Chip-in und solide Par-Runde: Henseleit im Wochenende
Loch zwölf in der zweiten Runde der US Womens Open: Eine Szene, die exemplarisch für Esther Henseleits bislang stärkste Teildisziplin in Pacific Palisades, Kalifornien, steht. Die mehrmalige LET-Siegerin chippte ihren dritten Schlag auf dem Par 4 zum Birdie ein und glich damit ihr einziges Bogey des Tages auf Loch drei aus. Henseleit zählte in den ersten beiden Runden des mit zwölf Millionen US-Dollar dotierten Majors zu den besten Spielerinnen im kurzen Spiel und führt aktuell sogar die Statistik „Strokes Gained Short Game“ an.
Nach Runden von 73 und 71 Schlägen findet sich die 27-Jährige auf dem geteilten 37. Rang (+2) wieder. Damit erreichte Henseleit zum vierten Mal in ihrer Karriere bei einer US Womens Open das Wochenende. Auf Instagram kommentierte sie den Zwischenerfolg mit „worked hard“. Hart arbeiten wird sie auch die kommenden zwei Tage, da der Platz in Riviera, der erstmals Austragungsort eines Damen-Majors ist, kaum Fehler erlaubt.
Henseleits bislang bestes Ergebnis bei der US Womens Open war ein geteilter 22. Rang im vergangenen Jahr. Sollte das kurze Spiel weiterhin so flüssig laufen wie an den ersten beiden Tagen, ist eine weitere Top-25-Platzierung realistisch. Am Samstag geht es um 20 Uhr deutscher Zeit gemeinsam mit der Japanerin Yuri Yoshida in die dritte Runde. Das Turnier kann live auf Sky Sport Golf verfolgt werden.
„Passiv-aggressiver“ Platz und Korda in Lauerstellung
Nach zwei Runden hat sich an der Spitze des Leaderboards ein enges Rennen entwickelt. Mit jeweils vier unter Par (138 Schläge) teilen sich die US-Amerikanerin Alison Lee und die Chinesin Ruoning Yin die Führung im Riviera Country Club. Beide überzeugten mit konstantem Spiel auf dem anspruchsvollen Platz, der seinem Ruf als „gnadenlos” einmal mehr gerecht wurde.
Yin blieb auch am Freitag fehlerfrei und gehört zu den wenigen Spielerinnen, die bislang zwei Runden unter 70 Schlägen ins Clubhaus gebracht haben. Sie bezeichnete den Kurs augenzwinkernd als „passiv-aggressiv“ – eine Einschätzung, die viele im Feld teilen dürften.
Nur zwei Schläge hinter dem Führungsduo lauert die Weltranglistenerste Nelly Korda. Nach einer schwächeren Auftaktrunde spielte sie am Freitag die beste Runde des Tages (67) und brachte sich damit eindrucksvoll zurück ins Titelrennen.
In Schlagdistanz folgen unter anderem Jennifer Kupcho, Sei Young Kim und Gaby Lopez mit drei Schlägen unter Par. Kupcho hatte das Turnier mit einer starken 66 eröffnet, fiel am zweiten Tag jedoch mit einer 73 etwas zurück.
Für eine der emotionalsten Geschichten sorgt bislang Alison Lee: Die 31-Jährige, die in der Region aufgewachsen ist, spielt vor heimischem Publikum groß auf. Nach einer längeren Pause im vergangenen Jahr, bedingt durch die Geburt ihres Sohnes, knüpft sie nun an ihre starke Frühform der Saison an. Ein Sieg „im eigenen Hinterhof“ wäre für sie ein ganz besonderes Kapitel ihrer Karriere.








