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Locker bleiben: Auch auf langen Par-5-Bahnen sollten Sie nichts erzwingen. | © golfsupport.nl/Tyrone Winfield

Par-5-Taktik: Der clevere Plan für lange Bahnen

Par-5-Bahnen gelten für viele Golfer als große Chancen. Länge statt Schwierigkeit – so zumindest die häufige Einschätzung. Doch gerade Einsteiger und Amateure mit höheren Handicaps verspielen hier häufig ihre Möglichkeiten, weil sie zu viel wollen. Fabian Bünker, PGA Golf Professional, empfiehlt in seinem Video (s.u.) deshalb einen Strategiewechsel: Risiko reduzieren, Platzmanagement verbessern.

Druck reduzieren

„Par-5-Bahnen sind häufig eher lang als schwer“, sagt Bünker. Für Amateure bedeutet das vor allem eines: Druck rausnehmen. Wer akzeptiert, dass das Grün nicht mit dem zweiten oder dritten Schlag erreichbar ist, spielt automatisch entspannter – und meistens erfolgreicher. „Es reicht, wenn du mit dem vierten Schlag auf dem Grün bist, dann hast du immer noch zwei Putts, um ein Bogey zu spielen.“

Vom Grün rückwärts denken

Der Schlüssel liegt in der Planung. Statt vom Abschlag möglichst weit nach vorne zu schlagen, empfiehlt Bünker, die Bahn gedanklich vom Grün aus aufzubauen. Die entscheidende Frage lautet: Von welcher Distanz spielen Sie am liebsten den Schlag aufs Grün? Viele Amateure fühlen sich aus 60 bis 80 Metern deutlich wohler als bei kurzen, schwierigen Pitches über Bunker oder Wasser. Daraus ergibt sich die Strategie: Schläge so platzieren, dass diese bevorzugte Distanz entsteht – nicht maximaler Länge hinterherjagen.

Sicherheit vor Länge

Diese Denkweise verändert auch die Schlägerwahl. Ein Fairwayholz oder Hybrid kann vom Tee oft die bessere Option sein als der Driver – vor allem dann, wenn Hindernisse in typischer Drive-Distanz lauern. Auch beim zweiten Schlag gilt: Spielen Sie nicht automatisch so lang wie möglich. Moderne Par-5-Bahnen sind häufig so gestaltet, dass ein weiterer Bunker genau dort liegt, wo viele Spieler ihren zweiten Schlag platzieren würden. Wer stattdessen bewusst kürzer bleibt, nimmt diese Hindernisse aus dem Spiel.

Bünkers Tipp – klare Ziele setzen

Beim Schlag auf das Grün setzt Bünker auf eine einfache, aber wirkungsvolle Strategie: Risiko minimieren, Spielfläche vergrößern. „Ziele auf die rechte Grünkante, um die Bunker links aus dem Spiel zu nehmen und die rechte Seite zu öffnen“, rät er exemplarisch. Selbst wenn das Grün verfehlt wird, bleibt eine einfache Annäherung – und damit die Chance auf ein solides Ergebnis. Der entscheidende Punkt: Fehler werden weniger bestraft, gute Scores wahrscheinlicher. Fazit: Sie brauchen keine genialen Schläge auf einer langen Bahn. Wichtiger sind kluge Entscheidungen. 

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