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Bessere Putts aus dem Wohnzimmer | © ZGolf

Drei einfache Putt-Drills für das Wohnzimmer

Wenn es draußen stürmt, regnet oder der Platz einfach nicht bespielbar ist, muss der Putter nicht in der Ecke verstauben. Im Gegenteil: Gerade in der Off-Season oder an verregneten Tagen lässt sich zu Hause ganz wunderbar genau an dem Teil des Spiels arbeiten, der am schnellsten Schläge spart – dem Putten.

 

Das Beste: Sie brauchen dafür weder Hightech noch einen Simulator. Eine einfache Puttmatte (oder ein halbwegs glatter Teppich), ein Putter, ein paar Bälle und zwei dickere Bücher reichen völlig aus.

 

Im Folgenden stellt Jochen Ziffels von ZGolf drei einfache Indoor-Drills vor, die Sie bequem im Wohnzimmer, Keller oder Büro trainieren können. Alle drei Übungen liefern ehrliches Feedback – ganz ohne Trainer an der Seite.

1. Doppelball-Übung – Schlagfläche im Treffmoment kontrollieren

Die Schlagfläche im Treffmoment ist einer der entscheidenden Faktoren für die Richtung des Putts. Schon wenige Grad offen oder geschlossen und der Ball verfehlt das Loch – selbst aus kurzer Distanz. Mit der Doppelball-Übung können Sie ganz einfach testen, wie „neutral“ die Schlagfläche wirklich ist.

 

So geht's:

 

  • ⁠Legen Sie zwei Bälle parallel nebeneinander auf die Puttmatte.
  • Richten Sie beide Bälle so aus, dass sie in dieselbe Richtung rollen sollen.
  • Stellen Sie sich normal in die Puttposition und putten Sie beide Bälle gleichzeitig.

 

Das Feedback:

 

  • Rollen beide Bälle gleich schnell und ähnlich weit, ist Ihre Schlagfläche im Treffmoment sehr neutral.
  • Rollt ein Ball deutlich weiter oder schneller als der andere, war die Schlagfläche verkantet – sie zeigt also eher zu einem Ball hin.

 

Damit erkennen Sie sofort, ob Sie den Putter wirklich gerade durch den Ball führen oder ob Sie – meist unbewusst – mit den Händen drehen.

 

Trainingstipp: Machen Sie pro Session 10–20 Doppelball-Putts. Versuchen Sie, die Unterschiede im Rollen immer kleiner zu machen. Mit der Zeit entwickeln Sie ein sehr gutes Gefühl für eine ruhige, stabile Schlagfläche.

2. Putter-Gate mit Büchern – Schlagweg stabilisieren

Selbst eine neutrale Schlagfläche bringt wenig, wenn der Putter auf einem wilden Zickzack-Kurs unterwegs ist. Mit dem sogenannten „Putter-Gate“ trainieren Sie den Schlagweg – also die Bahn, auf der sich der Schlägerkopf bewegt. Sie benötigen nur zwei Bücher

 

So geht's:

 

  • ⁠Stellen Sie zwei Bücher links und rechts neben den Putterkopf, wenn Sie in der Ansprechposition stehen.
  • Der Abstand sollte so gewählt sein, dass der Putterkopf gerade so dazwischen passt.
  • Jetzt machen Sie Pendelbewegungen und schlagen Putts, ohne die Bücher zu berühren.

 

Das Feedback:

 

  • ⁠Berühren Sie ein Buch, war der Schlagweg nicht sauber – Sie haben entweder zu sehr nach innen oder außen geschwungen.
  • Schwingen Sie mehrfach hintereinander durch, ohne Kontakt, ist der Schlagweg stabil und wiederholbar.
  • Warum das wichtig ist: Ein konstanter Schlagweg sorgt dafür, dass Sie den Ball immer wieder an der gleichen Stelle der Schlagfläche treffen. Das verbessert nicht nur die Richtung, sondern auch das Längengefühl, weil der Ball immer ähnlichen Kontakt bekommt.

 

Trainingstipp: Starten Sie mit kurzen Putts (ein bis 1,5 Meter) und versuchen Sie, zehn Putts in Folge zu machen, ohne ein Buch zu streifen. Wird Ihnen das zu leicht, verkleinern Sie den Abstand der Bücher – das macht das Gate „enger“ und die Übung anspruchsvoller.

3. Ball-Gate – Startlinie trainieren

Viele Golfer sind überzeugt, dass sie „gut geputtet“ haben, wenn der Ball knapp am Loch vorbeiläuft. In Wahrheit startet der Ball aber oft gar nicht auf der geplanten Linie. Mit einem einfachen Ball-Gate können Sie genau das trainieren. Auch hier kommen wieder zwei Bücher zum Einsatz – diesmal allerdings vor dem Ball.

 

So geht's:

 

  • ⁠Legen Sie den Ball auf Ihre Ziellinie.
  • Stellen Sie die beiden Bücher 20 bis 30 Zentimeter vor den Ball so auf, dass ein kleiner „Tunnel“ entsteht.
  • Der Abstand zwischen den Büchern sollte nur wenig größer sein als der Ball – gerade so, dass er durchpasst.
  • Jetzt putten Sie durch dieses Tor.

 

Das Feedback:

 

  • Rollt der Ball sauber durch die Mitte zwischen den Büchern, ist die Startlinie gut.
  • ⁠Berührt oder trifft der Ball eines der Bücher, war die Schlagfläche im Treffmoment nicht korrekt ausgerichtet – der Ball startet leicht nach links oder rechts.
  • Gerade aus ein bis zwei Metern zeigt Ihnen das Gate gnadenlos, wie präzise Sie wirklich sind.

 

Trainingstipp: Beginnen Sie aus etwa einem Meter und versuchen Sie, acht von zehn Bällen sauber durch das Gate zu spielen. Schaffen Sie das regelmäßig, gehen Sie langsam auf 1,5 oder zwei Meter zurück. Wichtig: Qualität vor Quantität – lieber wenige konzentrierte Versuche als 50 schnelle Bälle.

Wie Sie die Drills in Ihren Alltag einbauen

Das Schöne an diesen Übungen: Sie sind kurz, simpel und effektiv. Sie brauchen weder viel Platz noch viel Zeit. So könnte eine typische Indoor-Session aussehen:

 

  • 5 Minuten Doppelball-Übung (Schlagfläche spüren)
  • ⁠5 Minuten Putter-Gate (Schlagweg stabilisieren)
  • 5 Minuten Ball-Gate (Startlinie kontrollieren)
  • Insgesamt also 15 Minuten, die Sie problemlos vor dem Fernseher, nach der Arbeit oder am Wochenende einbauen können.

 

Machen Sie das regelmäßig – ein paar Mal pro Woche – werden Sie im Frühjahr auf dem Platz feststellen, dass kurze Putts nicht mehr so bedrohlich wirken. Die Bewegung fühlt sich vertrauter an, der Ball startet stabiler und Sie bekommen ein klareres Bild davon, was ein „guter Putt“ für Sie ist.

Jochen Ziffels Fazit: „Gutes Putten ist keine Frage von Talent oder teurem Equipment, sondern von Wiederholung und ehrlichem Feedback. Mit der Doppelball-Übung, dem Putter-Gate und dem Ball-Gate haben Sie drei einfache Tools an der Hand, mit denen Sie Ihr Wohnzimmer in ein kleines Putt-Trainingszentrum verwandeln können – egal ob im Winter, bei schlechtem Wetter oder einfach, wenn die Zeit für eine Runde fehlt. Wer hier konsequent arbeitet, muss sich später auf dem Platz weniger über vergebene Chancen aus ein bis zwei Metern ärgern. Und genau dort werden die meisten Schläge verschenkt.“

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