkeit. Er hat das Team von Anfang an auf das Ziel Sieg ausgerichtet und vorbereitet. Einen besseren Kandidaten kann es auf europäischer Seite derzeit nicht geben.

 

In New York galt Team Europa als Außenseiter. 2027 in Irland ist es eher Favorit? Welchen Vorteil hat es, dass Europa zu Hause spielt und wie sehr spielt die Anlage von Adare Manor dem Gastgeber in die Karten?

Europa wird diesmal auf jeden Fall als Favorit ins Rennen gehen, wenn der Ryder Cup 2027 in Irland stattfindet. Es ist sehr, sehr lange her, dass Europa zu Hause verloren hat. Die Anlage von Adare Manor wird in einem Top-Zustand sein und ganz sicher so präpariert und gepflegt werden, dass es taktisch und spielerisch ideal für die Heimmannschaft ist. 

 

Ist Europa tatsächlich das bessere Team, obwohl die USA die – vom Papier her – klar besseren Einzelspieler hat? Wie wichtig ist der Teamgedanke generell bei diesem Event?

Ja, Europa ist das bessere Team. Das hat in erster Linie mit dem Kultur und Nationen übergreifenden Zusammenhalt auf europäischer Seite und der Wichtigkeit des Turniers für die einzelnen Spieler zu tun. Für die Europäer gibt es eigentlich keinen größeren Titel, den man im Golfsport gewinnen kann. Für Europas Spieler ist der Ryder Cup historisch gesehen extrem wichtig. Dieser Teamspirit, das Zusammenspiel der Kulturen und das Gefühl, gemeinsam zu gewinnen – diese Aspekte sind auf Seiten der US-Amerikaner einfach weniger ausgeprägt.

 

Wie haben Sie Captain Donald, seinen Impact auf die Mannschaft und sein ruhiges, besonnenes Wirken zuletzt erlebt und empfunden? Wie nah sind Sie da beim Turnier selbst am Team dran?

Luke Donald hat den Ryder Cup 2025 in New York extrem professionell vorbereitet – und das nicht zum ersten Mal. Er hat die Mannschaft von Anfang an so eingestellt, dass es auf jeden Fall zum Erfolg kommen musste. Seine ruhige, professionelle und sympathische Art trägt schlicht dazu bei, dass die Spieler sich sehr wohl fühlen, sehr gut miteinander auskommen, alles auf den Sieg ausgerichtet ist und es überhaupt keine Störquellen gibt, die dem Erfolg im Weg stehen könnten. 

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Wenn Donald erneut gewinnt, wird es er dann ein viertes Mal machen müssen? Jung genug ist er ja.

Ich bin ziemlich sicher, dass Luke Donald nach dem Ryder Cup 2027 in Irland nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Es wird für künftige Events aber ganz sicher gute Alternativen geben und geben müssen, um bei diesem Wettbewerb weiterhin erfolgreich zu sein. 

 

Wie stehen die Chancen, dass Deutschland in den kommenden Jahren als Ausrichter einen RC bekommt?

Das ist momentan sehr offen. Der nächste Ryder Cup, der verfügbar und noch nicht vergeben ist, wäre im Jahr 2035, was noch in ferner Zukunft liegt. Dafür will sich aber England mit einer Anlage außerhalb von London bewerben. Daher ist es aktuell viel zu früh, sich mit einem möglichen Ryder Cup in Deutschland in der Tiefe auseinander zu setzen. Aber mit Green Eagle entsteht im Norden schon eine hervorragende Anlage. 

 

Die Besetzung des Siegerteams in Rom war nahezu identisch zur Aufstellung des Teams 2025 in NY. Da der Captain der gleiche bleibt, können wir also davon ausgehen, dass auch 2027 die meisten Gesichter aus NY und Rom wieder dabei sind?

Die Performance der Spieler wird ausschließlich das Kriterium sein, wer 2027 für Team Europa auflaufen wird. Es gibt einige Top-Talente, die auf sich aufmerksam machen und durchaus in der Lage sind, als Rookie in die Mannschaft zu rücken. Klar, das Team zuletzt war sehr harmonisch und erfolgreich, ist durch die Siege zuletzt aber auch verwöhnt. Um zum Team zu gehören, muss jeder Spieler speziell in der Saison 2027 Top-Leistung bringen. 

 

Zum Schluss Ihr Tipp bzw. Ihre Prognose: Wen werden die USA zum Captain für 2027 küren und wer gewinnt den Ryder Cup in Irland?

Da kann ich momentan noch keinen Tipp abgeben, für wen sich die US-Amerikaner entscheiden. Dass Europa allerdings das Turnier 2027 in Irland gewinnen wird, steht für mich mit der Nominierung von Luke Donald fest. Aber im Sport und speziell im Golfsport ist ja immer alles möglich... 

 

Vielen Dank für das Gespräch!

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