Anetseder und Westermann mit starkem Start bei den Midamateurs
Gastgeber mit Jubiläum
Im 65. Jahr seines Bestehens zeigt sich der GC Hubbelrath einmal mehr als klassische Meisterschaftsbühne. Der Ostplatz zieht sich mit schmalen Fairways, strategisch platzierten Bunkern und schnellen, modellierten Grüns durch das leicht hügelige Gelände im Osten Düsseldorfs – ein Kurs, der nur jene belohnt, die ihr Spiel wirklich im Griff haben.
Die sommerlichen Bedingungen dieses ersten Turniertages unterstreichen den Charakter des Platzes: Der Kurs präsentiert sich „in einem guten, wenn auch etwas trockenen Zustand“, wie es Titelverteidiger Frederik Strünker im Vorfeld beschrieben hatte. Beim Bundesliga-Heimspiel habe Golfen „richtig viel Spaß gemacht“, nur der „extrem heiße“ Sonntag habe die Kondition angegriffen – sein Hinweis darauf, dass in Hubbelrath nicht nur Technik, sondern auch Physis gefragt ist - auch wenn es zu Beginn der Midamateur-Meisterschaften deutlich kühler ist als noch zum DGL-Spieltag.
Frauen: Anetseder führt, Hubbelrath im Nacken
Maria Anetseder (GC Starnberg) hatte vor dem Start betont, sie gehe die Meisterschaft „wie jedes andere“ Turnier an: Spaß haben, auf jeden Schlag konzentrieren, dazu die Freude, „während der Saison auch mal ein Einzel zu spielen“. Diese Haltung übersetzt sie am Freitag in eine souveräne 72, bleibt damit even Par und übernimmt die alleinige Führung nach Runde eins.
Die Titelverteidigerin wirkt dabei genauso, wie sie es ankündigte: gelassen, aber fokussiert. Ihre Runde kommt ohne große Ausschläge aus, sie kontrolliert den Ostplatz, statt ihn zu erzwingen. Dass sie über Hubbelrath sagt, sie könne „nicht so viel“ zum Platz sagen, weil sie „ja erst einmal dort gespielt“ habe – ausgerechnet beim Titelgewinn im Vorjahr –, verleiht ihrer Performance eine zusätzliche Note: Mit begrenzter Platzhistorie, aber klarer Erinnerung an den Erfolg findet sie auch 2026 sofort wieder den richtigen Zugang.
Direkt hinter ihr lauert mit Katharina Rzepucha-Hlubek (GC Hubbelrath) eine Spielerin des Gastgeberclubs. Ihre 73 (+1) ist ein starkes Heimstatement: Die Hubbelratherin nutzt ihre Platzkenntnis und bringt sich mit nur einem Schlag Rückstand in perfekte Angriffsposition. Für den zweiten Tag deutet vieles auf ein Duell hin: Anetseder mit der Ruhe der Titelverteidigerin, Rzepucha-Hlubek mit der Wucht des Heimspiels.
Immerhin vier Schläge hinter Rzepucha-Hlubek hält Julia Gerlach (GC Starnberg) mit einer 77 (+5) die Starnberger Doppelpräsenz in den Top 3 aufrecht, während ein kompakter Block aus Rachel de Heuvel (GC Olching), Isabel Axhausen (GC München Eichenried), Anna Bejeuhr (GC Lohersand), Carolin Ackermann (Golfanlagen Hohenhardter Hof), Alena Oppenheimer (Stuttgarter GC Solitude), Vanessa Girke (GC Lohersand) und Veronika de Bochdanovits (GC Hof Hausen vor der Sonne) dafür sorgt, dass das Frauenklassement vor dem Moving Day dicht und das der Kampf um die Medaillen offen bleibt.

Männer: Westermann vorne, Strünker bereit für die Jagd auf die Spitze
Bei den Männern führt nach Runde eins Philipp Westermann (Hamburger GC). Der Hanseat knackt den Ostplatz zum Auftakt und unterschreibt eine 69 (-3). Das ist ein Statement, das den Rest des Feldes wissen lässt: Hier hat jemand die Messlatte sehr früh sehr hoch gelegt. Doch direkt dahinter steht der Mann, der in Hubbelrath die Geschichte des Vorjahres geschrieben hat: Frederik Strünker (GC Hubbelrath).
Der Titelverteidiger hatte vor dem Turnier gesagt: „Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Meisterschaft dieses Jahr wieder auf meinem Heimatplatz stattfindet und wir mit mehreren Jungs aus unserer AK-30-Mannschaft vertreten sind.“ Seine 70 (-2) ist die konsequente Umsetzung dieser Zuversicht. Strünker spielt sich mit nur einem Schlag Rückstand auf Westermann auf Rang zwei, genau in die Position, die er sich gewünscht haben dürfte: ganz vorne dabei, ohne schon alles investieren zu müssen.
Sein Blick geht dabei über das eigene Leaderboard hinaus. „Ich bin voller Zuversicht, auch in diesem Jahr wieder weit vorne mitspielen zu können, und freue mich darauf, den einen oder anderen aus dem letzten Jahr wiederzusehen“, hatte er vor dem Start gesagt – und ergänzt: „Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg, faire Wettkämpfe und drei schöne Golftage im Golfclub Hubbelrath!“ Nach Tag eins lässt sich festhalten: Strünker führt nicht, aber er prägt das Turnier – als Titelträger, Gastgeber und Jäger zugleich.
Männer-Spitzengruppe: dichtes Feld hinter dem Führungsduo
Hinter dem Führungsduo sortieren sich die weiteren Titelkandidaten ein. Noah Müller-Frank (G&LC Köln) liegt mit einer 72 (Even Par) auf Rang drei und bleibt damit in Schlagdistanz zu Westermann und Strünker. Mit +2 folgen Robert Richter (Frankfurter GC) und Maximilian Behnke (Burgdorfer GC) bei 74 Schlägen, dahinter reiht sich ein breiter Block bei drei Schlägen über Par ein – unter anderem mit Anton Steinbeck (GC Feldafing), Jan Tschorn (GK Braunschweig), Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC), Tobias Hense (GC Peine-Edemissen) und Jack Sharman (GC Meerbusch), alle mit 75 Schlägen.
Für diese Gruppe ist die Ausgangslage klar: Der Ostplatz hat ihnen am Freitag leichte Kratzer verpasst, aber nichts, was sich am Moving Day nicht korrigieren ließe. Eine Runde im niedrigen 70er-Bereich – oder gar darunter – und der Abstand nach ganz vorne könnte schnell zusammenschmelzen. Gleichzeitig wissen sie: Eine weitere Runde über Par, und Westermann sowie Strünker könnten sich an der Spitze absetzen.
Die Bühne für den zweiten Turniertag ist damit klar: Anetseder und Westermann starten als Führende. Der heimische Titelverteidiger Strünker und die Hubbelrather Jugend-Vorständin Rzepucha-Hlubek stehen in Lauerstellung, und eine breite Verfolgergruppe bei Männern wie Frauen hat das Potenzial, mit einem starken Moving Day die Schlagzeilen dieser DM AK 30 zu bestimmen.





