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Rekord: Der Australier Rhein Gibson war der erste Spieler, der eine 55 auf der Scorekarte hatte und sich damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicherte. | © Golfsupport.nl/Keith Gillett

Eine 55 auf der Scorekarte

Wie tief kann man scoren? Immer wieder tauchen im Lauf einer Golf-Saison diese magischen Zahlen auf. Ergebnisse von unter 60 Schlägen auf einer offiziellen 18-Loch-Runde. Die 59 ist langsam fast keine Besonderheit mehr. Jim Furyk war 2016 der Erste, der auf der PGA Tour eine 58 schoss. Stephan Jäger verdiente sich nach seiner 58 auf der Korn Ferry Tour ebenfalls im Jahr 2016 den Spitznamen Mister Fiftyeight. Auch Matti Schmid beendete eine Runde mit 58 Schlägen. Allerdings kein offizielles Turnier, sondern nur rein privat.

 

Es muss schon eine offizielle, dokumentierte Runde sein. Und in dieser Kategorie ging es sogar noch deutlich tiefer als die 58 Schläge von Furyk und von Bryson DeChambeau auf der LIV Golf Tour 2023. Denn: Der US-Amerikaner Alexander Hughes und der Australier Rhein Gibson halten jeweils die Weltbestmarke mit einem Score von sage und schreibe 55 Schlägen auf einem regulären 18-Loch-Golfplatz und einem Nachweis. Damit stehen beide im Guinness-Buch der Rekorde.

 

Der Erste, der die sensationelle 55 auf die Karte schrieb, war Gibson. Im Jahr 2012 war der Australier die 1444 der Weltrangliste, hatte in den beiden Jahren zuvor auf der Nationwide und der Australian Tour zweimal den Cut verpasst und war einmal 58. geworden. Also nicht unbedingt der Typ, von dem man diesen Fabelscore erwartet hätte. Auf dem River Oaks GC in Edmond/Oklahoma, wo er College-Golf spielte, wuchsen ihm dann aber scheinbar Flügel.

Er kam mit zwölf Birdies, zwei Eagles und vier Pars ins Clubhaus. Auf den letzten Löchern begleiteten ihn – Twitter (jetzt X) und SMS sei Dank – mehr als 30 Leute. Seine Flightpartner bestätigen, dass den Regeln entsprechend gespielt, kein Putt geschenkt wurde und unterschrieben die Score-Karte. Der River Oaks GC misst von den Champions-Tees 6125 Meter und wurde auch in voller Länge gespielt.

 

„Ich war auf den Schlusslöchern eigentlich nicht nervös“, sagte der Australier, der bis 2009 an der Oklahoma Christian University studiert hatte. „Ich wusste, dass es ein Score in den 50ern werden würde.“ Das Trio hatte um 8.15 Uhr nach einer regnerischen Nacht von Bahn 10 abgeschlagen, ohne vorher auf die Driving Range zu gehen und „irgendwann ging es nur noch darum, nicht zu stören“, erzählte Gibsons Spielpartner. Der Rekordschütze selbst war da schon Pro, stieg von der Web.com auf die PGA Tour auf, durfte 2014 bei der Open Championship mit Tiger Woods und Jordan Spieth spielen, schaffte den Cut und wurde am Ende 72.

 

55 Schläge! Verrückt. Acht Jahre später war es wieder soweit. Kurios: Erneut geschah es in Oklahoma. Alexander Hughes war seinerzeit ein angehender Professional und erklärte sich bereit, einem Junior-Golfer zu helfen, sich auf ein Event am Wochenende vorzubereiten. Die beiden bekamen zwei unbekannte Mitspieler zugelost – und die Gruppe erlebte im South Lakes Golf Club in Jenks, einem Vorort von Tulsa, Golf vom anderen Stern.

Hughes eröffnete mit Par auf Bahn eins, ehe an Loch zwei direkt das Hole-in-One fiel. Das schien ihm einen dermaßen Adrenalin-Boost zu verleihen, dass er eine historische Runde mit zwei Eagles und zehn Birdies ablieferte. Inklusive Ass machte das einen Score von -16 und eine 55 auf der Karte. Natürlich war es Platzrekord und bedeutete für Hughes, dass er den Weltrekord von Rhein egalisieren konnte. Fast hätte er ihn sogar geknackt, wenn sein Chip auf der 18 nicht knapp am Loch vorbeigerollt wäre. „Die 55 auf einer Golfrunde zu haben, ist ziemlich überwältigend“, erklärte der Scharfschütze.

 

Zweimal 55 Schläge. Weltrekord. Auf den höheren Touren hat das noch keiner geknackt. Insofern stehen Rhein Gibson und Alexander Hughes an prominenter Stelle im Guinness-Buch. Da kommt auch die 57, die der Chilene Cristobal del Solar 2024 auf der Korn Ferry Tour schoss, nicht vorbei.

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