Masters

Die Deutschen in Augusta: Langer – und sonst?!


18. März 2022 , Felix Grewe


Historischer Moment: 1993 schlüpft Bernhard Langer nach seinem Triumph in Augusta zum zweiten Mal ins grüne Sieger-Sakko.
Historischer Moment: 1993 schlüpft Bernhard Langer nach seinem Triumph in Augusta zum zweiten Mal ins grüne Sieger-Sakko. | © Augusta National/Getty Images

Nur drei Deutschen war es bisher vergönnt, beim Masters in Augusta abzuschlagen. Die zwei Triumphe von Bernhard Langer stechen natürlich heraus. Ein Überblick.

Natürlich kommt einem Bernhard Langer in den Sinn, wenn man an schwarz-rot-goldene Momente in Augusta denkt, wer auch sonst? Zweimal hat der erfolgreichste deutsche Golfer der Geschichte beim Masters triumphiert. 1985, sein erster großer Coup, der ihn weltberühmt und Golf in Deutschland populär machte. Und 1993, als er mit vier Schlägen Vorsprung vor dem Amerikaner Chip Beck gewann und somit bestätigte, dass sein Traumlauf acht Jahre zuvor an gleicher Stelle kein Zufall gewesen war. 

Kaymer und Augusta – ein schwieriges Verhältnis

Langer fällt einem aber auch deshalb ein, weil andere deutsche Erfolgsgeschichten aus Augusta – es zählen ja nicht nur Siege als Erfolge! – Mangelware sind. Keiner außer ihm hat in den vergangenen Jahrzehnten an der Magnolia Lane wirklich auf sich aufmerksam machen können. Auch nicht Martin Kaymer, von dem man es am ehesten hätte erwarten dürfen. Doch seine Beziehung zum National Golf Club ist ungefähr so kompliziert, wie einst das Verhältnis von Boris Becker zur roten Asche der French Open. Der mochte den Sand in etwa genauso wenig, wie Kaymer die vielen Doglegs in Georgia schätzt. So überrascht es nicht, dass sich seine Augusta-Bilanz mau liest: Bei 12 Teilnahmen seit 2008 verpasste er fünf Mal den Cut und schaffte es nur einmal unter die besten 20 – 2017 landete er auf dem geteilten 16. Rang. Es ist die schlechteste seiner Major-Statistiken. Die US Open (2014) und die PGA Championship (2010) hat er bekanntlich gewonnen, bei der Open Championship wurde er 2010 immerhin geteilter Siebter. 

Schnappschuss fürs Familienalbum: Kaymer und Cejka (li.) 2011 auf der berühmten Hogan Bridge von Augusta.
Schnappschuss fürs Familienalbum: Kaymer und Cejka (li.) 2011 auf der berühmten Hogan Bridge von Augusta. | © golfsupport.nl/Jos Linckens


2022 nur ein Deutscher am Start

Neben Langer und Kaymer war es bisher nur Alex Cejka vergönnt, die deutschen Farben beim Masters zu vertreten: 1996 (44.), 2004 (26.) und 2011 (T35). Die Kriterien für eine Teilnahme sind strenger als bei den anderen Majors. Deshalb wird auch in diesem Jahr, wie schon 2021, kein deutscher Profi außer Langer in Augusta abschlagen. Der ist wieder dabei, denn alle Sieger haben ein lebenslanges Startrecht, außerdem werden sie zum obligatorischen Champions Dinner eingeladen, das immer am Dienstag vor Turnierbeginn stattfindet. Der Titelverteidiger bestimmt, was auf den Tisch kommt. Langer servierte 1986 übrigens „ein typisch deutsches Menü“, acht Jahre später gab es Truthahn. 

„Es ist einfach ein Traum"

Der beste deutsche Golfer der Geschichte liebt Augusta. „Es ist einfach ein Traum. Ich habe hier so viele schöne Momente erlebt, die ich nie vergessen werde“, sagte er einmal. 38 Mal war „der ewige Bernhard“ bereits dabei. 2020, als das Turnier aufgrund der Corona-Pandemie in den späten Herbst verlegt worden war, schaffte er als ältester Spieler der Geschichte den Cut, wurde am Ende 29. Im letzten Jahr jedoch war für ihn nach zwei Runden alles beendet. Und 2022? Antworten gibt es ab dem 7. April...