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Doppelsieg für Ulmrich und Siemens in den USA


24. Dezember 2021 , Stefan Bluemer


Paul Ulmrich (GC Mannheim-Viernheim) siegt in Doral © privat
Paul Ulmrich (GC Mannheim-Viernheim) siegt in Doral © privat

Paul Ulmrich und Carl Siemens sichern sich bei einem der ganz großen Jugendturniere in den USA mit eindrucksvollen Leistungen die Plätze eins und zwei. Nur die beiden deutschen Nachwuchsathleten bezwingen das Blue Monster von Trump National Doral unter Par.

Miami/USA – Für Paul Ulmrich vom GC Mannheim-Viernheim ist es der bislang größte, zudem international einer der begehrtesten Titel überhaupt. Nicht zuletzt in Miami machen sich Talente für Colleges interessant und nach dem Sieg im letzten Turnier des Jahres 2021 wird der 17-Jährige aus dem Stall von Trainer Ted Long sicher gute Karten haben, demnächst an einem der großen Colleges studieren und gleichzeitig an seiner Golf-Karriere arbeiten zu können.

Der neue Champion der Doral Publix Junior Classic begann mit einer 72 schon sehr solide und steigerte sich von Tag zu Tag. Mit einer 71 (-1) übernahm Paul Ulmrich nach der zweiten Runde die Führung von Carl Siemens, der am ersten Tag mit einer 70 als einziger der 122 Teilnehmer unter Par geblieben war. Am Finaltag legte der Viernheimer Bundesliga-Spieler noch einen drauf und unterschrieb eine bärenstarke 69 (-3), gleichbedeutend mit dem besten Score, der in diesem Jahr ins Clubhaus kam. Fabelhaft, wie der Spieler, der auch im Junior Team Germany gefördert wurde, am Finaltag seine Leistung auf den Platz brachte. Das Lange Spiel war überragend und so traf Ulmrich satte 17 Grüns in Regulation.

Strahlend nahm der Sieger die US-typisch große Trophäe entgegen und war rundum happy: „Das war mein erster internationaler Sieg und der bedeutet mir sehr viel, da es auch der erste Sieg nach längerer Durststrecke war. Außerdem eröffnet mir dieser Titel Möglichkeiten in Bezug auf ein Studium am College in den USA.“

Siemens bekommt Silber

Auch Carl Siemens, der inzwischen für den GC St. Leon-Rot spielt, aber lange in der Talentschmiede von Gregor Tilch im Berliner GC Stolper Heide geformt wurde, zeigte in Miami eine grandiose Leistung. Nach seiner 70 zum Auftakt unterschrieb der Youngster des Junior Team Germany eine 74. Stark die Reaktion darauf am Finaltag, als der 17-Jährige, der aktuell seine Homebase in Sotogrande hat, erneut unter Par blieb und sich mit einer weiteren 70 (-2) den zweiten Platz sicherte. Siemens hatte damit am Ende zwar zwei Zähler Rückstand auf Ulmrich, aber dafür auch drei Schläge Vorsprung auf den Finnen Oskari Schuvalow.

Für Carl Siemens, der 2023 nach Baylor wechseln wird, war dieser Erfolg willkommene Bestätigung für seine gute Einstellung: „In St. Leon-Rot habe ich vor allem im mentalen Bereich gearbeitet, wie ich an eine Runde herangehe. Ich hatte mir für dieses Turnier primär vorgenommen, daran zu arbeiten und es mehr als Trainingswettkampf gesehen. Ich wollte schauen, wo ich stehe bei dem, was ich in St. Leon-Rot trainiert habe. Mit meinen Ergebnissen bin ich sehr zufrieden, auch wenn es „nur“ der zweite Platz war. Ich habe die Ziele, die ich mir gesetzt hatte, umgesetzt. Man muss dabei auch sagen, dass Paul Ulmrich sehr gut gespielt und keine Fehler gemacht hat. Daher hat es am Ende für mich nicht ganz gereicht. Wenn überhaupt, dann hätte ich die zwei Schläge, die am Ende fehlten, in der zweiten Runde gutmachen können. Aber im Großen und Ganzen war dieses Turnier für mich ein Erfolg. Besonders zufrieden war ich auch mit meinen Drives. Die waren wirklich sehr gut.“

Kölle auf Platz fünf

Mit Finn Kölle lieferte ein weiterer Athlet des Junior Team Germany eine gute Vorstellung. Der 16-Jährige, der vom GC Sinsheim zum GC St. Leon-Rot kam, brachte Scorekarten mit 73, 76 und 72 Schlägen nach Hause. Der Gesamtscore von fünf über Par reichte für den fünften Rang (Endstand Jungen).

Mädchen beim Schaulaufen

Beim großen Schaulaufen für die Scouts der Colleges spielten die Mädchen der Altersklasse von 16 bis 18 Jahren den Red Tiger. Charlotte Back hatte in Miami einen nicht so guten Start und musste 80 Schläge notieren. Anschließend drehte die Spielerin, die in diesem Jahr schon internationale Titel gehamstert hat, richtig auf und brachte am zweiten Tag mit einer 71 den besten Score der gesamten Mädchen-Konkurrenz in die Wertung. Die Hypothek vom ersten Tag war für die 17-Jährige Kurpfälzerin aber doch zu groß, um noch ernsthaft in den Kampf um den Titel eingreifen zu können. Die solide 73 reichte aber, um das Podium zu erreichen. Auf Platz drei war die Spielerin des GC St. Leon-Rot somit beste Deutsche im Feld.

Top Ten

Zwei Clubkameradinnen von Charlotte Back schafften es in die Top Ten. Leo Ludwig kam nach Runden mit 77, 75 und 78 Schlägen auf Rang acht, Sophie Böhlhoff folgte auf Rang zehn, nachdem sie 74, 81 und 76 Schläge gebraucht hatte.
Knapp die Top Ten verpasst haben Katharina Anglett (Stuttgarter GC) und Emily Böhrer (GC St. Leon-Rot). Die beiden Athletinnen aus dem Kader von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl lagen nach den drei Wettkampfrunden bei 18 über Par (Endstand Mädchen).

Geschichte des Turniers

Das Turnier nimmt im Kalender der Jugendlichen weltweit einen besonderen Platz ein. Seit 1981 wird in Doral auf höchstem Niveau gespielt, lange Jahre unter dem Namen Doral Publix Junior Golf Classic.
Das First Tee - Doral Jr. Classic hat so schon tausende von motivierten Nachwuchsgolfern aus der ganzen Welt nach Miami gelockt. Dazu kommen Jahr für Jahr noch mehr als 100 Coaches der Colleges, die auf der Suche nach Kandidaten für das eigene Programm sind.