Junior Team

Auftaktsieg für Deutschland


26. Januar 2022 , Stefan Bluemer


Das deutsche Team in Andalusien (© DGV)
Das deutsche Team in Andalusien (© DGV)

Beim Match Octogonal Absoluto Masculino 2022 in Spanien, dem ersten Turnier auf europäischem Boden im neuen Jahr, schlägt das Junior Team Germany von Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann zum Auftakt Italien. Zeitgleich sind in Portugal zwei deutsche Damen am Start.

Rota/Spanien – Der nominierte Kader für diesen internationalen Vergleichskampf von eigentlich acht Nationen wurde bewusst sehr jung und bei großen Team-Wettbewerben unerfahren zusammengesetzt. Da die Niederlande ihre Vertretung aufgrund einiger positiver Testergebnisse kurzfristig zurückzog, sind 2022 lediglich sieben Mannschaften in Andalusien auf der Anlage des Costa Ballena Ocean GC versammelt. Der Platz, der von José María Olazábal entworfen wurde und am Südzipfel Spaniens direkt am Atlantik liegt, präsentiert sich in sehr guter Verfassung. Insbesondere die schnellen Grüns wurden schon nach den Trainingsrunden von den Athleten gelobt.

Standortbestimmung

„Wir sind froh, dass wir hier antreten können. Es sind ja schwierige Zeiten, aber wir müssen versuchen, den Leistungssport aufrecht zu erhalten. Wir haben herausfordernde Aufgaben, freuen uns aber sehr auf dieses Match“, sagt Christoph Herrmann voller Zuversichtlich während der vierten Auflage des Turniers.

„Wir haben bewusst die Spieler dabei, die bisher noch kein großes Turnier im Team absolviert haben, damit die sich erstens zeigen und zweitens, auch richtig mit dem Betreuerteam zusammenwachsen können. Alles steuert auf die Heim-EM in St. Leon-Rot zu. Wir hoffen darauf, dass sich hier etwas herauskristallisiert, wer das Team dort ergänzen wird. Für uns ist das Turnier hier also eine ganz wichtige Standortbestimmung und wir sind gespannt darauf, wo wir stehen. Es ist eigentlich ein Turnier für Herren und einige Mannschaften sind wirklich top besetzt. Wir sind mit einer Jugendmannschaft hier, bei der fast alle Athleten zum ersten Mal für Deutschland spielen“, erklärt der Bundestrainer und ordnet dieses Turnier in einen großen Kontext ein.

Gegner Italien

Zum Auftakt ging es für die jungen Bundesadler gegen Italien. Die durchaus prominent besetzten Südeuropäer lagen in den Vierern am Morgen lange deutlich in Front. In beeindruckender Manier zeigten die Youngster in Schwarz-Rot-Gold aber, dass ein Match konzentriert zu Ende gespielt werden muss. „Wenn es je ein Beispiel für Momentum gab, dann war es das Ding heute“, sagte der Bundestrainer regelrecht begeistert von seinem Team. Das Team-Credo „immer weiter“ sei extrem beherzigt worden, so Christoph Herrmann. Trotz teils klarer Führung für Italien steckten die drei deutschen Vierer nicht auf und so stand es am Mittag vor den sechs Einzeln 1,5:1,5.

Julius Lange (GC Hubbelrath) hatte gemeinsam mit Philipp Macionga (GC Augsburg) sein Match am Ende noch ausgeglichen. Peer Wernicke (Hubbelrath), der als einziger Deutscher durch seinen Auftritt beim Sieg im European Young Masters schon Meriten im Team sammeln konnte, schaffte es mit Rookie Emil Albers (GC Buchholz-Nordheide) sogar noch, das Match zu drehen und mit 1auf gegen leicht konsternierte Italiener einen ganzen Punkt zu gewinnen.

Momentum in Einzeln

Die Stimmung war bei den Bundesadlern nun mehr als prächtig und das Momentum lag eindeutig bei den Herrmann-Schützlingen. Von den sechs Einzeln konnte Italien kein einziges Match gewinnen, so dass der Sieg für Deutschland am Ende mit 7:2 mehr als deutlich ausfiel. Im Verlauf der Einzel ließen die Youngster des Junior Team Germany auch selten Zweifel aufkommen, wer am Ende den Sieg davontragen würde. Philipp Macionga blieb es vorbehalten, mit 4&3 gegen Pietro Fenoglio einen besonders glatten Erfolg zu feiern.

Dennoch blieb der Neuling im Team sachlich und bescheiden: „Ich fand es gut, dass wir uns im Vierer so gefangen haben, nachdem wir nicht so gut gestartet waren. Durch Teamgeist haben wir hinten heraus das Momentum gewonnen. Am Nachmittag sind wir sagenhaft durchgestartet und haben fünfeinhalb von sechs möglichen Punkten gewonnen. Wir haben gezeigt, dass wir hoch gewinnen wollten und das Ergebnis gegen diesen Gegner war schon wirklich gut. Der Tag heute hat uns Selbstvertrauen gegeben und so wollen wir auch gegen Portugal und Spanien immer nach vorne spielen, auch wenn die Gegner mit starken Herrenmannschaften antreten. Wenn wir unser Bestes geben, haben wir eine Chance.“

Da das Turnier noch lange dauert, ging es für das deutsche Team mit dem Ziel in den Abend, emotional wieder etwas runterzufahren und das Erlebte richtig einzuordnen, um voll konzentriert an die kommenden Aufgaben herangehen zu können. Am zweiten Wettkampftag steht das Duell gegen Portugal auf dem Programm, ehe am Freitag Gastgeber Spanien als Aufgabe wartet.

Modus

Als Vorbereitung auf die Team-Europameisterschaften wird das Turnier im Matchplay ausgetragen. An den drei ersten Tagen wird in zwei Gruppen jeder gegen jeden gespielt. Am Finaltag spielen dann die Gruppensieger um Gold und Silber gegeneinander, die beiden Gruppenzweiten duellieren sich um die Bronzemedaille.

Leaderboard Octagonal Tag 1
Leaderboard Octagonal Tag 1 | © stebl

 

 

Zwei Damen in Portugal

Helen Briem und Isabell Schlick sind die beiden einzigen Deutschen im Feld der 92. Portuguese International Ladies Amateur Championship. Aufgrund der Pandemie sind die übrigen Spielerinnen aus Deutschland zu Hause geblieben.

Helen Briem, die 2021 eine überragende Saison absolviert hatte, ist in dieses erste Turnier der Damen ganz stark gestartet. Obwohl die Stuttgarterin in Montado drei Bogeys notieren musste, stand unter dem Strich eine sehr gute 69 (-3). Gemeinsam mit der Französin Maylis Lamoure geht Helen Briem als Co-Leaderin in die zweite Runde.

Isabell Schlick vom GC St. Leon-Rot hatte einen etwas holprigen Start in das Turnier, das südlich von Lissabon am Atlantik ausgetragen wird. Schlick brachte zwar zwei Birdies unter, notierte insgesamt aber 79 (+7) Schläge und rangiert damit zunächst auf Platz 63. Erst nach der dritten Runde gibt es einen Cut. Die besten 40 Spielerinnen treten am Samstag zur Finalrunde an.