Bhatias Spektakel, McIlroy gibt auf und Rahm spricht von Erpressung
Er hätte der jüngste Sieger auf der PGA Tour seit fast 100 Jahren werden können. Blades Brown, 18, spielte bei der Puerto Rico Open groß auf, lag nach zwölf Löchern in Führung und bekam dann zu spüren, wie es ist, auf der großen Bühne um Titel mitzumischen. Der Amerikaner stolperte auf der 13 zu einem Triple Bogey und verpasste am Ende die ganz große Sensation. Drei Schläge hinter Sieger Ricky Castillo sprang am Ende ein dennoch enorm bemerkenswerter dritter Rang für den 2007er-Jahrgang aus Nashville, Tennessee, heraus. Erfreulich aus deutscher Sicht: Sowohl Matti Schmid als auch Jeremy Paul verbuchten ein Top-Ergebnis.
Die Spitzenspieler der Tour waren vergangene Woche beim Arnold Palmer Invitational aktiv. Das Gastspiel der Elite in Bay Hill erinnerte insofern an eine US Open, als dass munter über die Beschaffenheit des Platzes debattiert wurde. Im Fokus: Die Grüns. Mehrere Spieler, darunter Scottie Scheffler, Collin Morikawa und Justin Thomas, bemängeln den Zustand der Puttflächen, die bereits zur Turnierhalbzeit extrem hart und trocken waren und kaum noch Reibung bieten. Der Tenor: Die Grenze des Sinnvollen sei überschritten.
Nichtsdestotrotz entwickelte sich ein enorm spannender Zweikampf um den Titel. Am Ende triumphierte Akshay Bhatia nach einer spektakulären Aufholjagd. Der 24-Jährige lag am Sonntag zeitweise fünf Schläge zurück, startete auf den Back Nine jedoch eine Serie von vier Birdies und zwang Daniel Berger schließlich ins Stechen. Dort behielt Bhatia die Nerven und sicherte sich mit zwei Putts zum Par seinen dritten PGA-Tour-Titel sowie das Preisgeld von vier Millionen Dollar. Berger, der lange wie der sichere Sieger aussah, verpasste im Playoff den entscheidenden Par-Putt. Mit dem Erfolg rückt Bhatia erstmals in die Top 20 der Weltrangliste vor.
McIlroy gibt auf, Henseleit glänzt
Rory McIlroy konnte das Turnier nicht zu Ende spielen. Der Nordire klagte während des Aufwärmens am Samstag über Muskelkrämpfe im unteren Rücken. Zu diesem Zeitpunkt lag McIlroy mit vier unter Par auf Rang neun. Angesichts der bevorstehenden Turniere – darunter die Players Championship als Titelverteidiger und das Masters – dürfte der Rückzug auch eine Vorsichtsmaßnahme gewesen sein.
Golf-Deutschland hofft Mitte Mai auf einen Start von Esther Henseleit beim Amundi German Masters powered by VcG. Auch die Solheim-Cup-Spielerin aus dem Elite Team Germany hat das Heimspiel fest auf dem Plan und würde in Green Eagle nur aussetzen, wenn der Saisonstart auf der LPGA Tour in die Hose geht. Danach sieht es bisher keineswegs aus: Bei der Blue Bay LPGA in China konnte die 27-Jährige mit Rang zwölf bereits ihr zweites Top-15-Ergebnis in Folge erzielen. Den Sieg sicherte sich in China die Südkoreanerin Mi Hyang Lee mit elf unter Par und einem Schlag Vorsprung auf Weiwei Zhang. Die weiteren deutschen Starterinnen Polly Mack, Isi Gabsa und Aline Krauter hatten den Cut verpasst.
Rahm im Fokus
Jon Rahm stand in dieser Woche besonders im Fokus: Zum einen organisierte der Spanier einen Jet, der seine eigene sowie die rechtzeitige Anreise einiger in Dubai ansässiger Kollegen zum Stopp der LIV Golf League nach Hongkong sicherstelle. Beim Turnier selbst bewies der zweimalige Major-Sieger dann einmal mehr seine unbestrittene Spitzenklasse: Rahm triumphierte mit einem Gesamtergebnis von -23 deutlich vor Thomas Detry.
Weitere Schlagzeilen produzierte der 31-Jährige, weil er sich öffentlich zu seiner aktuellen Auseinandersetzung mit der DP World Tour äußerte. Dabei warf er der DP World Tour vor, Spieler „zu erpressen“. Der Hintergrund: Mehrere LIV-Profis hatten zuletzt einer Vereinbarung zugestimmt, die ihnen Starts auf beiden Touren ermöglicht. Die Regelung sieht unter anderem die Zahlung ausstehender Strafen sowie verpflichtende Starts bei mehreren Tour-Events vor. Rahm lehnt diese Bedingungen bislang ab. Seine Haltung könnte Auswirkungen auf seine künftige Ryder-Cup-Teilnahme haben.
Donald erneut Kapitän, Cejka glänzt bei Johnson-Sieg
Stichwort Ryder Cup: Luke Donald geht in seine dritte Amtszeit. Der Engländer wird Team Europa auch beim Ryder Cup 2027 in Adare Manor (Irland) als Kapitän anführen. Donald hatte Europa bereits 2023 in Rom und 2025 in New York zum Sieg geführt und könnte nun Geschichte schreiben: Gelingt ein weiterer Triumph, wäre er der erste Captain, der drei Ryder Cups in Folge gewinnt.
Die Ladies European Tour ist weiterhin in Australien unterwegs: Bei der Australian Women’s Classic holte sich Kelsey Bennett souverän ihren ersten Titel. Die Australierin setzte sich auf dem Platz von Magenta Shores trotz schwieriger Wetterbedingungen mit insgesamt 13 unter Par durch und übernahm damit auch die Führung in der LET Order of Merit. Hinter Bennett belegten die Engländerinnen Caley McGinty und Meghan MacLaren gemeinsam Rang zwei. Leonie Harm kam als beste Deutsche auf Platz 15 ins Ziel.
Die Golfwelt spekuliert aktuell darüber, ob Tiger Woods, der im Dezember seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, demnächst auf der PGA Tour Champions antreten wird. Ein weiterer Frisch-50er konnte in dieser Woche bei seinem Debüt gleich voll überzeugen. Der zweimalige Major-Gewinner Zach Johnson krönte sein Debüt zwei Wochen nach seinem 50. Geburtstag mit seinem ersten Sieg. Der Ryder-Cup-Kapitän von 2023 gewann das James Hardie Invitational deutlich mit vier Schlägen Vorsprung auf Stewart Cink und George McNeill.
Eine Top-Leistung zeigte auch Alex Cejka, der auf Platz vier landete. Der dreimalige Major-Gewinner bei den Senioren notierte in Boca Raton drei 70er Runden und klettert im Charles Schwab Cup auf Platz sieben.







