Entwicklung

Die DGL als Sprungbrett auf die Tour?


31. Januar 2022 , Thomas Kirmaier


Früher fester Bestandteil seines DGL-Teams, heute Tourspieler und Olympionike: Hurly Long vom GC Mannheim-Viernheim. © Ben Jared/IGF Golf
Früher fester Bestandteil seines DGL-Teams, heute Tourspieler und Olympionike: Hurly Long vom GC Mannheim-Viernheim. © Ben Jared/IGF Golf

Die Leistungsdichte in der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Immer mehr Spielerinnen und Spieler, die in ihren DGL-Teams zu den Leistungsträgern gehören und gehörten, qualifizieren sich für die Tour.

Sophia Popov (St. Leon-Rot) und Esther Henseleit (Hamburg), Max Kieffer (Hubbelrath), Matti Schmid (Herzogenaurach) und Hurly Long (Mannheim) - sie alle haben für ihre Teams in der Deutschen Golf Liga aufgeteet und sind inzwischen Profis, die um Major-Titel und Olympia-Medaillen spielen. Das Niveau der DGL hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Es gibt zahlreiche weitere Beispiele im Damen- und Herrenbereich, die belegen, dass die Liga ein Sprungbrett auf die oder zumindest eine Station vor der Tour sein kann.

Noch nie zuvor waren so viele Professionals für Schwarz-Rot-Gold auf den Touren unterwegs wie in 2022. Zahlreiche von ihnen haben in den vergangenen Jahren Erfahrungen und Erlebnisse in der Deutschen Golf Liga gesammelt. „Die Deutsche Golf Liga hat sich in den vergangenen Jahren großartig entwickelt. Das Leistungsniveau ist enorm gestiegen. Wir verzeichnen immer tiefere Scores, was sich anhand der Zahlen, die wir in den vergangenen Jahren erhoben haben, belegen lässt. In den DGL-Clubs wird offensichtlich sehr gut gearbeitet“, sagt Marcus Neumann.

Der DGV-Sportvorstand erklärt weiter: „Die DGL ist die Schnittstelle zwischen ambitioniertem Breitensport und dem Spitzensport. Dass sich immer mehr unserer ehemaligen Ligaspielerinnen und -spieler so toll entwickeln, verbessern und es auf die Touren dieser Welt schaffen, macht die Clubs, Landesgolfverbände und den DGV natürlich auch ein kleines bisschen stolz.“ Nicht nur beim Verband, auch in den Clubs sind den Verantwortlichen der Wert und die Bedeutung der DGL bewusst.

Esther Henseleit spielte in der DGL für den Hamburger GC, ehe sie 2019 ins Profilager wechselte.
Esther Henseleit spielte in der DGL für den Hamburger GC, ehe sie 2019 ins Profilager wechselte. | © TaylorMade


„Die DGL hat sich zu einer perfekten Plattform für junge, sportlich-ambitionierte Nachwuchs-Golferinnen und -Golfer entwickelt. Das Final Four ist ein großartiges Event der Emotionen und des Teamgedankens, das man unbedingt einmal erlebt haben muss", sagt Christian Lanfermann, Trainer der Damenmannschaft des Hamburger GC Fallkenstein. Und auch Craig Miller, Coach des GC Herzogenaurach und von Matthias Schmid, der nach vielen Jahren DGL-Zugehörigkeit nun auf der DP World Tour unterwegs ist, schätzt die DGL: „Das Niveau ist so sehr gestiegen. Es kommen immer mehr starke, junge deutsche Spielerinnen und Spieler aus der DGL“, so Miller.

Wie sein Trainerkollege Ted Long (GC Mannheim-Viernheim) sieht Miller die Bedeutung des Zählspiels in der DGL. Dieser Modus, der in den Ligen gespielt wird, sei wichtig, denn so gut wie alle großen Turniere der Welt werden im Zählspiel ausgetragen. Viele junge Golfer hätten in der Liga die perfekte Möglichkeit, sich mit gestandenen Professionals zu messen – und sich zu zeigen. Ted Longs Sohn Hurly Long war vor Jahren ebenfalls ein fester Bestandteil des GC Mannheim-Viernheim in der 1. Bundesliga Süd. Heute kämpft Hurly Long auf der European Tour um Ranglistenpunkte und vertrat Deutschland sogar bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.


Und es gibt zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten, die sehr früh in der DGL ran duften und eine Profikarriere anpeilen. Wie beispielsweise Wolfgang Glawe. Er war noch keine 15 Jahre alt, als ihm Long im Team des GC Mannheim-Viernheim eine Chance gab. Heute ist Glawe Nationalspieler und landete auf der Pro Golf Tour bereits in den Top Ten. Auch im weiblichen Bereich gibt es zahlreiche hoffnungsvolle Talente, die in der DGL Punkte holen, schon Profi-Luft gschnuppert und Großes vor haben: Helen Briem (Stuttgarter GC Solitude) und Paula Schulz-Hanßen (GC St. Leon-Rot) waren noch sehr jung bei ihren DGL-Premieren und vertraten Europa bereits erfolgreich beim Junior Solheim Cup. Sophie Witt (GC Hubbelrath) hat es im Alter von erst 19 Jahren bereits auf die Ladies European Tour geschafft.

Die Zahl an Spielerinnen und Spielern, die in ihren DGL-Clubs zu Leistungsträgern heranwuchsen und jetzt als Profis auf den Touren in Europa und Amerika unterwegs sind, wächst. Wer's nicht sofort auf die große Bühne schafft, muss sich eben über die zweite und dritte Ebene nach oben arbeiten. Auch auf diesen taucht Schwarz-Rot-Gold immer häufiger auf. Eine positive Entwicklung.